Deuz

Evangelische Kirche

Marburger Straße • D-57250 Netphen

Kirche

Die evangelische Kirche in Netphen-Deuz wurde nach zweijähriger Bauzeit am 10. September 1910 geweiht und 2007/08 grundlegend renoviert.

Orgel

In der neuerbauten Kirche stellte die Orgelbaufirma Faber und Greve (Salzhemmendorf) 1910 eine neue Orgel auf. Diese Orgel war mit einem von der Firma entwickelten Multiplexsystem ausgestattet, mit dem aus fünf Grundstimmen 20 Register auf zwei Manualen und Pedal gewonnen werden konnten. Die Trakturen waren pneumatisch.

Schon bald wurden Klagen über Mängel an der Funktion des Instruments laut. In den 1920er Jahren fanden mehrere Instandsetzungsarbeiten statt, bevor seit 1929 die Orgelbauwerkstatt Eberhard Friedrich Walcker (Ludwigsburg) die Pflege des Instruments übernahm. Im Jahr 1946 schrieb der Orgelbauer Paul Faust (Schwelm) bereits in einem Gutachten: „Irgendwelche Reparaturen und seien es auch die umfangreichsten und kostspieligsten haben keinerlei Wert.“

Schließlich nahm die Faust-Nachfolgefirma Carl Bürkle (Schwelm) 1956/57 einen durchgreifenden Umbau vor, bei dem der Spieltisch erneuert, das Gehäuse besser zugänglich gemacht und das bisherige Multiplexsystem durch zwölf eigenständige Register (unter Verwendung der vorhandenen Stimmen) ersetzt wurde. 1977 war eine erneute umfangreiche Überholung vonnöten. Doch auch dadurch konnte das Instrument nicht für lange Zeit in seiner Funktionalität gesichert werden.

Nach langen Überlegungen und Verhandlungen konnte mit der Aufstellung einer „neuen“ gebrauchten Orgel der leidigen Geschichte der alten Orgel schließlich ein Ende gesetzt werden: Am Pfingstsonntag 2008 fand die Einweihung des gebrauchten Instruments statt, das 1976 für die evangelische Paul-Gerhardt-Kirche in Gelsenkirchen-Ückendorf gebaut wurde. Das Werk stammt aus der Werkstatt Karl Schuke in Berlin und ist unverändert erhalten. Da die Ückendorfer Kirche geschlossen wurde, erwarb die Gemeinde Deuz das Instrument. Die Übertragung nach Deuz übernahm die Orgelbauwerkstatt Hans Peter Mebold in Siegen. Die einzige Änderung, die an dem Instrument vorgenommen wurde, war der Austausch der ursprünglichen Zimbel 1/2’ durch das Register Rohrschalmei 8’ (aus der Orgel der Talkirche in Siegen-Geisweid, ursprünglich aus der Martinikirche Siegen).

Das Gehäuse hat eine sehr geringe Tiefe. Die Pfeifen des Brustwerks stehen im mittleren Feld, die beiden Felder daneben sind mit dem Hauptwerk besetzt. Die Pedalpfeifen stehen in den Außentürmen. Die Registerzüge im Spieltisch sind links neben Klaviaturen und Notenpult angebracht. Die Koppeln sind über Fußtritte zu bedienen.

Disposition

I. Hauptwerk                     C – g³

II. Brustwerk                     C – g³

Pedal                                        C – f¹

1 Gemshorn                                8’

2 Rohrflöte                                  8’

3 Principal                                   4’

4 Octave                                        2’

5 Mixtur 4fach

II-I

8 Gedackt                                    8’

9 Nachthorn                              4’

10 Waldflöte                             2’

11 Quinte                              11/3

12 Terz                                    13/5

13 Rohrschalmei                    8’

14 Tremulant

6 Subbass                                   16’

7 Principalb.                               8’

II-P

I-P

© Gabriel Isenberg, 2008

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