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Lutterade

Kath. Pfarrkirche Sint Augustinus

NL-6161 CX Geleen | Prins de Lignestraat 33 | Karte

Kirche

Die Pfarrkirche in Lutterade (heute zur Gemeinde Geleen zugehörig) wurde 1934 fertiggestellt. Die Pläne fertigte der Architekt Jos Th. J. Cuypers (Amsterdam) zusammen mit seinem Sohn. Die expressionistische Architektur greift auf Elemente der Neugotik zurück, jedoch beeinflusst durch den Stil der sogenannten Amsterdamer Schule. Die beiden schlanken Türme prägen das Bild der Kirche.

 

Orgel

Die erste Orgel in der Dekanatskirche St. Augustinus Lutterade stammte aus der Werkstatt Th. Nöhren (Roermond). Sie wurde 1901 mit pneumatischen Trakturen gebaut und 1935 in veränderter Form in Lutterade aufgestellt. Die heutige Orgel ersetzte die Nöhren-Orgel im Jahr 1967. Sie wurde ursprünglich 1863 von François-Bernard Loret (Mechelen) für die Kirche Onze Lieve Vrouwe Onbevlekt Ontvangen in Rotterdam gebaut, finanziert wurde sie dort durch die Spende eines Gemeindemitgliedes. Die grundtönige und „pastellfarbige“ Disposition mit engen Mensuren ist bezeichnend für den damaligen Orgelbaustil. Auffallend ist der ziemlich hohe Winddruck von 90 mm WS. Für die Erleichertung der komplizierten Traktur, die durch die freie, der Orgel abgewandte Aufstellung des Spieltisches bedingt ist, baute Loret ein eigenes System von Laden und Ventilen, auf das er 1857 ein Patent bekommen hatte. Er empfand das Barkersystem als zu kompliziert.

Als die Onze-Lieve-Vrouwe-Kirche 1902 erneuert werden sollte, wechselte die Loret-Orgel 1904 ihren Standort in die 1891 erbaute St.-Ignatius-Kirche am Westzeedijk (Rotterdam). Die Firma Michaël Maarschalkerweerd & Zoon (Utrecht), die die Transferierung durchführte, musste ein neues Gehäuse fertigen, der den Blick auf das große Fenster hinter der Orgel freigab. Außerdem gab es einige Dispositionsänderungen: im Hauptmanual Voix Céleste 8’ anstatt Bazuin 16’, teilweise Erneuerung der Viola 8’, im Pedal statt Openfluit 8’ eine neue Flöte aus Zinn mit 26 Pfeifen im Prospekt und Violoncello 8’ an Stelle von Fluit 4’. Für die 20 größten Pfeifen von Open Bourdon 16’ und Viola 16’ wurden pneumatische Zusatzladen hergestellt.

1938 wurde die Disposition durch Theo Strunk (Rotterdam) geändert und die Windversorgung repariert. Nach der Erhebung der Ignatiuskirche zur Kathedrale des neuen Bistums Rotterdam wurde die Orgel 1956 durch die Firma Valckx & Van Kouteren (Rotterdam) dem Zeitgeschmack angepasst, indem mehrere Mixturregister eingesetzt wurden. Eingreifend war das Verschieben von Prinzipalen und Streichern, um weitere Mensuren zu erhalten.

Nach der Schließung und dem Abriss der Rotterdamer Ignatiuskirche gelangte die Orgel 1967 durch den Einsatz des Musikers und Komponisten Marius Monnikendam (Den Haag) in den Besitz der St.-Augustinus-Gemeinde in Geleen-Lutterade. Die Werkstatt Jos Stevens aus Duffel (Belgien) übernahm die Transferierung und Instandsetzung. Dabei passte Stevens den Prospekt den neuen Verhältnissen an.

Der schlechte technische Zustand, die zähe Spielart und das unklare Konzept ließen in den folgenden Jahrzehnten immer wieder Forderungen nach Veränderung aufkommen. So bekam die Heythuysener Firma Verschueren Orgelbouw 1990 den Auftrag zur Restaurierung des Instrumentes. Die Arbeiten dauerten bis 1992. Ausgangspunkt für die Arbeiten war die Situation von 1863 und 1904. Zahlreiche Pfeifen wurden wieder an ihren ursprünglichen Standort zurückgeführt. Als Vorbilder für die Rekonstruktion abhandengekommener Register dienten die Loret-Orgeln von Leende und Berg en Terblijt. Einige Register von 1956 wurden allerdings beibehalten und neu intoniert, die Zusatzladen wurden wieder auf pneumatischem Weg angeschlossen.

Der Spieltisch ist frei in der Mitte vor der Orgel aufgestellt, so dass der Organist ins Kirchenschiff blickt. Die Registerzüge sind terrassenförmig zu beiden Seiten der Manuale angelegt. Die beiden Koppeln sind über Fußtritte zu bedienen.

Disposition

I. HOOFDMANUAAL | C–g³

Openfluit 16'
Violon 16'
Salicionaal 8'
Prestant 8'
Bourdon 8'
Quintadena 8'
Prestant 4'
Fluit 4'
Octaaf 2'
Mixtuur 4f. [2']
Bazuin 16'
Trompet 8'
Clairon 4'
Koppel II-I

II. POSITIEF | C–g³

Bourdon 16'

Prestant 8'

Bourdon 8'

Prestant 4'

Fluit 4'

Flageolet 2'

Basson 8'

Euphone 8' [durchschl.]

Tremblant

III. ECHO | C–g³

Roerfluit 8'

Viola 4'

Veldfluit 4'

Quint 3'

Flageolet 2'

Dulciaan 8'

PEDAAL | C–d¹

Subbas 16'

Openfluit 8'

Quint 6'

Prestant 4'

Trombone 16'

Bazuin 16'

Trompet 8'

Koppel I-P


SPIELHILFEN | Calcant

SYSTEM | Pneumatisches Ladensystem von Loret

Bildergalerie

© Gabriel Isenberg | 2005

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