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Damme

Kath. Pfarrkirche St. Viktor

Kirchplatz • D-49401 Damme

Kirche

Schon im 9. Jahrhundert gab es eine Kirche in Damme, sie war Mutterkirche der Region. Im 13. Jahrhundert wurde eine neue gotische Kirche erbaut, eine Weihe des Gotteshauses ist für das Jahr 1435 bestätigt, die Vollendung des Chores für das Jahr 1501. Der Turm wurde nach dem Dorfbrand 1691 erneuert und erhielt dabei seine heutige Form. Die heutige Pfarrkirche St. Viktor entstand 1904/06 als Vierungskirche im neugotischen Mischstil mit zwei Westtürmen unter Einbeziehung des Turms der alten Kirche aus dem 13. Jahrhundert als drittem Turm. Die Pläne entwarf der Bremer Architekt Heinrich Flügel.

 

Vorgängerinstrumente

In der ältesten erhalten gebliebenen Dammer Kirchenrechnung von 1590 wird der früheste Hinweis auf eine Orgel in Damme gegeben, für die Einnahmen aufgeführt werden. Aus dem Jahr 1622 ist eine Kalkantenrechnung erhalten. 1651 heißt es in einem Visitationsprotokoll, die Orgel sei vollständig zerstört.

1677 bauten die Gebrüder Henrich und Johann Adam Reinking (Bielefeld) eine neue Orgel mit 12 Registern auf einem Manual mit angehängtem Pedal und Springladen. Das barocke Orgelgehäuse fertigte Andreis Chyes aus Bielefeld. Diese Orgel war in der Zeit zwischen 1681 und 1685 bei dem Orgelbauer Clauß Herman Lampe (Levern) in Pflege. Im Jahr 1707 renovierte Hinrich Klausing (Herford) die Orgel. 1731/32 führte Johann Adam Berner (Osnabrück) eine Reparatur durch, bei der u. a. Balg und Klaviatur erneuert wurden. 1748/50 baute Heinrich Wilhelm Eckmann (Quakenbrück) ein neues selbständiges Pedalwerk. Weitere Reparaturen sind aus den Jahren 1772 (Eberhard Berner, Osnabrück) und 1793 (Philipp Emmerich, Osnabrück) belegt. 1825 reinigte Friedrich Wilhelm Haupt (Burg bei Bremen) die Orgel; zwei Jahre später ließ er sich für einige Jahre als Orgelbauer in Damme nieder.

Im Jahr 1868 erweiterte der Orgelbauer Johann Bernhard Kröger (Ellenstedt) die bestehende Orgel um ein zweites Manual, ersetzte die Springladen durch Schleifladen, legte vier neue Kastenbälge an und setzte die Orgel in ein neues Gehäuse im gotischen Stil. Die Orgel hatte nun 24 Register auf zwei Manualen und Pedal.

Die Orgel wurde zunächst in die neue Pfarrkirche 1906 übertragen, 1912/13 allerdings durch einen Neubau von Rudolf Haupt (Osnabrück) mit II+P/29 bei pneumatischen Trakturen ersetzt. Bei einem größeren Umbau wurde das Orgelgehäuse 1959/60 durch Herbert Kruse (Lohne) so aufgeteilt, dass das große Westfenster komplett frei war.

 

Orgel

Die heutige Orgel baute die Orgelbaufirma Alfred Führer aus Wilhelmshaven im Jahre 1975. Die Orgel umfasst 40 Register und ein Glockenspiel auf drei Manualen und Pedal. Die Werkgliederung in Hauptwerk, Schwellwerk, Rückpositiv und Pedalwerk ist im Gehäuseaufbau klar wiederzuerkennen, womit das Instrument an die norddeutsche Barocktradition anknüpft. Die Trakturen sind gemischt (Spieltraktur mechanisch, Registertraktur elektrisch). Die Disposition – entworfen von Prof. Günter Berger – bezieht besonders im Schwellwerk französisch-romantische Elemente mit ein, was für Orgelwerke dieser Zeit noch eine Besonderheit war. Die Schnitzarbeiten am Orgelgehäuse stammen vom heimischen Künstler Ferdinand Starmann (Neuenkirchen). Der Entwurf des gesamten Prospektes ist von Dr. Josef Bohland aus Hildesheim konzipiert.

Im Jahr 2013 wurde die Orgel durch die Orgelbauwerkstatt Fleiter aus Münster gereinigt und generalüberholt. Dabei erhielt sie eine moderne elektronische Setzeranlage, im Pedal wurde die Trompete 4' zu 8' umdisponiert. Die Manualkoppeln sind nun elektrisch, wodurch auch die Koppel III-I hinzugefügt werden konnte. Unter Leitung von Eberhard Hilse wurde die Intonation überarbeitet.

Disposition

I. Rückpositiv          C – g³

II. Hauptwerk          C – g³

III. Schwellwerk     C – g³

38 Metallgedackt              8’

39 Quintade                     8’

40 Praestant                    4’

41 Blockflöte                    4’

1 Praestant                      8’

2 Koppelflöte                   8’

3 Oktave                          4’

4 Spitzflöte                      4’

24 Bordun                      16’

25 Gemshorn                   8’

26 Schwebung                8’

27 Holzgedackt                8’

42 Waldflöte                     2’

43 Quinte                     11/3

44 Sesquialtera 2fach

45 Scharff 4fach             1’

46 Franz. Krummh.          8’

47 Tremulant

S-R

5 Quinte                       22/3

6 Oktave                          2’

7 Mixtur 6fach             11/3

8 Trompete                    16’

9 Trompete                      8’

10 S–H

11 R–H

28 Prinzipal                      4’

29 Rohrflöte                     4’

30 Nasat                      22/3

31 Prinzipal                      2’

32 Terzflöte                 13/5

33 Mixtur 4-6f.               2/3

34 Bombarde                 16’

35 Tromp. harm.              8’

36 Hohe Trompete           4’

37 Tremulant

48 Glockenspiel

 

Pedal

                                 C – g³

Spielhilfen

12 Praestant                  16’

13 Subbass                   16’

14 Oktave                        8’

18 Rauschbass 5f.     22/3

19 Posaune                   16’

20 Trompete                    8’

Drei freie Kombinationen

Pleno

Auslöser

15 Gedackt                      8’

16 Hohlflöte                      4’

17 Bauernflöte                 2’

21 S–P

22 H–P

23 R–P

 

Bildergalerie (vor der Renovierung)

© Gabriel Isenberg | 2008/09, 2013

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