Waidegg

Katholische Filialkirche Sankt Thomas

Waidegg • A-9631 Jenig

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Kirche

Die Kirche St. Thomas in Waidegg im Gailtal ist ein frühbarocker Bau aus dem 17. Jahrhundert. Die erste urkundliche Erwähnung einer Kirche an diesem Ort datiert auf das Jahr 1485. 1940 wurde die Kirche renoviert. Die Einrichtung ist überwiegend barock.

Orgel

Laut einer verzierten Inschrift am Gehäuse wurde die Orgel im Jahr 1870 errichtet. (Eventuell gab es schon ein Vorgängerinstrument.) Ihr Erbauer ist Josef Grafenauer aus Egg bei Hermagor. Die Inschrift am Orgelgehäuse „Kaiser Ferdinand I“ mit dem österreichischem Wappen deutet nicht etwa auf ein früheres Baudatum der Orgel hin (Kaiser Ferdinand legte 1848 seine Regierungsgeschäfte ab), sondern lässt vielleicht auf eine Huldigung oder gar eine Spende des 1875 verstorbenen Ferdinand schließen.

Die Prospektpfeifen mussten 1917 zu Kriegszwecken abgeliefert werden, wurden aber später ersetzt. 1972 führte der Orgelbauer Bruno Riedl (Linz) eine Instandsetzung des Instruments durch, wobei die zwischenzeitlich entwendeten Pfeifenreihen 11/3’ und 1’ der Mixtur ergänzt wurden und die Balganlage auf dem Dachboden der Kirche elektrifiziert wurde.

Der dreigeteilte Prospekt ist in die Emporenbrüstung eingelassen und reicht bis zur Kirchendecke. Der Windkanal vom Kirchenboden verläuft rechts neben dem Gehäuse und tritt unten in die Orgel ein. Die Windlade steht etwa auf Emporenboden-Niveau.

Die Spielanlage ist an der Rückseite des erniedrigten mittleren Pfeifenfeldes angebracht. Die Registerhebel aus Holz sind in die Rückwände der beiden Außentürme eingelassen. Das Pedal ist angehängt. Für eine separate Einschaltung des Principal 8’ für den Pedalbereich (d. h. die große Oktave) ist ein zweiter Principal-Hebel mit der Angabe Coppel 8’ vorhanden, der dieses Register nur bis cº einschaltet. Die Trakturen sind vollmechanisch, die Windlade ist als Schleiflade gebaut.

Disposition

Manual                             

                                 C – c³

Pedal                       C – cº

Principal                           8’

Coppel [= Princip. bis cº]  8’

Flöte                                 8’

Flöte                                4’

Principal                           2’

Mixtur [2fach]              11/3

angehängt

Bildergalerie

Literatur

Bernhard Trebuch, Check-List der Orgeln des Bezirkes Hermagor (Kärnten), Wien 1987, S. 36

© Gabriel Isenberg, 2000 / 2007

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