Allenbach - Stift Keppel

Stiftskirche

Stift-Keppel-Weg • D-57271 Hilchenbach

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Kirche

Das Kloster Stift Keppel bei Hilchenbach wurde erstmals 1239 urkundlich erwähnt, die erste Klostervorsteherin starb allerdings schon vor 1236, insofern dürfte die Gründung des Klosters auf Anfang des 13. Jahrhunderts datiert werden. Die Kirche stammt im Kern aus der gleichen Zeit. Bis 1626 war sie Kirche des Prämonstratenserinnen-Klosters, seit 1547 des „freiweltlichen Fräuleinstifts“, zwischenzeitlich 1626 bis 1651 unbenutzt, ab 1654 simultan. Nach der Aufhebung des Stifts 1811 ist es seit 1871 wiederhergestellt. Beide Konfessionen nutzten die Kirche bis 1900 simultan. In den Stiftsgebäuden ist heute ein öffentliches Gymnasium untergebracht. Seit 1950 feiert die evangelischen Gemeinde Hilchenbach Gottesdienste in der Stiftskirche. Die Kirche ist ein einfacher Saalbau im Übergangsstil, seit 1908 flachgedeckt. Die barocke Ausstattung stammt aus der Zeit um 1700.

Orgel

Die zuletzt mehrfach umgebaute, auf Oskar Ladegast zurückgehende Orgel hinter dem historischen Prospekt der Sommer-Orgel wurde 1999 abgebrochen, nachdem erhebliche technische Störungen kein klanglich zufriedenstellendes Orgelspiel mehr ermöglichten. Anfang des Jahres 1996 fiel der Entschluss zum Auftrag für eine neue Orgel. Folgende Aspekte wurden bei diesem Neubau berücksichtigt:

Natürlich sollte der historische Prospekt von 1695 erhalten bleiben, der nunmehr wieder an seine ursprüngliche Stelle, nämlich in die Mitte der Emporenbrüstung gesetzt ist. Der Spieltisch sollte wieder an die Rückseite des Orgelgehäuses verlegt werden. Da die ursprüngliche Disposition der Sommer-Orgel nicht mehr rekonstruierbar ist (5 Register waren vorhanden), wurde versucht, eine der Entstehungszeit dieser Orgel entsprechende, aber auch auf Vielseitigkeit setzende Disposition zu entwerfen; man entschied sich letztendlich für 11 Register, darunter vier geteilt. Die großen Pedalpfeifen konnten nicht mehr in dem alten Gehäuse untergebracht werden und fanden nun in dem nördlichen Spitzbogen zur Nonnenempore Aufstellung. Überdies wurden – die ursprüngliche Symmetrie wiederherstellend – beide Spitzbögen wieder eingerichtet und mit einem Holzgitter versehen (diese Arbeiten führte der Schreiner Johannes Neuhaus aus Wirme aus).

Den Orgelbau-Auftrag bekam die Werkstatt Hans Peter Mebold aus Siegen, die maßgeblich an den Recherchen und der Rekonstruktion der ursprünglichen Situation beteiligt war. Nachdem der Prospekt bereits im Frühjahr 1998 ausgebaut worden war und man mit dem Bau der Orgel in der Werkstatt begonnen hatte, wurde das Instrument im August 1999 in der Stiftskirche aufgestellt und von dem Maler Rademacher in der Farbfassung von 1929 (ursprünglich war der Prospekt grün marmoriert) angestrichen. Im Oktober 1999 konnte das Instrument mit einem Konzert der Evangelischen Kantorei und Ludger Lohmann feierlich eingeweit werden.

Der Spieltisch befindet sich an der Hinterseite des Orgelgehäuses. Links und rechts des Notenpultes sind die Registerzüge, jeweils in einer senkrechten Reihe. Links sind die Züge für die Prinzipalregister, darunter Pedalregister und Kanaltremulant, rechts sind die jeweils zwei Züge für die Flöten-(Kornett-)Register. Die Bass/Diskant-Teilung liegt bei hº/c¹. Der Koppeltritt ist als Hakentritt über dem Pedal angebracht. Die Trakturen und Schleifladen sind vollmechanisch.

Disposition

Manual                             

                                 C – g³

Pedal                        C – f¹

Prinzipal [C-Gis Ged.]       8’

Praestant                         4’

Oktav                               2’

Mixtur [4fach]               11/3

Gedackt B/D                    8’

Spitzflöte B/D                  4’

Nassat B/D                  22/3

Terz B/D                      13/5

Tremulant

Subbass                        16’

Prinzipalbass                   8’

Posaune                          8’

Pedalkoppel

Bildergalerie

Literatur

Die Orgel der Stiftskirche Keppel - Festschrift zur Einweihung der neuen Orgel, Hilchenbach 1999

© Gabriel Isenberg, 1999 / 2005

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