Noordwelle

Evangelische Corneliuskirche

Dorpsring • NL-4326 Schouwen-Duiveland

Kirche

Noordwelle ist ein kleines ca. 300 Seelen zählendes Dorf auf der niederländischen Insel Schouwen-Duiveland. Die Mauern der Corneliuskirche mitten im Ort stammen aus dem 14. Jahrhundert, der Turm wurde um 1450 erbaut. Ein bedeutendes Jahr in der Geschichte der Kirche ist das Jahr 1575, als während der Belagerung von Zierikzee die spanischen Truppen in die Noordweller Kirche flüchteten. Daraufhin setzten die Wassergeusen die Kirche in Brand und alle Spanier kamen dabei um.

1754 wurden Kirche und Turm wiederaufgebaut, der Raum unter der (heutigen) Orgelempore wurde als Schulraum („Seviot“) genutzt. 1892 wurde an die Seite des Chores ein Schulgebäude angebaut. Nach der Flutkatastrophe von 1953, bei der das Wasser fast bis zur Kirche stand, begann die Restaurierung des Gotteshauses, die 1966 abgeschlossen war.

Orgel

Erste Pläne für eine Orgel in der Corneliuskirche wurden 1865 geschmiedet. Anfänglich sollte die Orgel der römisch-katholischen Kirche in Zierikzee angekauft werden. Pläne des Utrechter Orgelbauer C. G. F. Witte befand die Kirchenvogtei für zu teuer.

Im Mai 1867 schließlich wurde der Auftrag für einen Orgelneubau an die Amsterdamer Werkstatt Flaes en Brünjes vergeben. Die Noordweller Orgel ist eines der letzten Instrumente, das die Werkstatt unter dem gemeinsamen Firmennamen baute. Sie kostete 2600 hfl und wurde am 10. Mai 1868 eingeweiht; es spielte der Organist Ezerman aus Zierikzee.

Die Orgel stand damals über der Kanzel von 1754, damit auf der gegenüberliegenden Empore kein Sitzplatz verloren ging. Die Disposition der Noordweller Orgel war identisch mit derjenigen der im gleichen Jahr gebauten Orgel der Hervormde Kerk in Beets (HW Prestant 8’, Octaaf 4’, Quint 3’, Octaaf 2’, Cornet 4st D; NW Holpijp 8’, Salicionaal 8’, Roerfluit 4’; PED angehängt).

Um das Jahr 1900 wurde das Cornet durch einen Bourdon 8’ ersetzt. Die zwölf großen Bourdon-Pfeifen aus niederländischem Pinienholz (grenenhout) wurde auf zwei pneumatische Hilfsladen gesetzt. Außerdem wurde das Salicionaal aus dem Nebenwerk ins Hauptwerk anstelle der Quinte versetzt. Das Nebenwerk erhielt als neues Register die Viool 8’.

1962 wurde im Rahmen der Kirchenrestaurierung die Orgel durch die Utrechter Orgelbauwerkstatt van Vulpen abgebaut und restauriert. Beim Wiederaufbau in der Kirche 1964 kam die Orgel nun auf die Empore über dem ehemaligen „Seviot“ gegenüber der Kanzel. Bei den Arbeiten wurde die Technik überholt, die veränderte Disposition blieb erhalten. Seit 1991 gilt die Orgel (seltsamerweise ohne das Gehäuse) als historisches Denkmal.

Der Spieltisch ist in die rechte Orgelseite integriert. Die Registerzüge liegen in einer Reihe über dem Notenpult (von links nach rechts: Koppel, HW, NW). Die Pfeifen beider Werke stehen auf einer gemeinsamen Lade. Das Pedal ist an das erste Manual angekoppelt; bei Betätigung der Manualkoppel werden beide Manuale auf das Pedal durchgekoppelt. Hinter der Orgel befindet sich die ursprüngliche Tretanlage, über die das Instrument manuell mit Wind versorgt werden kann. Der Klang der Orgel ist ausgesprochen weich und klangschön. Selbst im vollen Werk klingt die Orgel äußerst zurückhaltend.

Disposition

I. Hoofdwerk                      C – f³

II. Nevenwerk                   C – f³

Pedaal                                    C – c¹

Bourdon                               8voet

Prestant                                8voet

Octaaf                                     2voet

Saliscionaal                         8voet

Octaaf                                     4voet

Koppeling

Holpyp                                  8voet

Viool                                      8voet

Roerfluit                              4voet

angehängt

© Gabriel Isenberg, 2008

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