Beilstein

Evangelische Schlosskirche

Herborner Straße • D-35753 Greifenstein

zurück  ·  # 284  ·  weiter

Kirche

Die Schlosskirche in Beilstein (bei Greifenstein im Lahn-Dill-Kreis) wurde 1616 unter Georg von Nassau erbaut. 1979 erfolgte eine aufwendige Innenrestaurierung der Kirche. Die Schlosskirche wurde damals von dem Grafen und seiner Familie über den Schlossplatz von oben betreten. Das wieder aufgebaute Schloss mit Torhaus und die neu erbaute Zehntscheuer sind im Privatbesitz und dienen als Wohnheim für behinderte junge Leute. 2005 wurde der Kirchturm renoviert.

Orgel

Die erste Orgel in der Beilsteiner Schlosskirche war wohl ein gebrauchtes Positiv aus Dillenburg, das 1616 in Beilstein aufgestellt wurde. Im Jahre 1771 baute der Siegener Orgelbauer Johann Gottlieb Hausmann eine neue Orgel für die Schlosskirche mit 13 Registern auf einem Manual und Pedal. Als die Orgel 1779 nach vorangegangenen Kirchenarbeiten gestimmt werden musste, wurde der Orgelbauer Arnold Boos aus Niederndorf damit beauftragt. 1939 nahm der Orgelbauer Heinrich Eichhorn (Weilmünster) einige Änderungen an dem Instrument vor. Im Jahr 1959 wurde ein weiterer Klangumbau vollzogen, dabei erhielt das Werk drei neue Pedalregister.

Wegen mangelnder Qualität des Instruments wurde es 1974 durch einen Neubau der Fa. Gerald Woehl (Marburg) ersetzt. Woehl übernahm bei dem Neubau allerdings das Gehäuse, die Manuallade (für das Hauptwerk), die Pedalwindlade sowie altes Pfeifenmaterial (der genaue Anteil des ursprünglichen Materials von Hausmann kann nicht mehr genau angegeben werden). Der derzeitige Zustand des Instruments ist akzeptabel, allerdings stark verschmutzt und teilweise mit Schimmel überzogen. Eine fachgerechte Überholung und sorgfältigere Pflege der Orgel wäre angebracht.

Das Echowerk steht ohne eigenen Prospekt im Untergehäuse der Orgel. Durch Einrichtung der oberen Mittelfüllung in der Gehäusefront als Echoklappe kann die Lautstärke dieses Werkes über einen Registerzug geringfügig verändert werden. Die Hauptwerkspfeifen stehen im Obergehäuse. Dahinter sind die Pedalpfeifen in einem oben offenen eigenen Gehäuse untergebracht. Der Spieltisch ist an der linken Seite an das Unterghäuse angebaut. Die Registerzüge für die Manuale sind in zwei Reihen über dem Notenpult angeordnet; die Pedalregister werden über Züge direkt am Pedalgehäuse eingeschaltet. Die Manuale werden über eine Schiebelkoppel gekoppelt.

Disposition

I. Echo (UW)             C – d³

II. Hauptwerk          C – d³

Pedal                       C – d¹

23 Hohlpfeif                      8’

22 Flöt Disk.[1]                  8’

21 Salicional                     4’

20 Gedact                        4’

19 Waldflöt                       2’

18 Cymbal III                   1/2

17 Voxhuman                  8’

16 Tremulant I [vakant]

24 Echo I

14 Prinzipal                      8’

6 Violgamb                      8’

7 Gedact                         8’

13 Octav                         4’

8 Flöt                               4’

9 Quint                             3’

10 Octav                         2’

11 Terz                        13/5

12 Mixtur IV                     1’

5 Trompet                        8’

Manualschiebekoppel

1 Subbass                     16’

2 Violon                           8’

3 Octav                            4’

4 Posaun                       16’

15 Koppel II-P



[1]    Bis fis0 zusammen mit Hohlpfeif.

Bildergalerie

© Gabriel Isenberg, 2007

A

B

C

D

E

F

G

H

I

J

K

L

M

N

O

P

Q

R

S

T

U

V

W

X

Y

Z

++