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Vaduz

Katholische Pfarrkirche und Kathedrale Sankt Florin

St. Florinsgasse • FL-9490 Vaduz

Kirche

Die alte Florinskapelle in Vaduz, deren Anfänge wohl in das letzte Viertel des ersten Jahrtausends reichen, wurde 1874 abgerissen. Der Grundstein der neuen Pfarrkirche in Vaduz, der Hauptstadt des Fürstentums Liechtenstein, wurde am 17. August 1869 gelegt. Die Pläne für den neugotischen Bau stammen von dem berühmten Architekten Friedrich Freiherr von Schmidt (Wien). Durch Weihbischof Caspar Willi aus Chur wurde die Kirche am 5. Oktober 1873 geweiht. 1965-68 wurde die Kirche im Innern und 1975-77 von außen restauriert. Im Zusammenhang mit der Errichtung des Erzbistums Vaduz wurde die Pfarrkirche im Dezember 1997 zur Kathe¬drale erhoben.

Orgel

Von großer Bedeutung für die Orgelgeschichte in der Vaduzer Florinskirche ist der in dieser Stadt geborene Komponist Josef Gabriel Rheinberger (1839-1901). Bereits als Achtjähriger spielte er in der alten Florinskapelle auf der 1840 von seinem Vater gestifteten und Anton Sacchi (Chur, I+P/10) gebauten Orgel.

Als zu Anfang der 1870er Jahre die große Florinskirche gebaut wurde, war Rheinberger ab 1871 maßgeblich an der Planung der neuen Orgel beteiligt. Diese wurde 1872 bis 1874 von der Firma Steinmeyer & Co. in Oettingen im Ries (Bayern) mit mechanischen Kegelladen erbaut; Rheinberger kollaudierte das Instrument am 28. März 1874, wobei er auch das Einweihungskonzert spielte. Die ursprüngliche Disposition zeigte den für das späte 19. Jahrhundert gängigen Typ einer mittelgroßen Kirchenorgel.

1947 wurde die Orgel durch die Firma Kuhn (Männedorf) umgebaut und erweitert; sie verlor dabei allerdings teilweise ihren ursprünglich romantischen Charakter. Die letzte Renovation erfolgte 1979 durch Orgelbau Mathis & Co. (Näfels). Bei diesen Umbauten wurde die Orgel von 33 auf 41 Register erweitert. Trotz dieser Veränderungen sind noch 30 der 33 ursprünglichen Register und ein großer Teil des Spielwerks erhalten.

Im frontal vor der Orgel aufgestellten Spieltisch sind die Registerkippschalter für Schwellwerk, Positiv und die Koppeln jeweils in einer waagerechten Reihe links neben den Manualen (Schwellwerksregister zu oberst) angelegt; entsprechend sind die Schalter für Haupt¬werks- und Pedalregister rechts angeordnet. Über dem dritten Manual sind links die fünf Schalter für die Einzelabsteller, in der Mitte die Lichter für die Crescendostand-Anzeige und rechts das Voltmeter. Unter dem ersten Manual sind die Druckknöpfe für die Hilfen in folgender Anordnung: S. [Setzknopf], K.1 bis K.8, T [Tutti], V [Sequenzer vorwärts], M16’ ab, Mx ab, Zg ab, 0 [Auslöser]. Über den Pedalen sind links die Pistons für die Koppeln und „Crescendo ab“, rechts sind Crescendo- und Schwellwerks-Tritte. Das System der mechanischen Kegelladen wurde 1947 auf elektrische Trakturen und Schleiflade umgestellt.

Disposition

I. Hauptwerk                     C – g³

II. Positiv                             C – g³

III. Schwellwerk              C – g³

28 Bourdon                              16’

29 Prinzipal                                 8’

30 Gedackt                                  8’

31 Tibia                                          8’

32 Oktave                                     4’

33 Gemshorn                             4’

34 Oktave                                     2’

35 Mixtur 5-6f.                         2’

36 Trompete                              8’

23 III/I

24 II/I

21 Suavial                                    8’

20 Gedackt                                 8’

19 Prinzipal                                4’

18 Flöte                                        4’

17 Sesquialtera 2f.          22/3

16 Flageolett                            2’

15 Larigot                              11/3

14 Cymbel 3f.                          1’

13 Krummhorn                        8’

22 III/II

12 Bourdon                              16’

11 Prinzipal                                 8’

10 Flöte                                         8’

9 Dolce                                          8’

8 Unda maris                              8’

7 Prinzipal                                    4’

6 Flöte                                            4’

5 Quinte                                  22/3

4 Nachthorn                               2’

3 Mixtur 4-5f.                      11/3

2 Trompete                                 8’

1 Clarion                                       4’

 

Pedal                                        C – f¹

Spielhilfen 

37 Prinzipalbass                    16’

38 Violonbass                         16’

39 Subbass                                16’

40 Echobass [Tr aus 28]    16’

41 Oktavbass                              8’

42 Cello                                         8’

Achtfache Setzerkombination (K.1 bis K.8) mit Sequenzern, Tutti und Auslöser

Registercrescendo mit Absteller

Gruppenabsteller: M16’ ab, Mx ab, Zg ab

Einzelabsteller: 1, 2, 13, 36, 46

43 Gedeckt [Tr aus 28]        8’

44 Flötenbass                            4’

45 Gedeckt [Tr aus 28]      4’

46 Mixtur 3f.                              4’

47 Posaune                              16’

25 III/P

26 II/P

27 I/P

 

© Gabriel Isenberg, 1999 / 2004

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