Rattendorf

Katholische Filialkirche Sankt Andreas und Markus

Rattendorf • A-9631 Jenig

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Kirche

Die Rattendorfer Kirche liegt in der Mitte des Dorfes. Sie wurde im spätgotischen Stil zu Anfang des 16. Jahrhunderts erbaut. Die Einrichtung stammt überwiegend aus dem 18. Jahrhundert.

Orgel

Die Rattendorfer Orgel wurde ursprünglich im Jahre 1770 von dem Grazer Orgelbauer Carl Schehl für die Pfarrkirche St. Michael in Rosegg gebaut. Sie gelangte 1830 nach Dellach bei St. Daniel im Gailtal (→ Nr. 99). Im Jahre 1863 kam sie schließlich nach Rattendorf, wo sie Josef Grafenauer (Egg) 1864 aufstellte und umbaute. Bei dieser Arbeit fügte er das Pedal hinzu. Im Laufe der Jahre erfuhr das Instrument kleinere Änderungen – Überstreichen des ursprünglich grün marmorierten Gehäuses, Entfernen einer Mixturreihe und evtl. Erneuerung des Magazinbalges –, die aber nicht genauer zu datieren sind. Bis heute wird die Orgel mechanisch mit Wind versorgt.

Das schmale, hoch aufragende Instrument steht auf einem hohen Podest, in dem das Pedalwerk mit seinen liegend installierten Holzpfeifen untergebracht ist. Die Balganlage ist im unteren Teil des über die Emporenbrüstung aufragenden Orgelgehäuses untergebracht; der Bälgetreter nimmt auf der linken Seite der Orgel Platz. Im Prospekt stehen die Pfeifen G bis fis¹ des Principal 4’. Die Quint repetiert bei cis² zum 22/3’; die Mixtur repetiert beim cis¹ zum 2’ (ursprünglich war wohl cis² ein weiterer Oktav-Repetitionspunkt).

An der Rückseite des Orgelgehäuses befindet sich die Spielanlage. Über eine Stechermechanik ist die Klaviatur gleich mit der darunterliegenden Windlade verbunden. Das Pedalregister ist ständig eingeschaltet; aufgrund klemmender Eisenwinkel in der Trakturführung ist der Pedalkasten derzeit von der Traktur getrennt. Es gibt keine Koppel. Die Manualregister werden über Holzschieber links und rechts neben dem Manual betätigt. An der Außenseite neben den Hebeln ist eine alte Registerbeschriftung zu erkennen, an der Innenseite eine mit Silberstift in neuerer Zeit hinzugefügte.

Disposition

Manual                 C/E – c³

Pedal                        C – H

Principal                           4’

Cupel                               8’

Flaut                                4’

Octaf                               2’

Quint                            11/3

Mixtur [1fach]                  1’

[Oktavbass                     8’]

Bildergalerie

Literatur

Bernhard Trebuch, Check-List der Orgeln des Bezirkes Hermagor (Kärnten), Wien, 1987, S. 23

Gabriel Isenberg, Orgeln im Dornröschenschlaf, in: Ars Organi 52 Jg. 1/2004, S. 10-15

© Gabriel Isenberg, 2000 / 2010

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