Bad Laasphe

Katholische Kirche Sankt Petrus und Anna

Gartenstraße • D-57334 Bad Laasphe

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Kirche

Ab der Wende zum 20. Jahrhundert gibt es seit der Reformation erstmals wieder eine katholische Gemeinde in Bad Laasphe (Wittgenstein). Von 1923 bis 1939 war eine Kapelle im Wittgensteiner Hof eingerichtet, danach stellte die evangelische Gemeinde Räume zur Verfügung. Eine eigene Kirche konnte die katholische Gemeinde 1950 einweihen. Bald wurde dieser Bau für die stark wachsende Gemeinde zu klein, so dass 1968 der Grundstein für die neue St.-Petrus-Kirche gelegt wurde; ein Jahr später fand die Einweihung statt. Der Kirchturm konnte 1989 angebaut werden.

Orgel

Die erste Orgel baute die Paderborner Firma Anton Feith 1964. Sie hatte ein Manual, Pedal und sechs Register bei pneumatischen Kegelladen. Einige Bestandteile dieses Instruments dürften älteren Datums gewesen sein. Das Pfeifenwerk stand in einem Holzkasten ohne Prospekt auf einem Träger zwischen den beiden Eingängen, darunter an der Seite der Spieltisch. Die Kondukten für die Pneumatik verliefen an der Rückwand hoch zur Orgel.

Das abgängige Instrument konnte 1983 durch einen Neubau aus der Werkstatt Lothar Simon (Borgentreich) ersetzt werden. Diese Orgel ist mit heute 35 Registern das größte Orgelwerk des Altkreises Wittgenstein. Sie wurde am 2. Oktober 1983 eingeweiht. Zur Einweihung spielte Domorganist Helmut Peters (Paderborn). Die ursprünglich 26 Register wurden nachträglich auf 35 erweitert. Die Disposition ist nach einem Entwurf von Pfarrer Franz Tiwi angelegt.

Die Orgel mit Windladen und Pfeifenwerk „schwebt“ auf einem Stahlträger zwischen den beiden Kircheneingängen an der Rückwand des Kirchenschiffes. Die sieben Pfeifenfelder des Prospektes sind eine Anspielung auf die sieben Dächer des Kirchbaus. Unter dem Orgelgehäuse ist Platz für den Chor. Da der Pfarrer zur Zeit des Orgelbaus auch selbst die Organistentätigkeit ausführen musste, ist der Spieltisch unmittelbar neben dem Altarraum platziert, so dass zwischen Spieltisch und Orgel eine Entfernung von über 10 Metern besteht.

Nach einer Aufteilung der Mixtur in Superoktave und Mixtur 4-fach Anfang der neunziger Jahre besitzt die Orgel heute 35 Register inklusive einem Glockenspiel (cº bis f²) und 2116 Pfeifen.

Im freistehenden Spieltisch befinden sich links neben den Manualen die Register-Tasten, jeweils nach Registergruppen angeordnet. Im eingeschalteten Zustand leuchtet die entsprechende Registertaste auf. (Über einen Regler kann die Leuchtstärke der Tasten reguliert werden.) Die Tasten für die Setzerfunktionen liegen untereinander an der rechten Seite neben den Registertasten. In der linken Backe des Obermanuals ist die Abruftaste + (= Sequenzer vorwärts) eingelassen. Entsprechend in der linken Backe des Untermanuals die Taste „Sichtanzeige“; ist diese Taste gedrückt, bleibt die zuvor eingestellte Registrierung erhalten und es kann bereits während des Spiels die neue Registrierung vorbereitet werden, wird „Sichtanzeige“ ausgeschaltet, ist die vorbereitete Registrierung aktiviert. Die zwei Schalter für das Glockenspiel [an I und an II] sind neben den Pedalregistern positioniert und sind unabhängig von dem Setzersystem. Die beiden Gruppen-Tasten sowie die Kombinations-Tasten 1 bis 8 sind unter dem 1. Manual angebracht. Als Pistons sind die Kombinationen 9 bis 16 sowie die Koppeln (korrespondierend) und die beiden Abstellfunktionen vorhanden. Für die Abstellfunktionen sind über den Manualen zwei Kontrolllichter angebracht; rechts daneben die zwei Potentiometer (Geschwindigkeitsregler) für die Tremulanten.

Die Orgel ist mit Schleifladen gebaut. Die Trakturen sind elektrisch ausgeführt.

Disposition

I. Hauptwerk           C – g³

II. Schwellwerk      C – g³

Pedal                        C – f¹

28 Pommer                     16’

27 Prinzipal                      8’

21 Rohrflöte                     8’

22 Salizional [ab c0]         8’

26 Oktave                        4’

20 Gedeckt                      4’

25 Quinte                     22/3

24 Superoktav                 2’

14 Prinzipal                      8’

8 Holzgedeckt                 8’

9 Gamba                          8’

13 Hornprinz.                  4’

7 Koppelflöte                   4’

12 Oktave                        2’

11 Quinte                     11/3

5 Sifflöte                          1’

35 Subbaß                     16’

39 Oktavbaß                    8’

34 Gedecktbaß                8’

38 Choralbaß                   4’

29 Gemshorn                   4’

33 Rohrpfeife                  2’

37 Rauschwerk 4-fach

31 Posaune                   16’

19 Blockflöte                    2’

18 Terz                        13/5

23 Mixtur 4-f.               11/3

17 Trompete                     8’

28 [Glockenspiel aus II]

15 Tremolo

16 II - I

6 Sesquialter 2-fach [22/3’]

10 Scharff 4-fach         [1’]

4 Dulzian                       16’

3 Rohrschal.                    8’

2 Tromp.reg.                    4’

14 [Glockenspiel]

1 Tremolo

30 Holztrompete              8’

32 II - P

36 I - P

 

Spielhilfen

64faches Setzersystem (Setzer I und II, jeweils unterteilt in Gruppe I und II, diese jeweils mit 16 Komb.)

- Schalter für die Setzeranlage: Intervall Abruftaste [Sequenzer ein], Abruftaste – [Sequenzer rückwärts], Abruftaste + [Sequenzer vorwärts], Hand-Reg. [Speicher Handregistrierung], Eingabe Speicher, Setzer I [verschließbar], Löschen, Setzer II [verschließbar], Sichtanz. [Registerfessel], Gruppe I, Gruppe II, 1 - 8 [unter Man.], 9 - 16 [Pistons]

Absteller

- Zung. ab, Mixt. ab

2 Potentiometer für Tremolo I u. II

Leuchtstärke [für Registerschalter]

Bildergalerie

© Gabriel Isenberg, 2000 / 2006

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