Netphen

Kath. Pfarrkirche St. Martin

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Seitenweg • D-57250 Netphen

Kirche

Die alte katholische Kirche in Netphen, heute evangelische Kirche, ist in ihrem Ursprung auf karolingische Zeit zurückzuführen und dürfte damit eine der ersten Kirchen des Siegerlandes sein. In nachreformatorischer Zeit ging die Kirche an die evangelische Gemeinde über, später wurde sie simultan genutzt. Der Grundstein zur heutigen, neugotischen Pfarrkirche St. Martin wurde 1893 gelegt, zwei Jahre später konnte die Kirche eingeweiht werden.

Orgel

Die erste Orgel baute die Firma Franz Eggert (Paderborn) im Jahre 1906. Diese Orgel hatte 20 Register auf zwei Manualen und Pedal. Nachdem dieses Instrument 1966 aufgrund erheblicher Mängel beseitigt wurde, konnte im Jahre 1970 ein zweimanualiges Werk der Firma Gebr. Oberlinger aus Windesheim (25 Register) aufgestellt werden. Die Disposition entwarf Kirchenmusikdirektor Hans Königsfeld (Siegen). Die Orgel stand in der rechten Ecke der großen Westempore.

1994 wurde die Orgel von der Firma Oberlinger komplett neu konzipiert (Einweihung am 25. September 1994). Das ursprüngliche Gehäuse wurde durch einen neuen, dem neugotischen Stil der Kirche angepassten Prospekt ersetzt. Dabei wurde auch das Innenleben der Orgel neu gestaltet: Statt der gemischten Trakturen stellte man nun auf vollmechanisches Schleifladensystem um, die Anordnung der Werke wurde völlig neu gestaltet und die Disposition wurde in einigen Punkten verändert: im Schwellwerk Salicional und Vox coelestis statt Weidenpfeife 8’, im Pedal unter anderem Hinzufügung der Clarine 4’. Ende 1996 baute Oberlinger ein Setzersystem ein, das an den mechanischen Zügen im Spieltisch ansetzt; Anfang 1998 musste dieses allerdings bereits durch eine neue Anlage ersetzt werden.

Der heutige Prospekt lässt sich in drei Teile aufteilen, wobei im linken Teil das Hauptwerk (Prospekt: Prinzipal 8’), im Mittelteil das Schwellwerk (Prospekt: Prinzipal 4’ nicht schwellbar) und Spieltisch und im rechten Teil das Pedal (Prospekt: Prinzipalbaß 8’) untergebracht ist.

Neben den Manualen sind auf der linken Seite in zwei senkrechten Reihen die Koppelzüge (außen) und die Hauptwerksregister (innen), auf der rechten Seite die Züge für Schwellwerk (innen) und Pedal (außen) angebracht. Unter den Zügen der Pedalregister sind zwei Holzschalter für die Sequenzer. Unter dem 1. Manual liegen ebenfalls als Holzschalter die Tasten für die Setzeranlage (S – Registerfessel – T – A bis H – Sequenzer – 1 bis 8 – 0 für Auslöser). Unter den Koppelzügen auf der linken Seite ist ein Drehschalter für die zehn Ebenen der Setzeranlage angebracht; die gleiche Anzahl Setzerkombinationen ist nochmals abschließbar vorhanden. Über den Pedalen sind die korrespondierenden Fußtritte für die Koppeln und rechts vom Kippschweller zwei Tritte für die Sequenzer.

Spiel- und Registertrakturen sind mechanisch, die Setzeranlage greift mit Motoren in die mechanische Registratur ein. Die Windladen sind als Schleifladen gebaut.

Disposition

I. HAUPTWERK | C–g³

4 Gedacktpommer 16'

5 Principal 8'

6 Rohrflöte 8'

7 Octave 4'

8 Spitzflöte 4'

9 Nasard 2 2/3'

10 Superoctave 2'

11 Mixtur 3f. 1 1/3'

12 Trompete 8'

3 II-I

II. SCHWELLWERK | C–g³

13 Copula 8'

14 Salicional 8'

15 Vox coelestis 8'

16 Principal 4'

17 Koppelflöte 4'

18 Waldflöte 2'

19 Octave 1'

20 Sesquialter 2f.

21 Cymbel 4f. 1'

22 Krummhorn 8'

30 Tremulant SW

PEDAL | C–f¹

23 Subbaß 16'

24 Principalbaß 8'

26 Choralbaß 4'

27 Rauschpfeife 4f. 2 2/3'

28 Posaune 16'

29 Clarine 4'

1 I-Ped

2 II-Ped


SPIELHILFEN | Setzeranlage (1280 Kombinationen, mit Schlüssel), mit Sequenzer, Registerfessel, programmierbarem Tutti und Auslöser

SYSTEM | Schleiflade, mechanische Spiel- und Registertraktur, Doppelregistratur für den elektrisch eingreifenden Setzer

© Gabriel Isenberg, 1998 / 2005

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