Bremen

Evangelisch-lutherische Domkirche Sankt Petri

Domshof • D-28195 Bremen

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Kirche

Der erste Dom in Bremen wurde im Auftrag von Bishof Willehad im Jahre 787 auf einer Sanddüne erbaut und war aus Holz. Im Jahr 1041 begann man mit dem Bau des heutigen Doms. Trotz mehrmaliger verheerender Brände, Einstürzen und umfangreichen Restaurierungen hat sich das Erscheinungsbild des Doms seit 1000 Jahren im Wesentlichen kaum verändert. Die im 11. Jahrhundert begonnene Errichtung des zunächst romanischen, später gotischen Kirchenbaus dauerte knapp 200 Jahre. Im 14. Jahrhundert wurde er um eine seitliche Kapelle erweitert und im späten 16. Jahrhundert erfolgte eine Umgestaltung der Nordseite in eine spätgotische Hallenkirche. Sein heutiges Aussehen erhielt der Dom durch eine umfassende Erweiterung und Renovierung im Jahre 1888. Die Nachbearbeitung des farbigen Innenlebens der Kirche in den 1970er Jahren erfolgte in Anlehnung an mittelalterliche Vorgaben. Die kraftvollen, farbigen Glasfenster stammen ebenfalls aus dem 19. Jahrhundert. Der älteste Raum ist die knapp 1000 Jahre alte Westkrypta. Sie wurde 1066 geweiht.

Orgel im Hochchor

Seit 2002 steht für die musikalische Gestaltung der zahlreichen Trauungen, der Abendmahlsgottesdienste und anderer Veranstaltungen im Hohen Chor ein angemessenes Instrument zur Verfügung. Die vorhandenen Orgeln auf der Westempore und im Nordschiff konnten klanglich dort nicht den Bedürfnissen der Gemeinde genügen, ist die Sauer-Orgel doch fast 100 Meter entfernt und die „Bach-Orgel“ ihrer Aufstellung im Nordschiff wegen auf dem Hohen Chor schlecht zu hören.

Nachdem Frau Ingeborg Jacobs eine großzügige Stiftung zum Gedenken an ihren verstorbenen Mann, den Kaffeekaufmann Walther J. Jacobs, in Aussicht gestellt hatte, konnte die Gemeinde ihren lang gehegten Wunsch, eine Orgel auf dem Hohen Chor zu bauen, verwirklichen. Der Orgelbauer Kristian Wegscheider aus Dresden errichtete das einmanualige Instrument mit Pedal, das im Februar 2002 geweiht wurde.

Die Prospektfelder des Gehäuses greifen mit ihren Bögen Formen der romanischen Architektur des Hohen Chores auf und umrahmen die großen Pfeifen von Principal und Viola da Gamba. Diese stehen zum Teil auch seitlich am Gehäuse. Der Klang orientiert sich am sächsischen Orgelbau des 18. und frühen 19. Jahrhunderts in der Nachfolge der Schule Gottfried Silbermanns. Bemerkenswert sind ein breites tragfähiges Plenum und eine intensive warme Klangfülle aller Einzelregister. Gambe und Flötenregister eignen sich gut für die Begleitung von Vokal- und Instrumentalsolisten und erweitern die stilistischen Möglichkeiten für das Orgelrepertoire der Romantik. Die Stimmung der Orgel ist wohltemperiert.

Die Registerzüge befinden sich zu beiden Seiten der Spielanlage. Die Orgel hat vollmechanische Schleifladen. Bordun 16’ und Subbass für das Pedal stehen auf einer Wechselschleife.

Disposition

Manual                             

                                  C – f³

Pedal                       C – d¹

Principal                           8’

Bordun                           16’

Viola da Gamba               8’

Gedackt                           8’

Octave                             4’

Rohrflöte                         4’

Nasat                               3’

Superoctave                   2’

Mixtur 3fach                11/3

Tremulant

Subbass [aus Man.]      16’

Pedalkoppel

Bildergalerie

Literatur

Uwe Pape (Hg.), Die Orgeln im St. Petri Dom zu Bremen, Berlin 2002, S. 132-139

© Gabriel Isenberg, 2010

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