Wyck

Katholische Pfarrkirche Sint Martinus

Rechtstraat • NL-6221 Maastricht

Kirche

An der Stelle der heutigen Martinuskirche im Maastrichter Stadtteil Wyck am Ostufer der Maas standen schon mehrere Vorgängerbauten. Die vorige Kirche dort wurde 1794 durch die französische Besatzung schwer beschädigt. An gleicher Stelle entstand 1857/58 die heutige neugotische Pfarrkirche mit ihrem 70 Meter hohen Turm nach den Plänen des Architekten Pierre Cuypers, der hier seine erste Stadtkirche schuf. Sie wurde nach anderthalb Jahren Bauzeit am 8. Dezember 1858 feierlich eingeweiht. 1923 wurde die Sakristei angebaut, nach 1955 wurde die Kirche leicht verändert.

Orgel

In den ersten Jahren nach Errichtung der Kirche war noch keine Orgel vorhanden. Die von der Maastrichter Werkstatt Pereboom & Leijser erbaute Orgel wurde am 13. Mai 1878 feierlich eingeweiht. Fünf Register wurden aus finanziellen Gründen allerdings erst kurze Zeit später eingebaut. Der Platz auf der Empore ist beschränkt, daher mussten die Orgelbauer für die 30-Register-Orgel einiges Geschick zeigen, den Platz optimal auszunutzen. Daher sind auch der Bourdon 16’ des Positif und das komplette Récit erst ab c° gebaut.

Die einzige Arbeit an der Orgel im Laufe der Jahrzehnte war eine größere Reinigung und Reparatur um 1920, die durch die Firma Michel Pereboom & Zonen durchgeführt wurde. Der schlechte Zustand des Instrumentes machte 1989 eine gründliche Überholung durch die Werkstatt Gebr. Vermeulen (Weert) notwendig. Dabei wurde die Orgel zunächst technisch wiederhergestellt. Außerdem wurde die „Combinaison Grand Orgue“ realisiert, die Pereboom & Leijser ursprünglich schon durch die Teilung der Grand-Orgue-Windlade vorgesehen hatten (die entsprechenden Register sind unten mit * gekennzeichnet). Und die Koppel Récit an Grand Orgue wurde erneuert.

Obgleich die Orgel in ihrer Gestalt und mit dem großen freistehenden, dreimanualigen Spieltisch an französische Orgel etwas eines Cavaillé-Coll erinnert, hat sie ihren ganz eigenen Klangcharakter, der unter anderem durch die kräftigen Streicherstimmen geprägt ist (Schwebungsregister gibt es nicht).

Der Spieltisch steht frei direkt vor der Orgel und ist so ausgerichtet, dass der Organist Richtung Altar blickt. Die Registerzüge sind staffelförmig links und rechts neben den Manualen und in einer Reihe üner dem dritten Manual angeordnet. Die Zuordnung zu den Manualen ist durch die Farben der Registerzugbeschriftung kenntlich gemacht. Die Spielhilfen und Koppeln sowie der Tremulant sind als Hakentritte gebaut. Ganz rechts über den Pedalen befindet sich der Löffeltritt für die Schwellerjalousien des Récit, die allerdings nur wenig Wirkung zeigen. Wenn die Jalousien geschlossen sind, muss der Tritt eingehakt werden. Ein interessantes Detail sind die komplett metallbelegten Pedaltasten. Links neben dem Spieltisch ist in der Gehäusefront ein mechanischer Windanzeiger mit Gewicht und Faden angebracht. Der Spieltisch ist in einigen Details überholungsbedürftig, einige Beschriftungen der Fußtritte fehlen, der Montre-16’-Zug (G. O.) bewegt sich von selbst und nicht alle Töne der Koppeln funktionieren.

Die Windladen sind als Schleifladen gebaut. Alle Trakturen sind vollmechanisch, die Spieltraktur ist – vor allem im gekoppelten Zustand – ziemlich schwergängig. Die Windversorgung erfolgt über zwei Magazinbälge.

Disposition

I. Positif                                C – g³

II. Grand Orgue               C – g³

III. Récit                              c° – g³

Bourdon [ab cº]                      16

Montre                                            8

Bourdon                                          8

Montre                                        16

Bourdon*                                   16

Montre                                           8

Bourdon                                          8

Flute Harmonique                   8

Salicional                                        8

Salicional                                        8

Mélophone                                   8

Prestant                                          4

Flute                                                  4

Trompette                                     8

Bourdon                                         8

Viola di gamba                           8

Prestant                                         4

Flute Harmonique                  4

Octave*                                          2

Fourniture* [3f.]            [11/3’]

Cornet* [5f. Disk.]              [8’]

Trompette*                                 8

Clairon*                                         4

[Grand Orgue Récit]

Grand Orgue Posit.

Flageolet                                        2

Hautbois                                         8

Voix Humaine                             8

Trémolo

 

Pédale                                   C – d¹

Spielhilfen

Montre                                         16

Flute                                                  8

Quintaton                   8 [= 51/3’]

Bombarde                                   16

Grand Orgue Ped.

Pédale Séparée

[Combinaison Grand Orgue]*

[Expression]

© Gabriel Isenberg, 2005

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