Fischelbach

Evangelische Kirche

Fischelbacher Straße • D-57334 Bad Laasphe

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Kirche

Die heutige evangelische Kirche in Fischelbach bei Bad Laasphe (Kreis Wittgenstein) ist der zweite Kirchbau an dieser Stelle. Sie wurde 1732-52 unter Anleitung des Pfarrers Philipp Samuel Rosa im barocken Stil errichtet. Bei der Renovierung 1959/60 wurde das Kirchenschiff um etwa 7 Meter zur Seite erweitert.

Orgel

Um 1850 erhielt die Kirche ihre erste Orgel. Der Orgelbauer ist unbekannt, aber das bis heute erhalten gebliebene Gehäuse, das damit das zweitälteste Orgelgehäuse Wittgensteins ist, zeigt Ähnlichkeiten mit der Orgel in der ev. Kirche Niederdresselndorf, die von Johann Wilhelm Schmerbach 1857 erbaut wurde. In diesem Gehäuse wurde 1904/05 ein Neubau mit 7 Registern auf pneumatischen Membranenladen aufgestellt (Einweihung im Februar 1905), der vermutlich aus der Werkstatt von Albin Hickmann (Dachwig) stammt (Disposition: MAN1 Prinzipal 8’, Hohlflöte 8’, Oktav 4’; MAN2 Gedackt 8’, Salizional 8’, Viola 4’; PED Subbaß 16’). Der Spieltisch der Orgel ist bis heute in Herzhausen (→ Nr. 59) erhalten.

Die heutige Orgel baute der Siegener Orgelbauer Hans Dentler. KMD Hans Königsfeld (Siegen) begutachtete als Sachverständiger den Bau. Einweihung und Abnahme des Instrumentes erfolgten im Dezember 1961. Hinter die historische Prospektfront, die sich auf der Ostempore hinter dem Altarraum befindet, setzte Dentler ein etwas erweitertes Gehäuse, in dem er das Pfeifenwerk auf einer Ebene unterbringen konnte (vorne erstes Manualwerk mit Prospektpfeifen aus Praestant 4’, dahinter zweites Manual und an der Rückseite die Pedalpfeifen). Die Pfeifen des Subbaß 16’ sind aus älteren Beständen. Die elektrische Gebläseanlage ist auf dem Dachboden über der Orgel aufgestellt, und der Wind gelangt über flexible Rohre in den Regulierbalg unter der Windlade. Die Intonation, die Orgelbaumeister Dentler selber ausführte, ist zurückhaltend, aber für die Zeit erstaunlich weich und rund; die Disposition erweist sich für die wenigen Register recht vielseitig.

Der Spieltisch ist an der rechten Gehäuseseite angebaut. Die teilweise sehr schwergängigen Registerzüge sind in einer Reihe über dem oberen Manual angelegt. Dabei entspricht die Reihenfolge der Züge der Registeraufstellung auf der Lade. Die Windladen nach dem System der Schleiflade sind über mechanische Spiel- und Registertraktur zu bedienen.

Disposition

I. Manual                  C – g³

II. Manual                 C – g³

Pedal                        C – f¹

Rohrflöte                          8’

Praestant                         4’

Mixtur 4f.                     11/3

Manualkoppel II/I

Gedackt                           8’

Quintade                          4’

Oktav                               2’

Pedalkoppel I

Pedalkoppel II

Subbaß                          16’

Bildergalerie

Literatur

Friedhelm Bender, Die Orgeln des ehemaligen Kreises Wittgenstein, Examensarbeit, Siegen 1976, S. 140-144

Johannes Burkardt u. a. (Hg.), Die Kirchen des Kirchenkreises Wittgenstein in Wort und Bild, Bad Fredeburg 2001, S. 107

Gabriel Isenberg, Vom Banat über Oberfranken nach Siegen: Der Orgelbaumeister Hans Dentler (1914-1981), in: Siegerland Bd. 88 2/2011

© Gabriel Isenberg, 2002 / 2003

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