Krassnitz

Katholische Pfarrkirche Sankt Martin

Krassnitz • A-9341 Straßburg (Kärnten)

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Kirche

Weit in den Metnitzer Bergen nördlichen von Straßburg in Kärnten liegt die Siedlung Krassnitz. Die Pfarrkirche liegt mitten in der Ortschaft in der Nähe der alten Volksschule. Ihre Existenz ist erstmals 1131 urkundlich erwähnt. Von einem anstelle der romanischen Kirche im 15. Jahrhundert geplanten Neubau sind nur der hohe spätgotische Chor und der mächtige Südturm ausgeführt. Das dagegen in den Dimensionen bescheidene Langhaus hat noch romanische Mauern. Der barocke Hochaltar stammt von 1660, weitere Einrichtungsgegenstände entstammen dem 18. Jahrhundert.

Orgel

Über die Orgel sind kaum schriftliche Zeugnisse erhalten. Daher können weder Erbauer noch Baujahr der Orgel angegeben werden. Der technischen Anlage und der Bauweise zu Folge wurde sie im 18. Jahrhundert erbaut und stammt mit hoher Wahrscheinlichkeit von einem Grazer Orgelbauer. Die seitlich eingebaute Spielanlage („Steirermechanik“) ist einer der wichtigsten Hinweise darauf. Es ist auffällig, dass in der unmittelbaren Nachbarschaft von Krassnitz (Gurk, Straßburg) im 17./18. Jhd. auch bereits Grazer Orgelbauer tätig waren, während der steirische Einfluss in vielen anderen Gegenden Kärntens erst später einsetzte. Da die sog. Steirermechanik erst ab etwa 1720 gebaut wurde, wird auch das Krassnitzer Instrument nach diesem Jahr entstanden sein. Spuren und Hinweise am Gehäuse legen allerdings auch die Vermutung nahe, dass die Orgel ursprünglich gar nicht für die Krassnitzer Kirche gebaut und erst später hierher transferiert wurde. 1836 wird sie erstmals im Kircheninventar erwähnt.

Im Jahr 1901 wurde durch den Orgelbauer Franz Grafenauer aus Egg im Gailtal eine Renovierung durchgeführt und das Register Flöte 4’ hinzugefügt. Im Ersten Weltkrieg 1917 mussten die Zinnpfeifen des Prospektes zu Kriegszwecken abgeliefert werden. Es gibt keine Nachrichten über einen späteren Wiedereinbau. Doch müssen im Laufe des 20. Jahrhunderts neue Prospektpfeifen eingesetzt worden sein. Außerdem ist ein elektrisches Gebläse in sauberer Ausführung installiert worden.

Im oberen Teil des Orgelgehäuses, das in der Front fünf Pfeifenfelder zeigt, sind alle Manualregister untergebracht. Die Pedalpfeifen stehen in einer eigenen Holzumkleidung an der Rückwand des Gehäuses, darüber befindet sich die Balganlage. Der elektrische Gebläsemotor ist im Untergehäuse installiert.

Die Spielanlage ist in die rechte Seite der Orgel eingebaut. Die Registerhebel aus Holz sind in einer Ebene in der Nische über dem Manual angebracht, sie zeigen nach unten. Die Registernamen sind nicht angegeben. Der aus Holz gedrechselte Zug für das Pedalregister ragt rechts seitlich auf gleicher Höhe mit den Manualregisterhebeln aus der Seitenwand des Gehäuses.

Die Orgel befindet sich derzeit in einem eher schlechten Zustand, die Pfeifen sind stark verstimmt und die Spieltraktur ist sehr uneinheitlich. Auch die Registertraktur ist z. T. erheblich dereguliert. Eine Restaurierung durch die Orgelbaufirma Christian Erler ist geplant.

Die Windladen sind als Schleifladen gebaut, die Trakturen sind vollmechanisch.

Disposition

Manual

                              C/E – c³

Pedal              C/E – H, esº

[Prinzipal                         4’]

[Oktav                             2’]

[Flöte                               4’]

[Gedeckt          8’, bis cº 4’]

[Flöte                               8’]

[Bass                              8’]

Bildergalerie

Literatur

Bernhard Trebuch, Orgeln und Orgelbau im Bezirk St. Veit an der Glan, Phil. Diss., Wien 1986, S. 146-149

© Gabriel Isenberg, 2004

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