Lind ob Velden (Lipa ob Vrbi)

Katholische Pfarrkirche Sankt Martin

Martiniweg • A-9220 Velden/Wörthersee

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Kirche

Eine katholische St.-Martin-Kirche in Lind ob Velden am Wörthersee ist 1600 erstmals urkundlich erwähnt. Die heutige Kirche wurde 1843 gebaut, der Westturm stammt aus dem Jahr 1869. Der Bau zeigt gotisierende Formen. Die Altäre und übrigen Ausstattungs-Gegenstände sind alle von 1843 (teilweise unter Verwendung älterer Bestandteile).

Orgel

Der Erbauer der Orgel in Lind ob Velden ist Josef Grafenauer. Er stellte sie 1860 auf. Die bemalten Türen als Füllungen an den beiden Seitenwänden verweisen allerdings auf die Verwendung von Bestandteilen eines barocken Vorgängerinstruments. In die unbemalte Füllung der unteren Gehäusefront ist die Jahreszahl 1844 eingeritzt. Wurden Bestandteile der Orgel vielleicht schon 1844, also zusammen mit dem Kirchbau, errichtet? Slowenische Beschriftungen im Gehäuseinnern (z. B. sehr deutlich an einer Pfeife „Zunaj spodaj“, „außen unten“) bestätigen allerdings Grafenauer als Orgelbauer, der öfters slowenisch schrieb. Eine andere Inschrift im Gehäuse lautet „p. A. 1947. FOK.“ – wahrscheinlich der Hinweis auf eine Arbeit an der Orgel im Jahr 1947. In den 1980er Jahren wurde die Orgel durch Ottitsch (Ferlach) gereinigt.

Die Manualpfeifen stehen – teilweise kreuz und quer – im Orgelgehäuse. Für die Pedalpfeifen wurde ein eigener Verschlag an der Rückseite des Gehäuses angebracht. Darüber befindet sich auf einer Balkenkonstruktion zwischen Orgel und Kirchenwand die Balganlage. Die beiden seitlichen Gehäusefüllungen sind Türen mit Scharnier, auf denen die heilige Cäcilia und König David mit der Harfe abgebildet sind. Der Spieltisch steht frei vor der Orgel in der mittleren Vorwölbung der Emporenbrüstung, so dass der Organist ins Kirchenschiff blicken kann. Die Registerzüge sind in einer Reihe über dem Manual angeordnet. Ungewöhnlich für Grafenauer ist der Pedalumfang bis f°. Diese Tatsache sowie einige andere Details (z. B. ein ausgesägtes Loch in der linken Spieltischwange) lassen auf spätere Veränderungen an der Orgel (vielleicht 1947) schließen. Außerdem stimmt die Registerbeschriftung nicht immer mit der tatsächlichen Registerverteilung überein.

Der Zustand der Orgel ist miserabel. Die Windversorgung ist undicht, so dass nur noch dann gespielt werden kann, wenn der rechte Balg per Hand aufgezogen wird (eigentlich ist das Gebläse elektrifiziert). Auch die Mechanik ist teilweise funktionsunfähig. Die Pfeifen sind im Orgelgehäuse z. T. kreuz und quer durcheinandergefallen und stark verstimmt. Eine Sitzbank für den Organisten ist nicht mehr vorhanden.

Trakturen und Schleiflade sind mechanisch.

Disposition

Manual                             

                                 C – c³

Pedal      C – fº, rep. ab cº

Oktavbass *1                   8’

Doppelflöte                      8’

Flöte                                 4’

Gamba                             8’

Mixtur *2                      22/3

Prinzipal                           4’

[Subbass *3                  16’]

Subbaß *4                     16’

 

*1     Es erklingt ein offenes Holzregister 8’ im Manual.

*2     Richtig ist: Mixtur 2fach 2’.

*3     Ohne Registerzug, erklingt ständig.

*4     Die Bezeichnung ist falsch: Es erklingt Oktavbass 8’.

Bildergalerie

© Gabriel Isenberg, 2004

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