Orgel: Gebr. Stockmann (Werl), 1999.

Die 1936/37 nach Plänen des Architekten Josef Ferber (Soest) erbaute Pfarrkirche St. Peter und Paul in Siegen ist im Sinne des Expressionismus von Klarheit und Schlichtheit geprägt. 1969 wurde sie nach der neuen Liturgie des Zweiten Vatikanums umgestaltet. Im Rahmen einer umfassenden Renovierung in den Jahren 1995/96 erhielt die Kirche neue Fenster nach den Entwurfen von Prof. Johannes Schreiter.
In den ersten Jahren konnte aufgrund der Kriegszeiten keine Orgel für die St.-Peter-und-Paul-Kirche angeschafft werden, es war zunächst ein Harmonium in Gebrauch. 1948 lieferte die Firma Emanuel Kemper & Sohn (Lübeck) eine Orgel mit 16 Registern, erbaut nach einem Dispositionsentwurf des Siegener Kantors Helmut Winter. Diese Orgel hatte nur kurze Zeit Bestand und wurde 1964 durch einen Neubau von Walter Seifert (Köln-Mannsfeld) ersetzt. Die am 21. Juni 1964 eingeweihte Seifert-Orgel war mit 26 Registern deutlich größer; ihre Disposition hatte KMD Hans Königsfeld (Siegen) entworfen.
Im Anschluss an die umfassenden Kirchenrenovierung in den 1990er-Jahren wurde die Seifert-Orgel durch eine neue Orgel abgelöst. Den Auftrag zum Neubau erhielt die westfälische Orgelbauwerkstatt Gebr. Stockmann in Werl. Das neue Instrument wurde am 23. Mai 1999 eingeweiht, es spielte der Siegener Kantor Franz-Josef Breuer. Der Werkaufbau ist im Prospekt klar zu erkennen: seitlich die Pedaltürme, in der Mitte das Brustschwellwerk, darüber das Hauptwerk. Der Spielschrank ist in die Front des Gehäuses unterhalb des Schwellwerks eingebaut. Die Register werden über Kippschalter bedient, die in drei Reihen links neben dem Notenpult angeordnet sind. Sämtliche Leuchtschalter für die Setzeranlage befinden sich unter dem ersten Manual. Sequenzer, Koppeln und Tutti befinden sich als Fußpistons nochmals rechts neben dem Kippschwelltritt. Links und rechts über dem zweiten Manual sind die Digitalanzeigen für Setzeranlage und Schwellerstand angebracht.
I. HAUPTWERK | C–g³
Gedacktpommer 16'
Prinzipal 8'
Rohrflöte 8'
Oktave 4'
Spitzflöte 4'
Quinte 2 2/3'
Oktave 2'
Mixtur 4-5f. 1 1/3'
Hellzymbel 3f. 1/3'
Trompete 8'
II-I
II. SCHWELLWERK | C–g³
Bordun 16'
Singend Gedackt 8'
Spitzgambe 8'
Vox coelestis 8'
Prinzipal 4'
Koppelflöte 4'
Nasard 2 2/3'
Waldflöte 2'
Terz 1 3/5'
Mixtur 5f. 2'
Basson 16'
Hautbois 8'
Musette 8
Tremulant
PEDAL | C–f¹
Prinzipalbaß 16'
Subbaß 16'
Oktavbaß 8'
Rohrpommer 8'
Choralflöte 4'
Hintersatz 4f. 2 2/3'
Posaune 16'
II-P
I-P
Elektronische Setzeranlage (128f.) mit Sequenzern und Nulltaster, abschließbar; Digitalanzeige für Setzer und Schwellerstand.
Schleiflade mit mechanischer Spieltraktur und elektrischer Registertraktur.
Quellen und Literatur: Hermann J. Busch, Die Orgeln des Kreises Siegen, Berlin 1974, S. 164-165 ⋄ Chronik St. Peter und Paul Siegen ⋄ Eigener Befund.
Nr. 236 | Diese Orgel habe ich zum ertsen Mal am 04.07.2005 gespielt.
© Dr. Gabriel Isenberg | Letzte Änderung: 28.01.2026.
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© Dr. Gabriel Isenberg, 2023/26
