Altenbochum

Katholische Pfarrkirche Liebfrauen

Liebfrauenstraße • D-44803 Bochum

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Kirche

Die neugotische Pfarrkirche in Altenbochum wurde am 24. September 1890 geweiht. Die Pläne zum Bau entwarf der Bochumer Architekt Wielers. Sie ist als Rosenkranz-Kirche geweiht, der Name Liebfrauenkirche hat sich später eingebürgert. Nachdem bei der Einweihung bereits Glocken vorhanden waren, erhielt die Kirche erst 11 Monate nach ihrer Weihe die erste Orgel. Auch die übrige Einrichtung ist aus der Erbauungszeit der Kirche erhalten.

Orgel

Die Firma Richard Ibach aus Barmen hatte 1886 eine Orgel für die Ausstellung in Antwerpen gebaut, die aber nicht rechtzeitig fertig wurde. Nachdem sie dann zeitweise in der katholischen Kirche in Barmen Aufstellung fand, wurde sie im August 1891 in der Altenbochumer Liebfrauenkirche aufgestellt. Die Orgel hatte 11 Register und war nach dem pneumatischen Hebelladensystem erbaut.

1904 kam es dann zu der Anschaffung einer für die Größe der Kirche adäquaten Orgel. Sie wurde am Osterfest 1904 eingeweiht. Das Werk stammt aus der Orgelbauanstalt Franz Eggert, Inhaber Anton Feith, in Paderborn. Die Orgel war nach dem pneumatischen Kegelladensystem gebaut und hatte 35 klingende Register auf zwei Manualen und Pedal. Da die Altenbochumer Kirche eine der ersten mit elektrischem Strom war, der von der Straßenbahn-Leitung abgezweigt wurde, konnte die Orgel auch bereits elektrisch betrieben werden. Das zweigeteilte neugotische Gehäuse, das die Firma Goldkuhle in Essen ausführte, gibt den Blick auf das Rosettenfenster frei.

Außer der Abgabe der Prospektpfeifen hatte die Orgel keine weiteren Schäden durch die beiden Weltkriege erlitten. Doch zeigte sich Anfang der 1950er Jahre die Notwendigkeit einer umfassenden Reparatur der Orgel. Die Arbeiten führte der Hattinger Orgelbauer Alfred Raupach 1954 durch. Dabei wurde die Orgel nicht nur instandgesetzt, sondern komplett neu intoniert und um 12 Register im neobarocken Sinne erweitert. Weitere Reparaturarbeiten folgten 1973. 1986 wurde das Werk abermals verändert und von Orgelbau Gebr. Stockmann (Werl) auf mechanische Schleifladen umgestellt.

Zuletzt war der Zustand aber nicht mehr zufriedenstellend, so dass der Neubau der Orgel in Angriff genommen wurde. Den Auftrag erhielt die Firma Siegfried Sauer aus Höxter. Dabei wurde die Orgel in ihrer technischen Anlage komplett neu nach dem mechanischen Schleifladensystem angelegt. Historische Bestandteile sind das Gehäuse und ein Teil des Pfeifenwerks (20 Register). Die Orgel konnte zum Pfingstfest 1998 eingeweiht werden. Die Disposition entwarfen Prof. Schlepphorst und Siegfried Sauer in Zusammenarbeit mit dem Orgelsachverständigen H. G. Boßhammer und dem Organisten J. Keller. Raphael Jürgens und Johannes Falke aus der Firma Sauer intonierten das Werk. Der Klang der Orgel ist als neoromantisch zu bezeichnen.

Im linken Gehäuseteil sind Haupt- und Schwellwerk untergebracht. Solo und Pedal stehen im Gehäuse an der rechten Seite. Der Spieltisch ist etwas schräg frei vor das linke Gehäuse gestellt. Die Registerwippen sind wie üblich links und rechts neben den Manualen angelegt. Die Spielhilfen werden über Drucktasten unter dem Manual und über Fußpistons geschaltet.

Die mechanischen Spieltrakturen sind durch den Emporenboden zu beiden Gehäuseteilen geführt. Die Registertraktur ist elektrisch.

Disposition

I. Solowerk             C – a³

II. Hauptwerk          C – a³

III. Schwellwerk     C – a³

43 Rohrflöte                     8’

44 Salicional                     8’

45 Blockflöte                    4’

46 Nasat                      22/3

47 Octavin                       2’

48 Terz                        13/5

1 Prinzipal                      16’

2 Prinzipal                        8’

3 Holzflöte                       8’

4 Gemshorn                    8’

5 Oktave                          4’

6 Rohrflöte                      4’

27 Bordun                      16’

28 Flûte harmonique        8’

29 Holzgedackt                8’

30 Gamba                        8’

31 Vox coelestis             8’

32 Prinzipal                      4’

49 Cymbal 3f.                   1’

50 Clarinette                     8’

51 Tremulant

52 III-I

53 Glockenspiel [vorber.]

54 Zimbelstern

7 Quinte                       22/3

8 Oktave                          2’

9 Cornett 5f.                    8’

10 Mixtur 5f.                    2’

11 Trompete                    8’

12 I-II

13 III-II

33 Querflöte                    4’

34 Doublette                    2’

35 Quinte                     11/3

36 Fourniture 5f.          22/3

37 Basson                     16’

38 Tromp. harmon.          8’

39 Hautbois                     8’

40 Vox humana               8’

41 Clairon                        4’

42 Tremulant

 

Pedal                        C – f¹

Spielhilfen

 

14 Prinzipalbaß              16’

15 Subbaß                     16’

16 Quinte                   102/3

17 Prinzipalbaß                8’

18 Gedackt                      8’

19 Choralbaß                   4’

20 Hintersatz 4f.          22/3

21 Posaune                    16’

22 Trompete                     8’

23 Clairon                         4’

24 I-Ped

25 II-Ped

26 III-Ped

Elektronische Setzeranlage (4x8x8)

- Sequenzer, Tutti, Nulltaster, frei einstellbares Registercrescendo

- Pistons: W. an, alle Koppeln, Sequenzer, Pleno

- drei Crescendo-Speicher

- Gruppenschalter für Sequenzer (I bis IV, abschließbar II und III-IV)

Digitalanzeigen für Schwellwerk, Setzeranlage und Registercrescendo

Bildergalerie

Literatur

Die Sauer-Orgel in der Pfarrkirche zu Bochum-Altenbochum, Festschrift, Bochum 1998

© Gabriel Isenberg, 2003

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