Neudenstein (Črni grad)

Katholische Filialkirche Sankt Ulrich

Neudenstein • A-9100 Völkermarkt

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Kirche

Oberhalb des Völkermarkter Stausees liegt die kleine Siedlung Neudenstein. Die dortige Kirche ist ein einfacher Bau aus dem 17. Jahrhundert (im Kern gotisch) mit einem südlichen Anbau aus dem 19. Jahrhundert. Der gotische Ostturm trägt einen barocken Zwiebelhelm. Die Einrichtung ist weitgehend barock (um 1670). 1985 wurde die Kirche restauriert.

Orgel

Das kleine Orgelpositiv in der Neudensteiner Kirche stammt aus der Pfarrkirche St. Rupert und Virgil in Außerteuchen (→ Nr. 203) und kam erst 1895 nach Neudenstein. Die Unterseite der Windladenplatte ist mit beschriebenem Briefpapier aus Pergament abgedichtet, auf dem sich der Name des Orgelmachers E. Prozer in Villach befindet. Auch die Bauweise des Instruments lässt Protzer als Erbauer sehr wahrscheinlich erscheinen. Protzer baute 1759 in Zedlitzdorf in der Nähe von Außerteuchen eine neue Orgel; vielleicht entstand das Außerteuchener Instrument etwa um die gleiche Zeit, also um 1760.

Die Übertragung nach Neudenstein und die Renovierung des Instrumentes führte Franz Grafenauer (Egg) 1895 aus. Die Inschrift „K. Klein gestimt“ an der Rückseite der Orgel lässt auf eine kleinere Arbeit im 19. Jahrhundert schließen (1917 war diese Inschrift auch schon vorhanden). Die 1917 zu Kriegszwecken abgelieferten Prospektpfeifen wurden offenbar später ergänzt. Die Fußbezeichnungen der Registerbeschriftungen sind in Slowenisch geschrieben, 1917 gab es offenbar keine leserlichen Registerbezeichnungen.

Die Orgel steht in der linken Ecke der Westempore hinter einem Pfeiler, so dass sie vom Kirchenraum aus kaum erkennbar ist. Das gesamte Gehäuse ist auf ein kleines Podest gesetzt. Im Unterbau ist die Balganlage untergebracht; der blau-grün und rot gestrichene Oberbau ist in der Front mit zwei Flügeltüren zu verschließen. Das Untergehäuse kragt vorne und hinten leicht vor. An der Vorderseite ist in dieser Vorkragung die Klaviatur angebracht (Stechermechanik), an der Rückseite der Hebel zur Balgbetätigung. Das Notenpult aus Metall hängt vor dem mittleren Pfeifenfeld. Links und rechts neben der Klaviatur sind Eisenhebel eingelassen, die zum Einschalten der Register nach innen geschoben werden müssen. Die Beschriftung ist auf Pergamentschildern neben den Hebeln angebracht.

Durch die defekte Windversorgung ist die Orgel nicht mehr spielbar (der Magazinbalg ist undicht). Die Orgel hat nur Wind, solange der Hebel für den Schöpfbalg gezogen wird. Klanglich und technisch ist die Orgel ansonsten in einwandfreiem Zustand (selbst die Stimmung ist gut), so dass eine Instandsetzung durchaus wünschenswert wäre!

Die mechanischen Trakturen (Stechermechanik) führen zur Windlade, die nach dem System der Schleiflade gebaut ist.

Disposition

Manual                  C/E – c³

Flauta                         8nog:

Flauta                         4nog:

Octava                       2nog:

Quinta                    11/2nog:

Octava                       1nog:

Bildergalerie

© Gabriel Isenberg, 2004

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