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Bayreuth - Sankt Georgen

Ev.-luth. Ordenskirche (Sophienkirche)

D-95448 Bayreuth | St. Georgen 5 | Karte

Kirche

Die Bayreuther Sophienkirche wurde 1705-11 zusammen mit dem neuen Stadtteil St. Georgen errichtet. Die Pläne entwarf der fürstliche Oberbaumeister Gottfried von Gedeler. Der Turm stammt aus den Jahren 1716-18 nach Entwürfen von Johann David Räntz. Die Kirche erhielt zur Einweihung den Namen „Sophienkirche zur heiligen Dreifaltigkeit“. Daneben wurde die Kirche bereits 1705 als Ordenskapelle oder Ordenskirche des markgräflichen „ordre de la sincérité“ bezeichnet, für den die Kirche als Versammlungsort diente. Nach umfangreichen Sanierungsmaßnahmen wurde die Kirche 2002 wiedereingeweiht.

 

Orgel

Der imposante Kanzelaltar der Ordenskirche stammt genauso wie der Orgelprospekt aus der Hand des Künstlers Elias Räntz. Das Orgelwerk dazu schuf der Kulmbacher Orgelbauer Daniel Felix Streit 1714. Die Herstellungskosten von fast 900 Gulden musste auf Befehl des Markgrafen das Hospital in Bayreuth tragen, in einer Orgelinschrift wurde dessen „freie Mildtätigkeit“ gerühmt.

Im Jahre 1765 reparierte Ernst Wiegleb (Kulmbach) die Orgel. 1851 wurde das Orgelwerk durch einen Neubau von Ludwig Weineck (Bayreuth) ersetzt, das Gehäuse blieb erhalten.

Die heutige Gestalt der Orgel geht auf den großen Neubau (Opus 1580) der Orgelbauwerkstatt Steinmeyer (Oettingen) aus dem Jahre 1934 zurück. Mit dem Pedalwerk erstreckt sich nun ein Teil der Orgel fast unsichtbar bis hinunter zur Kanzelebene. Weiterhin kamen die beiden Brüstungspositive „Evangelienorgel“ (Register 21-25) und „Epistelorgel“ (Register 26-29) hinzu. Der fahrbare Spieltisch wurde auf die rechte obere Seitenempore verlagert und mit einer elektropneumatischen Traktur versehen. Die 42 Register waren auf drei Manuale und Pedal verteilt.

Im Zuge der letzten Kirchensanierung wurde die Orgel 2001 durch die Firma Deininger und Renner (Oettingen) grundgereinigt, instandgesetzt und die Spielanlage erneuert. Damit umfasst das Werk nun auch eine umfangreiche Koppelanlage.

Der Spieltisch wurde bei dieser Arbeit erneuert (neue Registertafeln etc.). Die Registerwippen sind links und rechts neben den Manualen angeordnet sowie über dem dritten Manual, dort auch die Koppelwippen. Oben rechts ist eine große Crescendo-Uhr angebracht. Unter dem ersten Manual sind die Druckknöpfe für die Setzeranlage eingelassen. Die Spielhilfen und Normalkoppeln sind außerdem über Fußpistons zu bedienen.

Klanglich vermag die Orgel nicht zu überzeugen. Bei ihrer Register- und Koppelfülle wirkt sie für den Raum mit der trockenen Akustik etwas zu aggressiv. Dafür ist die Charakteristik der meisten Einzelstimmen zu schwach ausgeprägt.

Disposition

I. HAUPTWERK | C–g³

Bordun 16'

Prinzipal 8'

Gemshorn 8'

Rohrgedeckt 8'

Oktav 4'

Spitzflöte 4'

Nachthorn 2'

Quinte 2 2/3'

Mixtur 1 1/3'

Trompete 8'

Koppel III-I

Koppel II-I

Superoktavkoppel III-I

Suboktavkoppel III-I

Suboktavkoppel II-I

II. BRÜSTUNGSPOSITIV | C–g³

Singend Gedackt 8'

Blockflöte 4'

Prästant 2'

Terz 1 3/5'

Superquint 1 1/3'

Nachthorn 1'

Cymbel 1/4'

Krummhorn 8'

Geigens Regal 4'

Tremulant

Koppel III-II

Superoktavkoppel III-II

Suboktavkoppel III-II

III. SCHWELLWERK | C–g³

Koppelflöte 8'

Quintatön 8'

Geigenprinzipal 4'

Gedeckt 4'

Waldflöte 2'

Großmixtur 2 2/3'

Sesquialter 2 2/3'

Scharf 1/2'

Fagott 16'

Oboe 8'

Superoktavkoppel III

PEDAL | C–f¹

Kontrabaß 16'

Subbaß 16'

Bordun 16'

Violon 8'

Rohrgedackt 8'

Prinzipal 4'

Rohrgedackt 4'

Choralbaß 2'

Pedalmixtur 2'

Posaune 16'

Trompete 8'

Trompete 4'

Singend Regal 2'

Tremolo

Koppel III-P

Koppel II-P

Koppel I-P

Superoktavkoppel III-P


SPIELHILFEN | Elektronische Setzeranlage (8x8x2) mit Sequenzern, Tutti und Nulltaster (abschließbar); Crescendowalze mit Uhr und Abschalter; Zg. ab; Einzelabsteller für Zungen

SYSTEM | Elektropneumatische Kegelladen

Bildergalerie

© Gabriel Isenberg | 2006

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