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Ferndorf

Ev. Laurentiuskirche

D-57223 Kreuztal | Kindelsbergstraße | Karte

Kirche

Die Laurentiuskirche in Ferndorf wurde um 1250 erbaut und gehört somit zu den ältesten Kirchen des Siegerlandes. Bei Umbauarbeiten 1778 wurden u. a. Emporen und Bänke neu gefertigt, Fenster und Türen erweitert. 1887 wurde der alte Chorraum abgerissen und die sogenannte Neue Kirche angebaut. Weitere umfangreiche Erneuerungen folgten 1927. Durch Kriegseinwirkungen trug die Kirche im Zweiten Weltkrieg 1945 starke Schäden davon. Nach der Behebung der Schäden nach dem Krieg wurde die Kirche 1961 außen und innen und 1979 nochmals außen renoviert. In der Neuen Kirche führte man 1992 Renovierungsarbeiten durch. 1993 folgte die Ausmalung des Chorraums, 1998 wurde der Turm renoviert.

 

Vorgängerinstrumente

1836/37 baute Christian Roetzel aus Alpe ein Instrument mit I+P/11 (das Pedal wurde später ausgeführt). Oskar Ladegast aus Weißenfels setzte das Werk 1908 instand und übernahm für die folgenden zwei Jahre die Pflege. Die 1917 zu Kriegszwecken abgelieferten Prospektpfeifen konnten 1923 durch Spenden von Paul Faust aus Schwelm ersetzt werden; außerdem fügte Faust zwei weitere Register hinzu. 1928 wurde die Orgel in die ev. Kirche in Netphen übertragen.

 

Orgel

Im Februar 1929 konnte durch Generalsuperintendent Zöllner eine neue Orgel eingeweiht werden. Durch eine großzügige Spende des ehemaligen Gemeindemitglieds Generaldirektor Friedrich Flick (Berlin) konnte das neue Werk für 25.800 RM von der Ludwigsburger Orgelbaufirma Eberhard Friedrich Walcker & Cie. erbaut werden. Die Disposition umfasste 24 Register und zwei Transmissionen auf zwei Manualen und Pedal bei elektropneumatischer Traktur und Kegelladen. Der Spieltisch war direkt an das Gehäuse unter dem großen Mittelfeld angebaut

Um 1950 änderte die Firma Emanuel Kemper & Sohn aus Lübeck die Disposition. Bei Instandsetzungsarbeiten 1955 durch E. F. Walcker & Cie wurden zwei neue Register (Scharff 4f. und Oktave 1’) geliefert. Im Zuge der Innenrestaurierung der Kirche 1961 wurden die beiden Posaunenengel im Prospekt in das Ferndorfer Heimatmuseum überführt.

Die Firma E. F. Walcker & Cie. gestaltete 1979 die Orgel grundlegend um. Dabei erhielt sie einen neuen Spieltisch mit zwei freien Kombinationen, der nun auf der linken Seitenempore steht. Statt der elektropneumatischen Taschenladen baute Walcker nun elektrische Schleifladen ein. Das erste Manual erhielt eine neue Mixtur und die beiden Pedaltransmissionen wurden durch eigenständige Register (Gedeckt 8’ und Choralbaß 4’) aus Messing ersetzt. Ein Großteil des Pfeifenwerks wurde neu intoniert, teilweise mit neuen Kernen versehen.

Da von der Decke Putz und Kalk rieselten und so Teile des Instruments unbrauchbar wurden, musste die Orgel 1997 für 75.000 DM von der Schmallenberger Orgelbauwerkstatt Albers & Wiggering instandgesetzt werden, wobei auch ein paar kleinere Dispositionsänderungen durchgeführt wurden. Bei der Sicherung des Putzes im Deckengewölbe entdeckte der Malermeister Horst Plett Wandmalereien aus dem 13. Jahrhundert, die aber beim Wiedereinbau der Orgel wieder unter Putz verschlossen und konserviert werden mussten. Wegen der zahlreichen Veränderungen in den letzten Jahrzehnten kann die Orgel nicht unter Denkmalschutz gestellt werden.

Die Orgel hat kein geschlossenes Gehäuse. Hinter der Prospektfront stehen Haupt- und Pedalwerk sowie das mit Jalousien verschlossene Schwellwerk im hinteren Bereich des Orgelraumes.

Die Registerwippen und Kombinationshebelchen im Spieltisch befinden sich in waagerechter Reihe über dem oberen Manual, die Hilfsschalter unter den Manualen und Tremolo in der linken Klaviaturbacke des ersten Manuals.

Disposition

I. HAUPTWERK | C–g³

Prinzipal 8'

Bordun 8'

Oktave 4'

Spitzflöte 4'

Quinte 2 2/3'

Oktave 2'

Terz 1 3/5'

  (bis 1997: Oktave 1')

Mixtur 4-5f.

Trompete 8'

Koppel II-I

II. SCHWELLWERK | C–g³

Geigenprinzipal 8'

Salicional 8'

Gedeckt 8'

Kleinprinzipal 4'

  (bis 1997: Hohlflöte 4')

Kleingedeckt 2'

Bachflöte 2'

Terz 1 3/5'

Quinte 1 1/3'

Scharff 4f.

Oboe 8'

Tremulant II

PEDAL | C–f¹

Kontrabaß 16'

Subbaß 16'

Oktavbaß 8'

Gedeckt 8'

Choralbaß 4'

Bauernflöte 2'

Posaune 16'

Koppel II-P

Koppel I-P


SPIELHILFEN | Zwei freie Kombinationen | HR zur F.K. 1 und 2 | Tutti | Zungenabsteller (einzeln)

SYSTEM | Schleiflade, elektrische Spiel- und Registertraktur

Bildergalerie

© Gabriel Isenberg | 1995, 2005

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