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Hilchenbach

Ev. Stadtkirche

D-57271 Hilchenbach | Kirchplatz | Karte

Kirche

Die erste kleine St.-Veits-Kapelle in Hilchenbach wurde um 1000 errichtet und im 13. Jahrhundert abgerissen. Der spätromanische Nachfolge-Bau stand an gleicher Stelle als gewölbter Apsidensaal, er wurde im 15./16. Jahrhundert zumindest im Bereich des Chores verändert. 1660 fand eine Renovierung statt. Ein Brand verursachte 1689 schwere Schäden. 1839 wurde die Kirche abgebrochen und die heutige Stadtkirche 1844-1846 im spätklassizistischen Stil erbaut. Die große Saalkirche mit Emporen ist aus dem Bruchsteinmaterial der Vorgängerkirche nach Plänen von Oberbaurat Stühler (Nachfolger von Carl Friedrich Schinkel) errichtet, die Türme kamen 1863 hinzu. 1912 gab es Verbesserungsarbeiten, 1939 eine neue Ausmalung. 1964/65 erfolgten umfangreiche Renovierungsarbeiten.

 

Vorgängerinstrumente

Nach jahrelangen Auseinandersetzungen mit dem Konsistorium in Siegen („Hilchenbacher Orgelstreit“) baute ein unbekannter Meister 1683 die erste Orgel in der Hilchenbacher Kirche mit 10 Registern auf einem Manual. 1697 erfolgte eine größere Orgelreparatur (vermutlich Beseitigung von Brandschäden). 1713 ist eine Stimmung und weiterhin die Pflege durch den „Orgelmacher von Eckenhagen“ (offenbar Christian Nohl) bezeugt. Ab 1800 ist bekannt, dass die Bälge nicht mehr gezogen, sondern getreten wurden. Arnold Boos (Niederndorf) führte 1811 eine Reparatur durch.
Die alte Orgel wurde nicht in die neue Kirche übertragen. Es gab 1845 Neubauvorschläge von Hermann Loos (Siegen) und Johann Heinrich Brinkmann (Köln). Letzterem wurde der Auftrag für den Bau einer Orgel mit 19 Registern erteilt. Schon 1858 musste eine größere Reparatur durchgeführt werden.
Eine neue Orgel lieferte 1911/12 der Weißenfelser Orgelbauer Oskar Ladegast mit einem Werk von 31 Stimmen auf zwei Manualen und Pedal. Diese Orgel hatte pneumatische Kegelladen. Das Gehäuse hatte neugotische Formen. 1913 musste ein Zinkdach als Schutz über der Orgel angebracht werden. Die Firma Paul Faust (Schwelm) führte 1939 eine Renovierung und Umdisponierung des Werkes durch. Zehn Jahre später (1949) erfolgte ein weiterer Umbau durch die Firma Emanuel Kemper & Sohn (Lübeck). Einen grundlegenden Umbau und die Aufstellung eines neuen Spieltisches führte die Firma Carl Bürkle (Schwelm) in den Jahren 1956-58 durch, die Orgel hatte nun drei Manuale.

 

Orgel

1972 wurde die mehrfach umgebaute Ladegast-Orgel entfernt und durch einen Neubau aus der Orgelbauwerkstatt Paul Ott (Göttingen) ersetz. Das neue Instrument hat 37 Register auf drei Manualen und Pedal.
2001 wurde die Orgel durch die Orgelbauwerkstatt Hans Peter Mebold (Siegen-Breitenbach) renoviert, umdisponiert und neuintoniert. 2013 erfolgten weitere Renovierungsarbeiten durch die Fa. Willi Peter (Köln-Mülheim).
Das dunkelgrün/schwarz gefasste Gehäuse hat nach norddeutschem Vorbild zwei flankierende Pedaltürme. Im Spielschrank sind die Registerwippen für Koppeln und Pedalregister rechts, für die Manualregister links neben den Klaviaturen angebracht. Die Koppeln sind auch über Fußpistons zu bedienen. Unter dem unteren Manual befindet sich neben den Kombinationsschaltern auch eine Taste zur Bedienung des Sperrventils für die Zungenregister sowie eine weitere Taste zum Abstoßen aller Register (Auslöser). Das seltene Lochkartensystem zur Registerspeicherung wurde bei der Renovierung 2013 entfernt.

Disposition

I. RÜCKPOSITIV | C–g³

Metallgedackt 8'

Quintade 8'

Praestant 4'

Rohrflöte 4'

Nasat 2 2/3'

  (bis 2001 Waldflöte 2')

Sesquialtera 2f.

Oktave 2'

  (bis 2001 Septime 1 1/7')

Oktave 1'

Scharf 4f.

Dulzian 8'

Tremulant

II. HAUPTWERK | C–g³

Bordun 16'

  (bis 2001 Pommer 16')

Prinzipal 8'

Spillpfeife 8'

Oktave 4'

Gedackt 4'

Quinte 2 2/3'

  (bis 2001 Nasard 2 2/3')

Oktave 2'

Mixtur 5-6f.

Trompete 8'

Fagott 16'

  (bis 2001 Scharfzimbel 3f.)

Koppel III-II

Koppel I-II

III. BRUSTWERK | C–g³

(schwellbar)

Singend Gedackt 8'

Blockflöte 4'

Waldflöte 2'

  (bis 2001 Prinzipal 2')

Quinte 1 1/3'

Zimbel 3f.

Rankett 16'

Oboe 8'

  (bis 2001 Trichterregal 8')

Tremulant

PEDAL | C–f¹

Prinzipal 16'

Subbass 16'

Oktave 8'

Gemshorn 8'

Oktave 4'

Trompete 8'

  (bis 2001 Nachthorn 2')

Basssesquialter 5 1/3'

  (bis 2001 Rauschpfeife 2f.)

Mixtur 4f.

Posaune 16'

Kornett 4'

Koppel III-P

Koppel II-P

Koppel I-P


SPIELHILFEN | Seit 2013 Setzeranlage anstelle des Lochkartensystems mit sechs freien Kombinationen | Zwei feste Pedalkombinationen | Zungen ab | Auslöser

SYSTEM | Schleiflade, mechanische Spieltraktur, elektrische Registertraktur

Bildergalerie

© Gabriel Isenberg | 1996, 2013

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