Klagenfurt

Katholische Stadthauptpfarrkirche Sankt Egid

Pfarrplatz • A-9020 Klagenfurt

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Kirche

An der Stelle der heutigen Stadthauptpfarrkirche stand ehemals die älteste Kirche der Kärntner Landeshauptstadt Klagenfurt (St. Marien). Der Grundstein zur heutigen Kirche St. Egid wurce 1692 durch Johann Friedrich Orsini-Rosenberg gelegt. Die Bauzeit erstreckte sich (nach zwischenzeitlichem Brand) bis 1733. Erst 1893 erhielt das schmucklose Äußere eine Fassadengestaltung durch den Wiener Architekten Friedrich Schachner. Die nördlich an die Kirche angebauten Häuser wurden 1909 abgebrochen. Die Kirche wurde im 20. Jahrhundert mehrfach restauriert, zuletzt 1969-1974.

Orgel

Die erste große Orgel für St. Egid baute 1906 der Orgelbauer Johann Kuhar (Stein bei Viktring) mit 22 Registern auf zwei Manualen und Pedal. Die heutige Orgel stammt aus der tschechischen Werkstatt Rieger-Kloss aus Krnov und ist mit ihren 57 Registern auf drei Manualen und Pedal die größte Orgel in Kärnten, sie ist das Opus 3646 der tschechischen Firma. Jan Kostera und Josef Brachtl intonierten das Instrument.

Das historisierende Gehäuse ist klar nach dem Werkprinzip aufgebaut: Rückpositiv in der Emporenbrüstung, Hauptwerk im Mittelteil des Hauptgehäuses, umrahmt von den beiden Pedaltürmen; das Schwellwerk steht in einem eigenen Gehäuse hinter der Orgel. Das neue Glockenspiel im Turm, das auch zu bestimmten Uhrzeiten eine eigene Melodie spielt, ist mit der Orgel verbunden und kann von ihrem Spieltisch aus gespielt werden. Die Spielanlage ist als Spielschrank in die Front des Hauptgehäuses eingebaut. Die mechanischen Registerzüge, die durch Elektromotoren auch von der Setzeranlage bewegt werden können, sind links und rechts neben Manualen und Notenpult nach Registergruppen geordnet. Koppeln, Kombinationen und Sequenzer können über zahlreiche Fußpistons bedient werden. Diese Funktionen können auch über die kleinen Leuchtschalter zwischen den Manualen bedient werden. Weitere Anzeigen und Schalter für die Setzeranlage befinden sich über dem dritten Manual. Durch eine MIDI-Anlage kann das Orgelspiel aufgenommen, gespeichert und von Diskette aus später wiedergegeben werden. Bereits mehrere renommierte Organisten haben ihr Spiel auf der Klagenfurter Orgel gespeichert.

Spieltraktur und Koppeln sind rein mechanisch (Koppeln III/II, I/II und III/P auch elektrisch). Die Registertraktur ist mechanisch mit integrierter elektrischer Betätigung. Die Windladen sind als Schleifladen gebaut.

Disposition

I. Rückpositiv          C – a³

II. Hauptwerk          C – a³

III. Schwellwerk     C – a³

69 Gedackt                      8’

59 Quintadena                 8’

58 Prinzipal                      4’

68 Rohrflöte                     4’

66 Sesquialtera II         22/3

57 Oktave                        2’

44 Prinzipal                    16’

43 Prinzipal                      8’

34 Hohlflöte                     8’

33 Gambe                        8’

42 Oktave                        4’

32 Spitzflöte                    4’

54 Bourdon                    16’

53 Prinzipal                      8’

64 Bourdon                      8’

83 Viola                           8’

82 Voix céleste ab cº      8’

52 Oktave                        4’

67 Blockflöte                    2’

56 Quinte                     11/3

55 Scharff IV                   1’

79 Regal                         16’

78 Sordun                        8’

77 Krummhorn                 8’

89 Tremulant RP

88 III/I

41 Quinte                     22/3

40 Superoktave               2’

31 Mixtur major V-VI       2’

30 Mixtur minor IV       11/3

20 Kornett ab fº V           8’

24 Trompete major        16’

23 Trompete minor          8’

22 Spanische Trompete  8’

21 Spanische Trompete  4’

10 Glockenspiel

Turm Glocken

13 I/II

14 III/II

63 Flûte traversière         4’

81 Viola                           4’

62 Nasard                    22/3

61 Flachflöte                    2’

60 Terz                        13/5

51 Mixtur V                  11/3

74 Trompette harm.         8’

73 Hautbois                     8’

71 Clairon                        4’

72 Voix humaine              8’

84 Tremulant SW

Cucullus

Cymbala

Rossignol

 

Pedal                        C – f¹

Spielhilfen

49 Prinzipalbass            16’

39 Subbass                   16’

38 Quintbass             102/3

Elektronische Setzeranlage mit 192 Kombinationen (16x12) und Sequenzern, auf Speicherkarte ablegbar

Feste Kombinationen (Pleno 1 und 2)

48 Oktavbass                  8’

37 Flötenbass                  8’

47 Quintbass               51/3

46 Choralbass                 4’

36 Spillflöte                      4’

35 Nachthorn                   2’

45 Rauschpfeife IV      22/3

29 Kontrafagott              32’

28 Posaune                    16’

27 Trompete                     8’

26 Schalmei                     4’

17 III/P

18 II/P

19 I/P

Crescendo-Walze

MIDI-Speicher (Remocard)

- Schalter über 3. Manual: Span. Trompete Ab (8’ und 4’) · Sequenzer auf ·   Digitalanzeige Setzer · Crescendoanzeige ·   Sequenzer ab · BL, Schlüssel ·   Grupensperre (Schlüssel) · Remocard (Schreiben, Lesen)

- Leuchtschalter unter 3. Manual: 7 bis 12 ·   III/P · Sequenzer vor

- Leuchtschalter unter 2. Manual: 1 bis 6 ·   II/P, I/II, III/II · Sequenzer vor und zurück · T

- Leuchtschalter unter 1. Manual: S · 7 bis 12 · I/P, III/I   · Sequenzer vor ·   PL1 · PL2   · AB

- Fußpistons: Crescendo ab ·   Zungen ab · Koppeln   · Pleno 1 ·   Pleno 2 · Sequenzer vor und zurück, auf und ab · 1 bis 5

Bildergalerie

© Gabriel Isenberg, 2004

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