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Kerkrade

Kath. Pfarrkirche Sint Lambertus

NL-6461 EG Kerkrade | Kerkplein | Karte

Kirche

Von der Vorgängerkirche in Kerkrade existiert nur noch der Turm aus dem 18. Jahrhundert. Die heutige, dreischiffe neoklassizistische Pseudo-Basilika stammt aus dem Jahr 1843. 1956 wurde sie an der Westseite vergrößert. Der Hochaltar stammt aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts; zwei Seitenaltäre sind Arbeiten aus dem 17. Jahrhundert.

 

Orgel

Für die alte Kirche bauten die Orgelbauer Joseph und Adam Binvignat 1828 eine einmanualige Orgel, die beim Abriss der Kerkrader Kirche in die Pfarrkirche Oirsbeek verkauft wurde, wo sie bis heute in veränderter Form existiert.
Für die neue Kirche erteilte die Gemeinde 1847 der Werkstatt Gebr. Müller in Reifferscheidt den Auftrag zum Bau einer großen Orgel. Das im Herbst 1848 geweihte Instrument ist mit seinem monumentalen 12’-Prospekt und 32 Registern eines der größten Werke der Reifferscheidter Orgelbauer.
Im Laufe der Jahre gab es einige Änderungen. So hatte man wahrscheinlich nach einigen Jahren die Trompete 8’ im Pedal eingefügt. Später wurde Fagott-Hautbois 8’ (Unterpositiv) durch Euphone 8’ ersetzt. In der folgenden Zeit verschwand auf zwielichtige Art das Pfeifenwerk von weiteren 13 Registern. Als die Kirche bei den Vergrößerungsarbeiten 1956 eine neue Empore erhielt, wurde sie zunächst ganz hinten auf der neuen Empore wieder aufgestellt. Mit dem Status als Denkmalinstrument beschloss man im Jahre 1957, eine Renovierung in Angriff zu nehmen. Bei den Arbeiten der Firma B. Pels & Zoon (Alkmaar) musste die Orgel jedoch einige schwerwiegende Eingriffe über sich ergehen lassen: Entfernung der Keilbälge, Veränderung der Windladen, Neubau eines modernen fahrbaren Spieltischs mit elektro-pneumatischer Spieltraktur auf Kosten aller alten Trakturen und Klaviaturen, Verlegung der Windlade des Unterpositivs, Umdisponierung im Sinne der Orgelbewegung.
Bald nach diesem Umbau zeigten sich allerdings immer schwerwiegendere Störungen, die letztendlich 20 Jahre später zur Unspielbarkeit führten. Daher wurde 1984 der Auftrag für eine Restaurierung an die Firma Gebr. Vermeulen (Weert) vergeben, die Arbeiten waren 1988 abgeschlossen. Die Rückführung auf den ursprünglichen Zustand der Müller-Orgel kam in vielen Teilen einer Rekonstruktion gleich. Verschiedene Gehäuseteile, die komplette Windversorgung, die Klaviaturen und Trakturen mussten neu gefertigt werden. Bei der Restaurierung der Windladen wurden die Hinzufügungen von 1957 wieder entfernt. Für die zahlreichen, neu zu fertigenden Pfeifen boten die Müller-Orgeln in Mechelen und Wijlre Vorbilder. Ein altes Zungenregister wurde zusätzlich ins Unterpositiv eingebaut. Damit erklingt die Kerkrader Orgel heute wieder in ihrem originalen, warmen und farbigen Klang.
Die Spielanlage ist an der linken Seite ins Untergehäuse eingebaut. Die Registerzüge befinden sich in drei Reihen über dem Notenpult. Die reinen Diskant-Register Fernflaut, Flauttravers, Quint (Unterpositiv) und Cornett (Hauptwerk) beginnen jeweils bei g0, für die in Bass und Diskant geteilten Stimmen liegt die Teilung bei h°/c¹.

Disposition

I. UNTERWERK | C–f³

Salicional 8'
Hohlflaut 8' B/D
Fernflaut 8' D
Flauttravers 8' D
Principal 4'
Flautino 4'
Flaut Dolce 4'
Quint 2 2/3' D
Sesquialter 2f. [2 2/3']
Octav 2'
Fagott-Hautbois 8' B/D

II. HAUPTWERK | C–f³

Principal 16'

Bourdon 16'

Octav 8'

Bourdon 8'

Offenflaut 8'

Gamba 8'

Octav 4'

Flaut 4'

Quint 2 2/3'

Superoctav 2'

Cornett 4f. [ab g°]

Mixtur 4-6f. [2']

Trompett 8' B/D

Tremulant

Manualschiebelkoppel I-II

PEDAL | C–c¹

Principal 16'

Subbaß 16'

Violon 16'

Principal 8'

Gamba 8'

Quint 5 1/3'

Octav 4'

Posaune 16'

Trompett 8'

Claron 4'

Pedalkoppel


SYSTEM | Mechanische Schleiflade

Bildergalerie

© Gabriel Isenberg | 2005

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