Gurk

Kath. Pfarr- und ehem. Domkirche Mariae Himmelfahrt

Domplatz • A-9342 Gurk

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Kirche

Das um 975 in Lieding im Gurktal bestehende Nonnenkloster wurde zwischen 1043 und 1045 durch Gräfin Hemma in Gurk neugegründet. Die Gründung des Bistums Gurk datiert auf das Jahr 1072 durch Erzbischof Gebhard von Salzburg. In der Folgezeit gab es mehrere Versuche, Unabhängigkeit von Salzburg zu erlangen, 1124 wurde das Augustiner-Domstift gegründet. Der Bischofssitz wurde Ende des 12. Jahrhunderts nach Straßburg verlegt. Nach der Vergrößerung der Diözese gingen Bistum und Domkapitel 1788 nach Klagenfurt. Die ehemalige Domkirche ist eine der bedeutendsten romanischen Kirchbauten in Österreich. Der Bau der dreischiffigen Pfeilerbasilika wurde unter Bischof Roman I. (1131-1167) begonnen, 1174 wurde die Krypta geweiht. Nach einer Bauunterbrechung 1179/80 konnte der Hochaltar 1200 geweiht werden. Dom und Stift waren vor 1220 fertiggestellt und ausgestattet. In den folgenden Jahrhunderten wurde der Bau mehreren Veränderungen unterzogen und erlitt einige Brände. Nach einer ersten Restaurierung in den Jahren 1924-33 geschah die letzte Gesamtrestaurierung 1988-92. Die Einrichtung stammt vorwiegend aus dem 17. und 18. Jahrhundert.

Chororgel

In das Chorgestühl von 1681 sind auf beiden Seiten die Gehäuse der Chororgel von 1625 integriert. Der Grazer Orgelbauer Hans Schlackwein baute das Instrument mit kurzer Oktave in das Gehäuse auf der Epistelseite ein. Das aus Symmetriegründen gebaute Gehäuse auf der Evangelienseite blieb leer und war mit einem gemalten Scheinprospekt versehen. Josef Grafenauer (Egg) baute die Chororgel um 1880 um, nachdem er Chor- und Hauptorgel (Johann Georg Eißl, Ljubljana 1779) bereits 1859 instandgesetzt hatte. Bei diesem Umbau fertigte Grafenauer alle Holzregister neu und erweiterte den Klaviaturumfang um die chromatischen Töne in der großen Oktave.

Eine durch Franz Gattringer (Wien) 1941 begonnene Restaurierung konnte nicht vollendet werden, so dass Rudolf Novak (Klagenfurt) das Instrument 1948 zunächst unverändert wieder aufstellte. Nach mehreren Gutachten wurde die alte Orgel 1983 abgetragen und durch Novak ein neues Werk in die historischen Gehäuse eingebaut.

Die beiden Manualwerke stehen nun in dem linken Gehäuse (Epistelseite), in dessen Front auch die Spielanlage eingebaut ist. Die Pfeifen des Pedalwerks sind in das rechte Gehäuse (Evangelienseite) eingebaut, dass nun auch einen richtigen Pfeifenprospekt besitzt. Die Registerzüge sind in jeweils zwei Reihen links (Manuale) und rechts (Pedal) neben dem Notenpult angeordnet. Die Koppeltritte befinden sich rechts über der Pedalklaviatur.

Schleifladen und Trakturen sind komplett mechanisch.

Disposition

I. Manual                  C – g³

II. Manual                 C – g³

Pedal                        C – f¹

1 Prinzipal                        8’

2 Rohrflöte                       8’

3 Quinte                       22/3

4 Mixtur [4fach]               2’

5 Oktav                            4’

II/I

6 Zimbel [2fach]               1’

7 Superoktav                   2’

8 Flöte                              4’

9 Prinzipal                        4’

10 Holzgedackt                8’

Tremolo

11 Bassflöte                    8’

12 Dulcian                      16’

13 Choralbass                 4’

14 Subbass                   16’

II/P

I/P

Bildergalerie

Literatur

Alois Forer, Orgeln in Österreich, Wien/München 1973, S. 200

Bernhard Trebuch, Orgeln und Orgelbau im Bezirk St. Veit an der Glan (Kärnten), Phil. Diss., Wien 1986, S. 98-104

© Gabriel Isenberg, 2004

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