Waldkirch im Breisgau

Katholische Pfarrkirche Sankt Margarethen

Kirchplatz • D-79183 Waldkirch/Breisgau

Kirche

Anfang des 10. Jahrhunderts wurde an der Stelle der heutigen Margarethen-Kirche ein Frauenkloster gegründet, das König Otto III. 994 zum Reichskloster erhob. 1431 wurde es in ein Chorherrenstift umgewandelt. Das erste Gotteshaus stammte aus dem 10. Jahrhundert. Die jetzige Kirche wurde 1732-1734 von dem Vorarlberger Baumeister Peter Thumb erbaut, der u. a. auch die Birnau am Bodensee bauten. Heute ist das barocke Gotteshaus mit der kunstvollen Innenausstattung katholische Stadtkirche.

Orgel

Der erste bekannte Orgelneubau in der alten Waldkircher Margarethen-Kirche datiert um das Jahr 1530. Dieses Orgelwerk wurde vermutlich in die neue Kirche 1732/34 übertragen und 1738 mit einem neuen Gehäuse versehen. Mehrere Reparaturen sind aus den Jahren 1745/46 (Antoni Albrecht), 1776 (Josef Zipfel) und 1820 (Mathias Martin) belegt. In den Jahren 1827-30 baute die Orgelbauwerkstatt der Gebrüder Martin eine neue Orgel, die wiederum mehrmals Reparaturen unterzogen wurde: 1843 (Merklin und Schütze), 1855 (Josef Merklin), 1860/61 (Eduard Stadtmüller).

Die bis heute bestehende Orgel baute die renommierte Orgelbauwerkstatt Eberhard Friedrich Walcker (Ludwigsburg) in den Jahren 1868-69 (op. 944) mit zwei Manualen und Pedal bei mechanischen Kegelladen. Glücklicherweise führte die zunehmende Vernachlässigung des Instruments nicht zum zwischenzeitlichen Abriss. Durch den Entschluss zur Umgestaltung der Disposition durch Rückung einiger Register zugunsten eines obertönigeren Klanges blieb die Orgel nach dem Umbau durch August Späth (March-Hugstetten) 1973 erhalten.

Eine Restaurierung durch die Werkstatt Freiburger Orgelbau Hartwig Späth (March-Hugstetten) im Jahre 2003 versetzte die Orgel in den Originalzustand zurück. Damit ist die Waldkirchener Orgel eine der wenigen vollständig und gut erhaltenen Walcker-Orgeln der Mitte des 19. Jahrhunderts. Ihr Klang ist vielseitig, warm, nicht zu kräftig; sehr schön klingt auch die durchschlagende Clarinett im zweiten Manual. Der Spieltisch ist freistehend so vor der Orgel positioniert, dass der Organist ins Kirchenschiff blickt. Die Registerzüge sind links (Hauptwerk) und rechts (zweites Manual und Pedal) neben den Manualen angeordnet. Über zwei Hakentritte können zwei feste Kombinationen eingeschaltet werden.

Disposition

I. Manual                              C – f³

II. Manual                            C – f³

Pedal                                      C – d¹

Bourdon                                     16’

Principal                                        8’

Viola-di-Gamba                         8’

Gedeckt                                         8’

Hohlflöte                                      8’

Gemshorn                                    8’

Dolce                                               8’

Octav                                               4’

Rohrflöte                                      4’

Super-Octav                                2’

Cornett 5fach                            8’

Mixtur 4fach                         22/3

Trompete                                     8’

Copula II Man. zum I Man.

Prinzipal                                       8’

Lieblich-Gedeckt                    8’

Salicional                                     8’

Dolce                                              4’

Traversfloete                             4’

Gemshorn                                   4’

Clarinett                                       8’

Subbass                                       16’

Violon-Bass                               16’

Octav-Bass                                    8’

Gedeckt-Bass                              8’

Violoncelle                                  8’

Posaunen-Bass                        16’

Copula I. Man. zum Pedal.

 

Spielhilfen

Plenum-Tritt   ·   Tutti-Tritt

© Gabriel Isenberg, 2007

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