Liesing

Katholische Pfarrkirche Sankt Nikolaus

Liesing • A-9653 Liesing (Lesachtal)

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Kirche

Im unteren Lesachtal in der Nähe des bekannten Wallfahrtsortes Maria Luggau im westlichen Kärnten liegt der Ort Liesing. Im Ort steht die barockisierte, 1962-65 regotisierend restaurierte Pfarrkirche zum heiligen Nikolaus, ein mittelgroßer Bau aus dem 15. Jahrhundert. Die Einrichtung ist zum großen Teil spätbarock.

Orgel

1903 erhielt die Kirche eine pneumatisch gesteuerte Orgel von Albert Mauracher (Salzburg) mit 10 Registern auf einem Manual und Pedal. Dieses Instrument wurde 1920 aus Platzmangel wieder abgebaut, in der Höhe gekürzt und von der Salzburger Werkstatt Cäcilia Orgelbau 1922 auf der damals neu geschaffenen oberen Empore wieder aufgestellt.

Aus musikalischen Gründen war diese beengte, akustisch ungünstige Aufstellung auf der oberen Empore sehr unbefriedigend. Dennoch hielt diese Situation über 80 Jahre an, bis eine intensive Diskussion, die neue Orgel wieder auf die untere Empore zu bauen, Erfolg zeigte. Im Zuge der Innenrestaurierung der Pfarrkirche wurde dann eine neue Orgel gebaut. Die alte Mauracher-Orgel wurde an die Benediktinerabtei auf der Insel Mjlet in Kroatien verkauft und dort wieder aufgestellt.

Die neue Orgel auf der unteren Empore in Liesing ist von der Firma Ferdinand Salomon aus Wien-Leobendorf gebaut und hat mechanische Spiel- und Registertraktur. In Anwesenheit von Kurienbischof Dr. Josef Clemens, Sekretär des Päpstlichen Rates für die Laien in Rom, wurde die Orgel am 10. Juli 2004 feierlich eingeweiht. Die Kosten für das neue Instrument, die sich auf rund 150.000 Euro belaufen, wurden von den Einwohnern der Pfarre selbst getragen.

Das Gehäuse ist in grün-roten Farbtönen gehalten. Neben dem Frontalprospekt zeigt die Orgel auch zu beiden Seiten Pfeifenprospekte. Alle Pfeifen stehen auf einer Lade. Der Principalbass 8’ im Pedal aus Kupfer stammt aus einer Konkursmasse. Die Orgel ist solide gebaut und bringt mit ihrem neobarocken Klangbild in dieser Form eine neue Façette in die Orgellandschaft von Lesachtal und Umgebung.

Die Spielanlage ist in die Gehäusefront eingebaut. Die Registerzüge sind links und rechts neben Manual und Notenpult angeordnet. Die Manualschiebekoppel wird über zwei metallene Hebel an den Klaviaturbacken bedient.

Die Orgel ist nach dem mechanischen Schleifladensystem gebaut.

Disposition

I. Solowerk              C – f³

II. Hauptwerk           C – f³

Pedal                       C – d¹

Copl maior                        8’

Copl minor                        4’

Cornettino [ab c¹]             3’

Principal                           8’

Octav                               4’

Quint                                3’

Superoctav                      2’

Quint                            11/2

Mixtur 3f.                         1’

Portun                              8’

Flöte                                 4’

Manualschiebekoppel

Subbaß                          16’

Principalbaß                     8’

Octavbaß                        4’

Pedalkoppel [zu II]

Bildergalerie

Literatur

Gabriel Isenberg und Peter Mascher, Die neue Salomon-Orgel in der katholischen Pfarrkirche Liesing im Lesachtal, in: Ars Organi 52 Jg. 4/2004, S. 238-239

© Gabriel Isenberg, 2004

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