Sankt Jakob ob Gurk

Kath. Pfarrkirche St. Jakob

Orgel: Franz Grafenauer (Egg), 1890.


© Gabriel Isenberg, 20.08.2004
© Gabriel Isenberg, 20.08.2004

In 1017 Metern Seehöhe über dem Gurktal liegt die Siedlung St. Jakob. Die Kirche wurde erstmals 1169 urkundlich erwähnt und ist seit 1787 Pfarrkirche. Der im Kern romanische Bau wurde später stark erneuert; nach 1787 wurde das Langhaus nach Westen verlängert, auch der südliche Sakristeianbau und der spätbarocke Westturm sind aus dieser Zeit. Der Zwiebelturm stammt von der Renovierung 1970.

Schon vor 1890 stand eine Orgel mit vier Registern in St. Jakob. Die heutige Orgel baute Franz Grafenauer (Egg im Gailtal) im Jahr 1890. Ein im Spieltisch deponiertes Dokument gibt darüber Auskunft: „Auf Veranlassung des hochwürdigsten Herrn P. Valentin Nemec u. Dr. der Theologie Dechant von Gurk wurde dieses Orgelwerk unter Mitwirkung der Hochw. Herrn Kapläne Ludwig Pirker u. Stefan Ogertschnig u. des eifrigen Pfarrkindes Herr Thomas Krall vlg. Soldernig in Schneßnitz erbaut. Als besonderer Wohltäter ist Herr Gregor Erlacher [zu nennen]. Vollendet am 30. November 1890 durch Franz Grafenauer, Orgelbauer von Egg im Gailthale. Gehilfe: Josef Zankl.“ Die Jahreszahl 1893 auf der Rückseite der Orgelbank-Einfassung dürfte sich auf den späteren Zubau dieses Teils oder die Fertigstellung der Bemalung beziehen.

Im Ersten Weltkrieg mussten die Prospektpfeifen aus Zinn 1917 für die Rüstungsindustrie abgeliefert werden; sie wurden später ersetzt. Das Gebläse wurde erst in den 1990er-Jahren im Rahmen einer Generalüberholung elektrifiziert.

Das Fichten-Gehäuse in dunkelbrauner Farbe ist in die Emporenbrüstung eingebaut. Im Prospekt stehen 26 Pfeifen der Oktav 4’. Die Felder sind durch fünf Wandstreifen getrennt; davor sind unten verschiedenartige Profilleisten mit Halbkreisbogenmuster angebracht, die ehemals (vielleicht in der Vorgängerorgel) Schleierbretter waren. Die heutigen Schleierbretter der beiden äußeren Prospektfelder sind auf Holz gemalte Vorhänge. Vom Gebläsemotor auf dem Dachboden führt ein Windkanal in den linken Gehäuseturm. Die zwölf tiefsten, offenen Holzpfeifen der Flöte 8’ sind hängend unter der Empore angebracht (vom mittleren Windladenkasten je sechs zu beiden Seiten geführt). Die Spielanlage ist in die Rückseite des niedrigeren Mittelteils der Orgel eingebaut. Die gedrechselten, schwarzen Registerzüge aus Holz befinden sich in einer Reihe über dem Manual; die Registernamen sind mit dunkler Tinte auf großen Papierschildern über den Zügen geschrieben.

MANUAL | C–c³

Saliceonal [sic] 8'

Flöte 8'

Oktav 2'

Oktav 4'

Gedackt 8'

PEDAL | C–cº

angehängt


Mechanische Schleiflade.


Quellen und Literatur: Bernhard Trebuch, Orgeln und Orgelbau im Bezirk St. Veit an der Glan (Kärnten), Phil. Diss., Wien 1986, S. 258–260 ⋄ Eigener Befund.

Nr. 200 | Diese Orgel habe ich am 20.08.2004 im Rahmen meiner Kärnten-Orgeltour besucht.
© Dr. Gabriel Isenberg | Letzte Änderung: 25.01.2026.