Eschbach

Ev. Kirche

<<<  019  >>>


D-61250 Usingen | Bachstraße | Karte

Kirche

Es sind vor dem heutigen Kirchbau schon zwei weitere Kirchen in Eschbach bei Usingen im Taunus bekannt. Im Jahre 1843 wurde der Grundstein der heutigen evangelischen Stadtkirche gelegt. Bauherr war der damalige Schultheiß Johann Anton Schmidt. Die Weihe der Kirche fand im Januar 1846 statt. Mit rund 600 Sitzplätzen zählt die Eschbacher Kirche zu den größten im Usinger Land.

 

Vorgängerinstrumente

Offensichtlich war schon in der alten Kirche eine Orgel vorhanden, denn im Jahre 1776 war der Orgelbauer Johann Conrad Bürgy (Bad Homburg) für eine Orgelreparatur in Eschbach.

 

Orgel

Zusammen mit dem Bau der neuen Kirchen bewarben sich mehrere Orgelbauer für die Errichtung eines neuen Werkes. Der Auftrag wurde an Daniel Rassmann (Möttau) vergeben, der das Werk 1845 fertigstellte. Mit ihren ursprünglich 23 Registern zählt sie zu den drei größten Orgeln aus der Möttauer Werkstatt und ist ein bedeutendes Zeugnis des frühromantischen Orgelbaus. Den Prospekt entwarf Rassmann in Zusammenarbeit mit Landbaumeister Bautzer.

Im Jahre 1880 baute Gustav Rassmann neue Prospektpfeifen (Principal 8’) ein und erweiterte das Pedal um das Register Posaune 16’. Die zu Kriegszwecken 1917 abgelieferten Prospektpfeifen wurden später durch Zinkpfeifen ersetzt. Die ursprünglichen drei Spanbälge wurden 1935 durch einen Magazinbalg (bis heute im Turmzimmer erhalten) ersetzt und an ein elektrisches Gebläse angeschlossen.

Der Orgelbauer Alfred Hardt (Möttau) tauschte 1947 die Trompete gegen eine neue aus, baute eine neue Posaune 16’ unter Verwendung der alten Schallbecher und fertigte eine neue Pedalklaviatur mit dem Umfang C bis d¹ (die Tasten cis¹ und d¹ waren nicht mit Pfeifen besetzt und wirkten nur für die Pedalkoppel zum HW). Günter Hardt baute 1959 neue Manualklaviaturen ein. Im Zuge der Innenrenovierung der Kirche wurde die Orgel 1971 gereinigt.

1995 begann der Siegener Orgelbauer Hans Peter Mebold mit der Restaurierung der Orgel. Dabei wurden die Prospektpfeifen aus Zinn neu eingesetzt. Die beiden Zungenregister sowie die Klaviaturen sind nach dem Vorbild der Rassmann-Orgel in Steinfischbach rekonstruiert. Die Arbeiten wurden 1996 abgeschlossen.

Hinter den sechs paarweise angeordneten oberen Prospektfeldern stehen die Windladen und Pfeifen des Hauptwerks. Im Untergehäuse ist das Nebenwerk untergebracht. Das Pedalwerk steht zu ebener Erde hinter dem Stimmgang an der Rückwand der Kirche. Die mit Türen verschließbare Spielanlage ist in die linke Seite der Orgel eingebaut.

In zwei waagerechten Reihen über dem Notenpult liegen die Züge der Manualregister, oben Hauptwerk, unten Positiv. In der unteren Reihe links ist der Pedalkoppelzug. Links neben den Manualen befinden sich in zwei senkrechten Reihen die fünf Pedalregister, unten rechts der Zug für die Manualkoppel. Die Bass-Diskant-Teilung der Trompete 8’ liegt bei hº/c¹.

Disposition

I. HAUPTWERK | C–f³

Principal 8 Fuß

Mixtur 3fach [2 Fuß]

Ocatve 2 Fuß

Quinte 2 2/3 Fuß

Gemshorn 4 Fuß

Octave 4 Fuß

Flauto 4 Fuß

Gedact 8 Fuß

Flauto traversa 8 Fuß

Bourdon 16 Fuß

Viola di Gamba 8 Fuß

Trompeten-Disk. 8 Fuß

Trompeten-Baß 8 Fuß

Manualkoppel

II. UNTERWERK | C–f³

Principal 4 Fuß

Hohlflöte 8 Fuß

Salicional 4 Fuß

Spindelflöte 4 Fuß

Flageolet 2 Fuß

Rohrflöte 4 Fuß

Mixtur 3fach [1 Fuß]

PEDAL | C–c¹

Subbaß 16 Fuß

Octavenbaß 8 Fuß

Violon 8 Fuß

Octavenbaß 4 Fuß

Posaune 16 Fuß

Pedalkoppel


SYSTEM | Schleiflade, mechanische Spiel- und Registertraktur

© Gabriel Isenberg | 1996, 2005

A

B

C

D

E

F

G

H

I

J

K

L

M

N

O

P

Q

R

S

T

U

V

W

X

Y

Z

++