Fritzendorf (Limerče)

Katholische Kapelle Sankt Chrysanthus

Fritzendorf • A-9624 Egg bei Hermagor

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Kirche

Am südlichen Ortsrand direkt an der Hauptstraße von Hermagor nach Egg liegt die Kapelle St. Chrysanthus in Fritzendorf. 1784 wurde das Gotteshaus erstmals urkundlich erwähnt. Der Kapellenbau ist verhältnismäßig groß und nach neugotischen Bauformen gestaltet.

Orgel

Die Fritzendorfer Kapelle besitzt eine kleine Orgel, die in einigen Teilen bis auf das Jahr 1764 zurück datierbar ist. Mehrere Eintragungen finden sich auf der großen D-Pfeife aus Holz in der hinteren linken Ecke des Gehäuses, wobei die Bleistifteintragungen zumeist sehr schlecht zu entziffern sind.

Als frühestes Datum ist dort der 20. Juni 1764 angegeben. Andere Quellen geben an, das die Orgel 1767 von dem Villacher Orgelbauer Elias Protzer erbaut wurde. Entweder zog sich der Bau über mehrere Jahre hin, oder – was wahrscheinlicher ist – Protzer verwendete beim Bau ältere Bestandteile. Außerdem ist es möglich, dass die Fritzendorfer Orgel zuerst woanders stand (schließlich ist der Kirchbau erst seit 1784 bekannt). Zweimal ist die Jahreszahl 1811 zu erkennen, als offenbar ein Lehrer die Orgel umgebaut hat, vielleicht Jakob Ladstätter. In ihrer heutigen Form geht sie auf einen Umbau von Josef Grafenauer im Mai 1884 zurück, dessen Sohn Michael nach einer Eintragung im Spieltischdeckel hier vermutlich Organist war. Wegen ihres historischen Wertes mussten im Krieg keine Pfeifen abgeliefert werden.

Der untere Teil der Orgel ragt etwa 20 cm aus der Emporenbrüstung hervor. In ihm sind die zwei Keilbälge untergebracht, von dem nur noch einer bedient werden kann. Der obere Teil beinhaltet das Pfeifenwerk, von dem allerdings nur etwa die Hälfte noch vorhanden ist. Die beiden Schleierbretter sind geschnitzt, die reiche Bekrönung der Orgel ist vergoldet. Mit zwei Flügeltüren ist die Orgel zu verschließen, auf denen außen Engel Gabriel und Maria und innen König David und Caecilia abgebildet sind. Aufgrund des desolaten Zustandes des Orgelinneren sind die Türen derzeit ständig geschlossen. Durch ein Guckloch hat der Organist die Möglichkeit, das Geschehen im Altarraum zu verfolgen.

Der Zustand der Orgel lässt zu wünschen übrig: Zwei Register sind so gut wie gar nicht mehr vorhanden, Abstrakten sind gerissen, die Tasten lassen sich nicht mehr richtig auf die Stecher der Traktur setzen, Ventile schließen nicht mehr, durch den Ausfall eines Balges ist nur noch eine Spielzeit von etwa 10 Sekunden am Stück möglich, das verbliebene Pfeifenwerk ist teils stark verbeult, verstaubt und verstimmt etc. Laut Aussage einiger Anwohner war die Orgel vor rund 20 Jahren noch richtig spielfähig. Vermutlich hat das Erdbeben von 1976 der Orgel stark zugesetzt.

Links und rechts neben dem Manual sind die Metallhebel für die Register eingelassen. Das Manual muss nach kurzem Spielen wieder in die Ursprungsposition zurückgeschoben werden, aus der es sich durch Bewegung der Tasten herausbewegt. Aufgrund der hohen Niveaus des Manuals ist für die Füße ein Schemel an das Gehäuse gebaut.

Disposition

Manual                  C/E – c³

Principal [fehlt]               [4’]

Quint [fehlt]                [11/2’]

Octav [war Mixtur ?]      [2’]

Flauten                           [4’]

Kuppel                            [8’]

Bildergalerie

Literatur

Bernhard Trebuch, Check-List der Orgeln des Bezirkes Hermagor (Kärnten), Wien 1987

© Gabriel Isenberg, 2000

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