Sankt Georgen im Gailtal

Kath. Pfarrkirche St. Georg

Orgel: Josef Grafenauer (Egg), 1859.


© Gabriel Isenberg, 22.08.2004
© Gabriel Isenberg, 22.08.2004

Am südwestlichen Ortsrand von St. Georgen im unteren Gailtal liegt die 1512 vollendete Pfarrkirche, deren Vorgängerbau bereits in das frühe 13. Jahrhundert zurück datiert werden kann. Die Einrichtung der Kirche ist weitgehend barock. Bei der Kirchenrenovierung 1998 wurde die gotische Farbgebung wiederhergestellt.

Die bis heute erhaltene Orgel wurde am 1. Mai 1859 eingeweiht und ist ein Werk des Gailtaler Orgelbauers Josef Grafenauer aus Egg bei Hermagor. Die Jahreszahl 1859 ist auch in der Bemalung der unteren Gehäusefront zu erkennen.

1928 wurden die im Ersten Weltkrieg 1917 für die Rüstungsindustrie abgelieferten Prospektpfeifen aus Zink ersetzt. Im Rahmen der Kirchenrenovierung 1998 wurde die heutige Farbfassung des Orgelgehäu­ses angelegt und das zwischenzeitlich veränderte Gehäuse teilweise wiederhergestellt. So kamen unter anderem die Spitztürmchen wieder auf die beiden seitlichen Prospektfelder, die lange Zeit in einer Seitenkapelle der Kirche untergebracht waren. Auch die Rosette im Giebel des Mittelturms wurde rekonstruiert. Die Windanlage versetzte man vom Dachboden des Kirchenvorbaus auf die Empore. Und auch der Spieltisch wurde in Teilen rekonstruiert und etwa 30 cm nach vorne versetzt, damit der Organist mehr Platz hat. Anstelle der Zinkpfeifen von 1928 kamen wieder Zinnpfeifen in den Prospekt. Die Arbeiten nahm die Orgelbauwerkstatt Bernhard Ottisch aus Ferlach vor; sie wurden von Diözesan-Orgelreferent Helmuth Luksch begleitet. Als eine der am besten erhaltenen Grafenauer-Orgeln wurde sie vom Landesdenkmalamt unter Denkmalschutz gestellt. Da man sich vor Ort ein stärker besetztes Pedal wünschte, erhielt die Orgel 2009 nach längeren Diskussionen nachträglich noch drei weitere Pedalregister – Gedecktbass 8', Choralbass 4' und Posaune 16' –, die durch die slowenische Orgelbauwerkstatt Anton Škrabl eingebaut wurden.

MANUAL | C–c³

Principal 8'

Geigenprin[cipal] 8'

Flöte 8'

Gedeckt 8'

Flöte 4'

Quinte 2 2/3'

Octave 2'

Mixtur [2f.] 1 1/3'

PEDAL | C–cº

Subbas 16'

*Gedecktbass 8'

*Choralbass 4'

*Posaune 16'

Pedalcoppel


Mechanische Schleiflade.


Quellen und Literatur: Klagenfurter Zeitung, 10.05.1859, S. 419 ⋄ Frdl. Mitteilungen des Mesners und von Orgelbau Ottitsch ⋄ Eigener Befund.

Nr. 219 | Diese Orgel habe ich am 24.08.2004 im Rahmen eines Gottesdienstes gespielt.
© Dr. Gabriel Isenberg | Letzte Änderung: 15.08.2025.