Maastricht

Cellebroederskapel

Cellebroederstraat • NL-6211 Maastricht

Kirche

1539 stimmt das Kapitel von Sint Servaas der Errichung eines Klosters der Celliten des Augustinus-Ordens zwischen Brusselsestraat und zweiter Stadtmauer zu. Die gotische Kapelle des Celliten-Klosters (Cellebroederskapel) wurde im 16. Jahrhundert aus Mergelstein erbaut. Von dem angrenzenden Kloster ist nur noch Teil erhalten. Bis 1966 wurde die Kapelle einer umfangreichen Renovierung unterzogen. Die letzte Restaurierung fand in den Jahren 1998/99 statt. Bemerkenswert sind die filigran gestalteten Gewölbemalereien und die spätgotische Malerei vom Jüngsten Gericht an der Westwand über der Orgel.

Orgel

Bis 1969 stand in der Cellebroederskapel keine Orgel. Das heute dort aufgestellte Instrument bauten Joseph Binvignat und Lambert Houtappel aus Maastricht 1794 für die Pfarrkirche St. Monulphus & Gondulphus in Berg en Terblijt. Der Sohn des Erbauers – Adam Binvignat – reparierte die Orgel 1849. Die ursprünglich frontal eingebaute Klaviatur wurde 1852 durch die Gebr. Franssen (Horst) an die rechte Seite verlegt und bis g³ erweitert; bei diesen Arbeiten wurde vermutlich auch die Disposition verändert. Die Firma Pereboom & Leijser (Maastricht) lieferte 1879 anlässlich einer Reparatur eine neue Viola di gamba 8’. Um 1900 wurden das Clairon 4’ gegen Bourdon 16’ Diskant ausgetauscht und und der Diskant des Prestant 8’ erneuert. Außerdem wurden über dem Mittelturm stumme Prospektpfeifen angebracht, um die großen Trompetenbecher zu verdecken.

1870 baute die François Bernard Loret (Mechelen) eine neue Orgel für Berg en Terblijt. Daher wurde die alte Binvignat-Orgel auf lange Sicht nicht mehr gebraucht. So kam sie 1935 in die Pfarrkirche Sint Antonius van Padua in Maastricht-Scharn. 1962 erwarb sie die Stadt Maastricht. Nach gründlicher Restaurierung durch die Orgelbauwerkstatt Leon Verschueren (Heyt¬huysen) wurde sie schließlich 1969 in der Cellebroederskapel aufgestellt. Die mutmaßliche Originaldisposition wurde rekonstruiert, die Windversorgung komplett erneuert. Die Klaviatur wurde wieder an die Frontseite verlegt. Die gedrechselten Registerzüge befinden sich zu beiden Seiten der Spielanlage. Mit dem Zug „Vent“ wird der Orgelmotor eingeschaltet. Die Registerzüge sind nicht mit Fußtonangaben gekennzeichnet (in der untenstehenden Disposition sind diese hinzugefügt). Die Teilung der Bass/Diskant-Register liegt bei c¹/cis¹.

Trakturen und Windladen sind mechanisch gebaut.

Disposition

Manuaal                                            

                                                  C – e³

Pedal                                        C – f¹

Prestant                                      [4’]

Bourdon                                      [8’]

Nasard                                          [3’]

Tierce                                     [13/5’]

Fourniture [III]

Trompette basse                   [8’]

Cornet [III Disk.                22/3’]

Montre haute                        [8’]

Flûte                                             [4’]

Doublette                                 [2’]

Sexquialter [II]

Trompette haute                 [8’]

Tremblant

angehängt

© Gabriel Isenberg, 2005

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