Neuehrenfeld (Köln)

Kath. Kirche St. Anna

Orgel: Detlef Kleuker (Brackwede), 1963; in Köln-Neuehrenfeld aufgestellt durch Siegfried Sauer (Höxter), 1989.


© Gabriel Isenberg, 15.06.2007
© Gabriel Isenberg, 15.06.2007

Von der 1907/08 nach Plänen von Adolf Nöcker errichteten neuromanischen Basilika St. Anna in Köln-Neuehrenfeld war nach den Kriegszerstörungen nur der 56 m hohe Westturm erhalten geblieben; er war nach dem Vorbild des Paderborner Domturms erbaut worden. Die nach dem Krieg neu erbaute Kirche planten die Architekten Dominikus und Gottfried Böhm als ihr letztes gemeinsames Werk. Der 1956 vollendete Bau ist als dreischiffige Hallenkirche in Betonkonstruktion konzipiert, die durch große Fensterflächen sehr hell und leicht wirkt. Der Altarbereich wurde 1973/75 umgestaltet.

Nach dem Bau der ersten Kirche Kirche wurde 1912 ein kleines Instrument mit 6 Registern und 2 Transmissionen (II/P) von der Fa. Johannes Klais in Bonn angeschafft. Diese Orgel wurde um 1930 in die neu erbaute St.-Barbara-Kirche in Ehrenfeld versetzt und kam 1965 (als Klais in St. Barbara eine neue Orgel baute) nach St. Margareta in Hoven (bei Zülpich), wo sie bis heute, durch Orgelbau Weimbs (Hellenthal) instandgesetzt, steht.

1930 baute die Kölner Fa. Ernst Seifert eine neue Multiplexorgel mit 7 Grundreihen und 35 Registern für St. Anna. Für die neue Kirche lieferte die Orgelbaufirma E. F. Walcker (Ludwigsburg) 1973/75 eine Orgel mit 13 Registern auf zwei Manualen und Pedal ersetzt.

Die heutige Orgel wurde 1963 nach einem Dispositionsentwurf von Arno Schönstedt, Detlef Kleuker und Burghard Schloemann von der Orgelbauwerkstatt Detlef Kleuker (Brackwede) für die ev. Johanniskirche in Halle (Westfalen) erbaut (Intonation: G. Christian Lobback). Dort wurde sie durch einen Neubau der Firma Heintz (Schiltach) ersetzt und gelangte so 1989 nach St. Anna Ehrenfeld, wo sie von Siegfried Sauer (Höxter) mit neuer Spielanlage aufgestellt wurde.

Das Gehäuse (Entwurf: Detelf Kleuker und Hans Leupold) zeigt an der rechten Seite ein großes Pedalpfeifenfeld mit Kupferpfeifen, hinter dem das Pedalwerk steht. Über der in die Gehäusefront eingebauten Spielanlage befindet sich das Hauptwerk. Darüber ist das Schwellwerk mit Sekuritglas-Jalousien gesetzt. Die Pedalklaviatur ist in Radialform gebaut.

I. HAUPTWERK | C–g³

Pommer 16’

Prinzipal 8’

Rohrflöte 8’

Oktave 4’

Gemshorn 4’

Sesquialtera 2 2/3’ 1 3/5’

Flachflöte 2’

Mixtur 6f. 1 1/3’

Trompete 8’

Tremulant

Koppel II–I

II. OBERWERK (SW) | C–g³

Gedackt 8’

Harfpfeife 8’

Prinzipal 4’

Rohrflöte 4’

Nasat 2 2/3’

Prinzipal 2’

Aliquot 3f. [1 3/5’, 1 1/7’, 8/9’]

Sifflöte 1 1/3’

Scharfmixt. 6f. 1’

Dulzian 16’

Schalmey 8’

Tremulant

PEDAL | C–f¹

Prinzipal 16’

Subbaß 16’

Oktave 8’

Pommer 8’

Choralbaß 4’

Nachthorn 2’

Mixtur 5f. 2 2/3’

Posaune 16’

Koppel II–P

Koppel I–P


Vier freie Kombinationen, freie Pedalkombination, Tutti, Zungenabsteller.

Schleiflade, mechanische Spieltraktur, elektrische Registertraktur.


Quellen und Literatur: Musik und Kirche 33, 1963, S. 295 f ⋄ www.kirchenkoeln.de [2006] ⋄ Eigener Befund.

 

Nr. 224 | Diese Orgel habe ich am 11.09.2004 zum ersten Mal gespielt.

© Dr. Gabriel Isenberg | Letzte Änderung: 21.08.2023