Reutin (Lindau)

Kath. Pfarrkirche St. Josef

Orgel: Winfried Albiez (Lindau), 1978.


Bildersammlung Gabriel Isenberg (Bildquelle unbekannt)
Bildersammlung Gabriel Isenberg (Bildquelle unbekannt)

Die katholische Pfarrkirche Sankt Josef in Reutin, einem Stadtteil von Lindau am Bodensee, ist ein großer Saalbau mit halbrunder eingezogener Apsis, gleichmäßig umzogen von niedrigen Trakten, die an der Nordseite den abgerückten Glockenturm mit dem Kirchenschiff verbinden. Der modern-romanisierende Bau wurde 1935-38 nach den Plänen des Architekten Thomas Wechs errichtet.
In der Vorgänger-Notkirche hatte die Firma Georg Friedrich Steinmeyer (Oettingen) bereits 1909 eine Orgel mit 15 Registern auf zwei Manualen und Pedal errichtet. Dieses Instrument kam 1938 in die neue Kirche und wurde 1958 durch ein Werk der Firma Gebr. Späth aus Ennetach ersetzt.
Die heutige Orgel stammt aus der ortsansässigen Werkstatt von Winfried Abiez und ist an italienischen Stilmerkmalen ausgerichtet. Etwa die Hälfte des vorhandenen Pfeifenbestands der Späth-Orgel wurde von Albiez übernommen, umgearbeitet und neu intoniert.

Die Orgel weist einige Merkmale auf, die in dem vom neobarocken Stil geprägten Orgelbau der 1970er-Jahre eine Besonderheit waren: Die geringe Gehäusetiefe begünstigt die Klangabstrahlung in den Raum; da die Windladen nach unten nur mit einer beweglichen Membran abgeschlossen sind, ergibt sich eine gut atmende Windversorgung; die von reinem F-Dur ausgehende, an Kirnberger III orientierte Stimmung und vor allem das auf dem 16’-Principal basierende vollständige Ripieno im Hauptwerk sowie die zwei Prinzipal- und Flötenschwebungs-Register prägen das in sich sehr stimmige Klangbild.

II. GRANDE ORGANO | C–g³

Principale 16’

Ottava 8’

Voce umana 8’ [ab cº]

Flauto coperto 8’

Quinta decima 4’

Flauto dolce 4’

Duo decima 2 2/3’

Vigesima seconda 2’

Flauto tedesco 2’

Flauto sexta 1 3/5’

Vigesima sexta+nona 1 1/3’

Quattro di ripieno [4f.] 2/3’

Tromba 8’

III. REC. EXPRESSIVO | C–g³

Flauto 8’

Viola 8’

Unda maris 8’ [ab cº]

Ottavo 4’

Flauto amabile 4’

Flautino 2’

Treseptnona [3f.] 1 3/5’

Decimanona 1 1/3’

Acuta [3f.] 1’

Tromba di campo 16’

Bassanello 8’

Clarino estero 4’

Tremolo

PEDALE | C–f¹

Principale 16’

Flauto major 16’

Ottava 8’

Flauto minor 8’

Tenori 4’

Quattro di ripieno [4f.] 2 2/3’

Bombardo 16’

Tromba 8’

Copula II / P

Copula III / P


I. KOPPELMANUAL: II und III an I

Mechanische Schleiflade.


Quellen und Literatur: Georg Brenninger, Orgeln in Schwaben, München 1986, S. 78, 124, 172 ⋄ Eigener Befund.

 

Nr. 55 | Diese Orgel habe ich am 04.07.1999 gespielt.

© Dr. Gabriel Isenberg | Letzte Änderung: 29.06.2023.