Zlatá Koruna (Goldenkron)

Klosterkirche Nanebevzetí Panny Marie (Mariä Himmelfahrt)

Klášter • CZ-381 01 Zlatá Koruna

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Kirche

Das Zisterzienserkloster wurde 1263 durch König Přemysl Otakar I. als „Sancta Coruna“ nach einem Dorn aus der Dornenkrone Christi gegründet. Der Bau der Klostergebäude und des Kreuzganges erfolgte zwischen ca. 1290 und dem letzten Viertel des 14. Jahrhunderts; ältester Teil ist die Hospitalkapelle der Heiligen Schutzengel aus den 1280er Jahren. Im 14. und beginnenden 15. Jahrhundert war Zlatá Koruna eines der wirtschaftlich größten Klöster Böhmens mit rund 150 Dörfern. 1420 wurde es durch die Hussiten ausgebrannt und zerstört, ab 1437 in kleinstem Rahmen wiederbesiedelt. Erst in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts erfolgte eine Wiederbelebung des Klosters, die im 3. Viertel des 18. Jahrhunderts eine barocke Umgestaltung der Klostergebäude nach sich zog. 1785 wurde das Kloster aufgelöst. In den 40er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde das Kloster anspruchsvollen Rekonstruktionen unterzogen. Die ehemalige Abtei in Zlatá Koruna zählt zu den besterhaltenen Zisterzienserklöstern in den tschechischen Landen. 1995 wurde das Klosterareal zum Nationalkulturdenkmal erklärt.

Der Bau der Klosterkirche wurde Ende des 13. Jahrhunderts begonnen, um 1325 waren Chor, Querhaus und drei Langhausjoche vollendet; die endgültige Fertigstellung geschah erst in den 1360er Jahren. Durch einen Brand 1420 stürzte das Gewölbe ein, das erst 1663-67 wieder barock aufgebaut wurde, wobei das 4. Schiff abgebrochen wurde.

Hauptorgel

Die Hauptorgel der Klosterkirche wurde in den Jahren 1698-99 von Abraham Starck mit 20 Registern auf zwei Manualen und Pedal erbaut. Franz Jüstl (Český Krumlov) veränderte die Orgel 1852; unter anderem ersetzte er die Dopula minor im Rückpositiv durch Flétna 4’. Im Jahr 1899 führte der Orgelbauer Johann Fischer aus České Budějovice eine Reparatur durch. Bei dieser Arbeit oder 1852 wurde die Stimmtonhöhe um einen Halbton tiefer gelegt und die ursprünglich im Rückpositivgehäuse angebrachten RP-Registerzüge wurden in den Spielschrank verlegt. Den größten Eingriff erfuhr das Instrument 1942/43 durch die spätromantische Umdisponierung durch Eduard und Jaroslav Hubený (Protivín). Dabei wurden auch die beiden Manuale vertauscht, Manualtasten und Magazinbalg neu angefertigt.

Im Jahre 1984 führte Vladimír Šlajch aus Borovany eine Restaurierung durch, bei der weitgehend der Originalzustand von 1699 wiederhergestellt werden konnte. Dabei konnte er auf eingelagerte kleinere Pfeifen aus den beiden Quintregistern 2 1/3’ und einer Octava 2’ sowie Pfeifen aus der ehemaligen Starck-Orgel in der ehem. Pfarrkirche St. Margaretha in Zlatá Koruna, die später nach Hodnov umgesetzt worden war, zurückgreifen. Bis auf das provisorisch eingebaute Salicional 8’ im Hauptwerk verfügt die Orgel nun also wieder über die ursprüngliche Disposition.

Der Spielschrank ist in die Front des Orgelgehäuses eingebaut. Die Registerzüge befinden sich zu deren beiden Seiten. Die Manualkoppel ist als Schiebekoppel gebaut, eine Pedalkoppel ist nicht vorhanden. Die Stimmung ist nach Werckmeister III angelegt, die Stimmtonhöhe liegt bei a¹ = 440 Hz.

Disposition

I. Hauptwerk        C/E – c³

II. Rückpositiv      C/E – c³

Pedal                    C/E – a0

Principal                           8’

Bordun.Flét.                     8’

Salicional                         8’

Octava                             4’

Quinta                          21/3

Octava                             2’

Quinta                          11/3

Mixtura (5)                       1’

[Manualschiebekoppel]

Copula m.                         8’

Principal                           4’

Flétna                               4’

Quinta                          21/3

Octava                             2’

Sesquialtera (2)           12/3

Mixtura (3)                       1’

Subbass                        16’

Violon Bass                   16’

Octav Bass                     8’

Quint Bass                       5’

S.Octav Bass                  4’

Bildergalerie

© Gabriel Isenberg, 2009

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