Augsdorf (Loga vas)

Katholische Pfarrkirche Maria Rosenkranzkönigin

Oberer Kirchweg • A-9220 Velden/Wörthersee

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Kirche

Die ehemalige Wehrkirche Maria Rosenkranzkönigin in Augsdorf am Wörthersee stammt aus dem 12. Jahrhundert. Die Altarweihe durch Bischof Roman I. von Gurk 1162/64 ist die erste urkundliche Nennung der Kirche. Der romanische Bau, der an drei Seiten von einem Graben umgeben ist, bestand ursprünglich aus einem Schiff mit rechteckigem Chorschluss und Flachdecke. Zur Zeit der Türkeneinfälle Ende des 15. Jahrhunderts wurde der Westturm zur Befestigung angebaut. Chor und Seitenschiffe wurden Mitte des 16. Jahrhunderts errichtet.

Orgel

Die Orgel wurde im Jahre 1904 von dem Gailtaler Orgelbauer Franz Grafenauer (Egg) gebaut. Dieser experimentierte schon in den 1890er Jahren mit der pneumatischen Steuerung und baute 1893 die erste pneumatische Orgel Kärntens. In der Augsdorfer Orgel baute er zwar die Spieltraktur-Verbindungen vom Spieltisch zur Orgel mechanisch, doch Registertraktur und Windladen sind komplett pneumatisch gebaut. Mit Hilfe der Pneumatik konnte Grafenauer hier erstmals auch eine Doppelregistratur, also quasi eine freie Kombination, bauen.

Die Prospektpfeifen mussten 1917 zu Kriegszwecken abgeliefert werden. Reparaturen sind aus den Jahren 1925, 1928, 1957 und 1974 bekannt. Orgelbau Walter Ottisch (Ludmannsdorf) führte 1985 eine Instandsetzung durch. Eine weitere Instandsetzung mit Erneuerung der Balganlage erfolgte 2008 durch Orgelbau Walter Vonbank (Triebendorf).

Durch den gemauerten Rundbogen ist der Platz auf der Empore in der Höhe sehr beschränkt. Das Orgelgehäuse ist vor den Rundbogen gesetzt, wird dahinter allerdings niedriger fortgesetzt (Windlade dort auf Emporenbodenhöhe). Hinter dem Gehäuse ist die Balganlage auf einem Gerüst unter der Emporendecke untergebracht; ein Windkanal führt auf den Dachboden. Die Gehäuseformen sind neugotisch, als Schleierbretter dienen kleine vergoldete Schnitzereien, die Orgel ist grün-rot marmoriert gestrichen. Der Spieltisch steht frei vor der Orgel mit Blick des Organisten ins Kirchenschiff und ist in die Emporenbrüstung eingebaut. Auf der Rückseite zeigt der Spieltisch einen Schauprospekt.

Die Register werden durch Züge über dem Manual betätigt. Zu jedem Register gehören je zwei Züge mit metallenen Zugköpfen: der jeweils obere Zug hat einen verzierten Zugkopf, der untere, etwas kleinere Zug, ist schlicht und ragt etwas weiter vor als der obere. Durch einen runden Schiebeknopf in der linken Klaviaturbacke kann zwischen „oberer“ und „unterer“ Registrierung gewählt werden. Der Klang der Orgel ist schön weich, die Pneumatik ist allerdings recht unpräzise.

Die Spieltraktur ist mechanisch, die Registertraktur pneumatisch mit Doppelregistratur. Die pneumatischen Windladen sind als Glasventillade nach eigener Entwicklung von Franz Grafenauer gebaut (ähnlich wie die Kegelladen).

Disposition

Manual                     C – f³

Pedal                        C – fº

Spielhilfen

Principal                   8 Fuss

Gamba                     8 Fuss

Flöte                         8 Fuss

Octave                     4 Fuss

Rohrflöte                  4 Fuss

Mixtur 3fach [ist 2f.]     22/3

Subbass                        16’

Octavbaß                        8’

[feste Koppel zum Man.]

Doppelregistratur (freie Kombination)

Bildergalerie

© Gabriel Isenberg, 2004 / 2009

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