Augustfehn, St. Johannes d. T.

Orgel von Gorgonius Kröger (Vechta), 1886.


© Gabriel Isenberg, 22.06.2020
© Gabriel Isenberg, 22.06.2020

Die mit ihrem Baujahr 1879 älteste katholische Kirche im Ammerland erhielt nur wenige Jahre nach der Fertigstellung die erste Orgel. Sie wurde von dem Orgelbauer Gorgonius Kröger aus Vechta 1886 erbaut und ist – in veränderter Form – eines der letzten erhaltenen Instrumente dieses Orgelbauers.

Die Ende Februar 1886 in Augustfehn aufgestellte Orgel hatte ursprünglich drei Register: Gambe 8', Gedackt 8' und Flöte 4'; sie kostete 600 Mark und stand zunächst ebenerdig an der rechten Seite im Kirchenschiff. Das Instrument hat keinen Pfeifenprospekt, es ist nach vorne durch zwei Holztüren mit hölzernen, halbrunden Pfeifenattrappen verschlossen.

Reparturen und Reinigungen erfolgten 1959 und 1978 (Windlade) durch die Fa. Alfred Führer (Wilhelmshaven). Bei einer weiteren Überholung durch Orgelbau Führer 1988 wurde die Orgel im Rahmen des Kirchenumbaus auf eine neue Empore über dem Haupteingang versetzt.

2007 erfolgte eine Überarbeitung und Reinigung durch die Fa. Orgelbau in Ostfriesland / Martin ter Haseborg (Uplengen). Dabei wurde die zwischenzeitlich (schon vor 1959) auf einem Zusatzstock hinzugefügte, als 1 1/3' gebaute Quinte auf 2 2/3' herabgesetzt. Gedakt 8' und Flöte 4' sind von Kröger original erhalten; die Octave 2' steht auf dem ursprünglichen Stock der Gambe 8' und wurde aus älterem Pfeifenmaterial (teilw. mit dem Stempel „Aeoline“) zusammengestellt.

Die Orgel hat einen wunderschönen, tragend-weichen, inspirierenden Klang und ist eine Besonderheit in der Orgellandschaft des Oldenburger Landes.

MANUAL | C–f³

Gedakt 8'

Flöte 4' *

Octave 2'

Quinte 2 2/3' **

PEDAL | C–d¹

angehängt


* Bezeichnung am Pfeifenwerk: Flöte travers

** Bezeichnung am Registerzug: Quinte 1 1/3'

Mechanische Schleiflade.

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 D-26689 Apen-Augustfehn | Hauptstraße 433


Quellen und Literatur: Offizialatsarchiv Vechta (B-2-6) ⋄ Vechtaer Zeitung (02.02.1886, 23.03.1886) ⋄ Fritz Schild, Orgelatlas der historischen und modernen Orgeln im Gebiet der Kath. Kirche im Oldenburger Land, 2011 (unveröff.), S .44 ⋄ Orgelsachverständigen-Unterlagen des BMO Vechta ⋄ Eigener Befund.

 

Nr. 547 | Diese Orgel habe ich am 22.06.2020 in meiner Funktion als Orgelsachverständiger besucht.

© Dr. Gabriel Isenberg | Letzte Änderung: 12.03.2023.