Lieberhausen

Evangelische „Bunte Kerke“

Kirchplatz • D-51647 Gummersbach

Kirche

Die spätromanische Kirche in Lieberhausen ist ein dreischiffiger Bruchsteinbau. Im Laufe des 15. Jahrhunderts wurde dem alten Bau ein neues Querhaus mit rechteckigem Chor hinzugefügt. Charakteristisch für die Lieberhausener Kirche sind die bunten Wandmalereien, die auf das 15. Jahrhundert zurückgehen. 1589 wurde eine Großzahl von ihnen mit neuen Bildern übermalt. Zum Teil wurden diese im 17./18. Jahrhundert wieder übermalt und per Anordnung, weil die Kirche zu bunt sei, in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts einheitlich weiß übertüncht.

Aber schon bald nach der Jahrhundertwende wurde der alte Bilderschmuck restauriert und 1913 fand die Einweihung der erneuerten Kirche statt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Malereien nochmals restauriert. Andere Bunte Kirchen finden sich in der Nachbarschaft z. B. in Müllenbach, Marienhagen, Marienberghausen und Wiedenest.

Orgel

Johann Heinrich Kleine baute 1765 die erste Orgel in Lieberhausen, deren Gehäuse bis heute erhalten ist. Ursprünglich bildeten Altar, Kanzel und Orgel eine Einheit. Die Disposition umfasste 10 Register. Kleines Urenkel Daniel Roetzel baute die Orgel 1875 um, wobei die Disposition nun grundtöniger angelegt wurde (MAN Principal Disc. 8’, Gedact 8’, Violadigamba Bass und Disc. 8’, Principal 4’, Fleute traverse 4’, Gemshorn 4’, Octave 2’, Cornetti 3f., Trompete 8’).

Im Zuge der Freilegung der Wandmalereien und Umgestaltung der Kirche wurde 1913 auch eine neue Orgel gebaut, die aus der Werkstatt von Paul Faust (Barmen) stammt. Faust versetzte das alte Gehäuse in die östliche Chorwand und versah es mit einem Schweller. Der Spieltisch fand auf der gegenüberliegenden Westempore Platz, so dass die elektrischen Trakturen einen weiten Weg über den Kirchendachboden zurücklegen. Der Spieltisch steht quer zur Emporenbrüstung. Die Registerkippschalter sind in einer Reihe über dem oberen Manual angelegt. Alle Koppeln und Spielhilfen befinden sich als einrastende Druckschalter unter dem ersten Manual. Ein Schwellertritt aus Holz ist vorhanden. Interessant sind die frühen elektrischen Einrichtungen und Angaben im Spieltisch: Zwei Schilder weisen auf das Faustsche Kreiselgebläse und die Stromabnahme per Dynamo hin; neben dem Voltmeter steht das Hinweisschild „Der Accumulator darf nicht höher als 12 Volt und unter 3 Volt entladen werden.“. Orgelbau Willi Peter aus Köln restaurierte die Orgel 1990.

Mit ihrem weichen grundtönigen Klang bietet die kleine Orgel eine Vielzahl an Klangschattierungen und -farben und vermag es dennoch durch die Oktavkoppeln, im Plenoklang den Kirchenraum genügend zu füllen. Durch die räumliche Distanz zwischen Spieltisch und Orgel ergibt sich für den Organisten eine zeitliche Verzögerung in der Wahrnehmung des Gespielten.

Die Windladen sind als pneumatische Kegelladen gebaut. Die Verbindung zwischen Spieltisch und Orgel ist elektrisch.

Disposition

I. Manual                              C – f³

II. Manual                            C – f³

Pedal                                      C – d¹

1 Principal                                   8’

2 Soloflöte                                   8’

3 Dolce                                          8’

4 Octav                                           4’

5 Mixtur 3f.                           22/3

Suboctavcoppel II z. I.

Superoctavcoppel in I.

Manualcoppel II z. I.

6 Echogamba                             8’

7 L. Gedeckt                              8’

8 Aeoline                                     8’

9 Vox coelestis                        8’

10 Flauto amabile                 4’

11 Subbass                                16’

12 Stillgedeckt                      16’

Pedalcoppel z. I.

Pedalcoppel z. II.

 

Spielhilfen

Feste Kombinationen

- Druckknöpfe: Auslöser · Piano   · Mezzoforte ·   Tutti

Piano Pedal

Jalousieschweller

Voltanzeiger

  © Gabriel Isenberg, 2004

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