Bremen

Evangelisch-lutherische Domkirche Sankt Petri

Domshof • D-28195 Bremen

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Kirche

Der erste Dom in Bremen wurde im Auftrag von Bishof Willehad im Jahre 787 auf einer Sanddüne erbaut und war aus Holz. Im Jahr 1041 begann man mit dem Bau des heutigen Doms. Trotz mehrmaliger verheerender Brände, Einstürzen und umfangreichen Restaurierungen hat sich das Erscheinungsbild des Doms seit 1000 Jahren im Wesentlichen kaum verändert. Die im 11. Jahrhundert begonnene Errichtung des zunächst romanischen, später gotischen Kirchenbaus dauerte knapp 200 Jahre. Im 14. Jahrhundert wurde er um eine seitliche Kapelle erweitert und im späten 16. Jahrhundert erfolgte eine Umgestaltung der Nordseite in eine spätgotische Hallenkirche. Sein heutiges Aussehen erhielt der Dom durch eine umfassende Erweiterung und Renovierung im Jahre 1888. Die Nachbearbeitung des farbigen Innenlebens der Kirche in den 1970er Jahren erfolgte in Anlehnung an mittelalterliche Vorgaben. Die kraftvollen, farbigen Glasfenster stammen ebenfalls aus dem 19. Jahrhundert. Der älteste Raum ist die knapp 1000 Jahre alte Westkrypta. Sie wurde 1066 geweiht.

„Bach-Orgel“

Mit dem Umbau der Sauer-Orgel 1939 erhielt der Bremer Dom außerdem ein dreimanualiges Instrument mit Schleifladen und mechanischer Spieltraktur zur Interpretation barocker Orgelmusik. Dieses an der Nordwand im Querschiff aufgestellte Werk, das ebenfalls von der Firma Wilhelm Sauer als Opus 1586 mit 50 Registern auf drei Manualen und Pedal erbaut wurde, bekam mit Rücksicht auf seine Bestimmung und das 26. Bachfest den Namen „Bach-Orgel“. Nach Kriegsbeschädigungen setzte ein unbekannter Orgelbauer das Werk um 1950 wieder instand.

Im Jahre 1966 wurde diese Orgel durch einen Neubau der Firma Gebr. van Vulpen (Utrecht) ersetzt. Dieses Werk, das in einem massiven Eichenholz-Gehäuse steht, wurde an der Ostwand des Nordschiffes aufgestellt und ist unverändert erhalten. Das Einweihungskonzert fand am 20. Februar 1966 mit der damaligen Domorganistin Käte van Tricht statt.

Die Werkgliederung ist am Gehäuseaufbau deutlich abzulesen. Der Spieltisch ist in den Orgelfuß eingebaut und vom Kirchenschiff aus durch das Rückpositiv verdeckt. Links (HW, RW) und rechts (BW, Ped) neben der Spielanlage sind die Registerzüge in jeweils zwei senkrechten Reihen angeordnet. Die Koppeln sind als Hakentritte gebaut. Die Temperierung ist gleichschwebend.

Disposition

I. Rugwerk              C – g³

II. Hoofdwerk         C – g³

III. Borstwerk          C – g³

Prestant                           8’

Holpijp                              8’

Roerfluit                           4’

Gemshoorn                      2’

Nasard                         11/3

Sexquialter 2st.

Scherp 4st.                      1’

Dulciaan                         16’

Kromhoorn                       8’

Tremulant

Prestant                         16’

Prestant                           8’

Roerfluit                           8’

Octaaf                             4’

Spitsfluit                          4’

Quint                            22/3

Octaaf                             2’

Mixtuur 6-8st.              11/3

Trompet                           8’

RW-HW

BW-HW

Houtgedekt                      8’

Ged. Fluit                         4’

Prestant                           2’

Siflet                                1’

Tertiaan 2st.

Cimbel 2st.

Vox Humana                    8’

Tremulant

 

Pedal                                

 

                                  C – f¹

Prestant [Tr HW]            16’

Subbas                          16’

Octaaf                              8’

Gedekt                             8’

Octaaf                              4’

Mixtuur 6st.                 22/3

Nachthoorn                     2’

Bazuin                           16’

Trompet                           8’

Schalmei                          4’

Cornet                              2’

RW-P

HW-P

BW-P

Bildergalerie

Literatur

Uwe Pape und Winfried Topp, Orgeln und Orgelbauer in Bremen, Berlin ²1998, S. 128-133

Uwe Pape (Hg.), Die Orgeln im St. Petri Dom zu Bremen, Berlin 2002, S. 124-131

© Gabriel Isenberg, 2010

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