Waldkirch im Breisgau, St. Margarethen

Orgel von E. F. Walcker & Cie. (Ludwigsburg), 1869.


© Gabriel Isenberg, 27.07.2007
© Gabriel Isenberg, 27.07.2007

Die Kirche St. Margerethen in Waldkirch wurde 1732–34 von dem Vorarlberger Baumeister Peter Thumb erbaut. Schon in der Vorgängerkirche hatte es eine Orgel gegeben, die um 1530 gebaut worden war. Sie wurde vermutlich 1734 in die neue Kirche übertragen und 1738 mit einem neuen Gehäuse versehen. Mehrere Reparaturen sind aus den Jahren 1745/46 (Antoni Albrecht), 1776 (Josef Zipfel) und 1820 (Mathias Martin) belegt. In den Jahren 1827–30 errichtete die Orgelbauwerkstatt der Gebrüder Martin eine neue Orgel, die wiederum mehrmals Reparaturen unterzogen wurde: 1843 (Merklin und Schütze), 1855 (Josef Merklin), 1860/61 (Eduard Stadtmüller).

Die bis heute bestehende Orgel baute die renommierte Orgelbauwerkstatt von Eberhard Friedrich Walcker (Ludwigsburg) 1868/69 als ihr Opus 944 mit zwei Manualen und Pedal bei mechanischen Kegelladen. Bei einem Umbau 1973 durch August Späth (March-Hugstetten) wurde die Disposition durch Rückung einiger Register verändert.

1998 führte die Fa. Freiburger Orgelbau Hartwig Späth (March-Hugestetten) einen ersten Restaurierungs-Bauabschnitt durch, bei der die Orgel in den klanglichen Originalzustand zurückversetzt wurde – dazu konnten auch einige 1973 eingelagerte Originalregister wiederverwendet werden. 2003 erfolgte die technische Restaurierung als zweiter Bauabschnitt, bei dem auch ein Magazinbalg anstelle des Schwimmerbalgs von 1973 eingebaut wurde. Damit ist die Waldkircher Orgel eine der wenigen vollständig und gut erhaltenen Walcker-Orgeln aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Ihr Klang ist vielseitig, warm, nicht zu kräftig; sehr schön klingt auch die durchschlagende Clarinett im zweiten Manual. Der Spieltisch ist freistehend so vor der Orgel positioniert, dass der Organist ins Kirchenschiff blickt. Die Registerzüge sind links (Hauptwerk) und rechts (zweites Manual und Pedal) neben den Manualen angeordnet. Über zwei Hakentritte können zwei feste Kombinationen eingeschaltet werden.

I. MANUAL | C–f³

Bourdon 16’

Principal 8’

Viola-di-Gamba 8’

Gedeckt 8’

Hohlflöte 8’

Gemshorn 8’

Dolce 8’

Octav 4’

Rohrflöte 4’

Super-Octav 2’

Cornett 5fach 8’

Mixtur 4fach 2 2/3’

Trompete 8’

Copula II Man. zum I Man.

II. MANUAL | C–f³

Prinzipal 8’

Lieblich-Gedeckt 8’

Salicional 8’

Dolce 4’

Traversfloete 4’

Gemshorn 4’

Clarinett 8’

PEDAL | C–d¹

Subbass 16’

Violon-Bass 16’

Octav-Bass 8’

Gedeckt-Bass 8’

Violoncelle 8’

Posaunen-Bass 16’

Copula I. Man. zum Pedal.


Plenum-Tritt, Tutti-Tritt.

Mechanische Kegellade.

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D-79183 Waldkirch/Breisgau | Kirchplatz 9


Quellen und Literatur: Bernd Sulzmann, Historische Orgeln in Baden, München/Zürich 1980, S. 264 ⋄ Förderkreis Walcker-Orgel Waldkirch ⋄ Eigener Befund.

 

Nr. 289 | Diese Orgel habe ich zum ersten Mal am 27.07.2007 gespielt.

© Gabriel Isenberg | Letzte Änderung: 19.05.2023.