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Kohlhagen

Kath. Wallfahrtskirche Mariae Heimsuchung

D-57399 Kirchhundem-Brachthausen | Kohlhagen | Karte

Kirche

Im Jahr 1490 wurde erstmals eine Kapelle „auf dem Berge unser Lieben Frauen“ bei Brachthausen bezeugt. Die heutige, nachgotische Kirche wurde 1703/07 um den Vorgängerbau herum errichtet: ein auf quadratischem Grundriss abgesetzter Turm mit Spitzhelm (seit etwa 1809) im Westen, dem Langhaus und der eingeschnürten Chorapsis. Bedeutend ist der Hochaltar des Attendorner Künstlers Peter Sasse (um 1709).

 

Orgel

Die Orgel der Wallfahrtskirche wurde laut einer Inschrift wohl im Jahre 1745 zusammen mit der Empore erbaut. In einem Orgelbalken aus dem Innern des Instruments fand sich allerdings die eingeschnitzte Zahl 1709. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass dies ein Hinweis für ein älteres hier befindliches Instrument ist, schließlich ist für die Errichtung des Hochaltares dieselbe Jahreszahl überliefert. Und immerhin besaß die Mutterkirche Kirchhundem bereits nach 1660 auch eine Orgel. In der Kirchenbauabrechnung wird jedoch keine derartige Anschaffung aus der betreffenden Zeit erwähnt. Vielleicht handelte es sich um eine Stiftung.
Als Erbauer der bis heute existierenden Orgel von 1745 Instruments gilt Johann Henrich Kleine aus Eckenhagen. Dass der Spieltisch ursprünglich in die Rückwand der Orgel eingebaut war, bezeugen zwei Sehschlitze, die durch das Untergehäuse führen, und die erhaltenen sechzehn Registerlöcher in der Rückwand.
Das Gehäuse wurde zu Beginn des 19. Jahrhunderts durch zwei seitliche Flachfelder von je drei Pfeifen erweitert, um den originalen Klaviaturumfang von 48 Tönen (C, D – c³) auf 54 Töne (C – f³) erweitern zu können. Die Putten unter den Spitztürmen zeigen den Verlauf der originalen Auskragung des Obergehäuses an. In Verbindung mit diesem Umbau wurde wohl auch die Spielanlage an die nördliche Schmalseite verlegt.
Nach wenig zufriedenstellenden Renovierungsmaßnahmen 1952 durch Rudolf Mendel aus Brilon wurde die Orgel 1981 durch Siegfried Sauer in Höxter-Ottbergen restauriert (Wiedereinweihung am 17. Mai 1981). Die Windlade von 1745, Zusatzlade und Spieltisch um 1800, der größte Teil des Pfeifenwerkes, Balganlage und Gehäuse blieben erhalten. Die heutige Disposition geht auf eine Veränderung der Originaldisposition um 1800 zurück.
Die Registerzüge befinden sich heute entsprechend der Stellung der Register auf der Lade in einer Reihe über dem Notenpult. Die große Balganlage ist zwischen Orgelgehäuse und Kirchenrückwand über Kopfhöhe angebracht, der Hebel zur Balgbetätigung steht rechts neben der heutigen Orgelbank.

Disposition

MANUAL | C–f³

Bordun 16' (ab A)

Prinzipal 8'

Gedackt Bass 8' (bis fisº)

Gedackt Disk. 8' (ab gº)

Waldflöte 8' (ab gº)

Salizional 8' (ab gº)

Oktave 4'

Gedacktflöte 4'

Quinte 2 2/3'

Oktave 2'

Flöte 2'

Quinte 1 1/3'

Kornett 3f. 2 2/3 (ab c¹)

Mixtur 3f. 1'

Trompete 8'

(Vakantschleife)

PEDAL | C–fº

angehängt


SYSTEM | Schleiflade, mechanische Spiel- und Registertraktur

Bildergalerie

© Gabriel Isenberg | 1995, 2005

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