Villach

Katholische Pfarrkirche Heiligenkreuz (Perauer Kirche)

Ecke Ossiacher Zeile / Peraustraße • A-9500 Villach

Kirche

Der auffällige Bau der Stadtpfarr- und Wallfahrtskirche Heiligenkreuz (St. Peter) liegt an der Peraustraße direkt an der Drau. Diese spätbarocke Kirche mit Doppelturmfassade und zentralem Kuppelraum wurde 1726-38 nach einem Entwurf von Hans Eder erbaut, 1744 vollendet und 1751 geweiht. Die Vorgängerkirche St. Peter wurde 1809 abgebrochen. Die Einrichtung der sog. Perauer Kirche stammt einheitlich aus der Bauzeit.

Orgel

Schon vor 1865 war eine Orgel in der Perauer Kirche vorhanden: um 1750 erbaute Elias Protzer (Villach) eine kleine Orgel, die um ein Pedal erweitert seit 1866 in der katholischen Kirche Weißbriach steht. Der Vertrag für den Bau der heutigen Orgel mit 14 Registern wurde am 23. März 1865 zwischen dem Orgelbauer Josef Grafenauer im Gailtal und der Pfarrgemeinde St. Peter geschlossen. Der Bau wurde offenbar 1868 fertiggestellt. Grafenauer reinigte und stimmte die Orgel 1876 und fügte ein fünfzehntes Register hinzu (wahrscheinlich Salicional 8’).

Im Jahre 1906 wurde die Orgel einer gründlichen Reparatur durch Franz Grafenauer unterzogen. Bei der Gelegenheit wurde auch ein neuer Spieltisch gebaut, der nun frei vor der Orgel stand und dem Organisten den Blick ins Kirchenschiff ermöglichte. Außerdem fügte Grafenauer eine neue Pedalwindlade mit zwei Registern hinzu, was auch den Neubau eines Gebläses erforderte (vorher war das Pedal vermutlich nur angehängt).

Nachdem die Orgel nahezu unspielbar war (verstimmt, fehlende Tasten usw.), wurde sie 1967 durch Rudolf Novak in Klagenfurt instandgesetzt. Dabei wurde auch die Gebläseanlage elektrifiziert. Vermutlich wurde durch Novak auch das zweite Manual umgebaut und umdisponiert.

Angeregt durch Gabriel Isenberg führte die Orgelbauwerkstatt Bernhard Ottitsch in Reßnig bei Ferlach im Jahr 2003 eine sorgfältige Restaurierung durch, bei der u. a. die Veränderungen von 1967 rückgängig gemacht wurden und die Orgel einen neuen Zinnprospekt erhielt.

Im oberen Gehäuseteil stehen die Pfeifen des Hauptmanuals gemäß der Aufteilung des dreiachsigen Prospekts. Im Untergehäuse ist das zweite Manualwerk untergebracht, das durch kleine Öffnungen in der Gehäusefront in das Kirchenschiff spricht. Die nachträglich hinzugefügte Pedalwindlade steht auf der Höhe des ersten Manualwerks frei hinter dem Gehäuse. Dahinter ist die große Balganlage untergebracht, die auch noch mechanisch bedient werden kann. Der Spieltisch steht frei vor der Orgel. Die Manualregister-Züge liegen einer Reihe über dem Obermanual. In die beiden Klaviaturbacken des Untermanuals sind die Schieber für die Pedalregister eingelassen. Die Windladen sind als Schleifladen gebaut, die Trakturen sind vollmechanisch.

Disposition

I. Hauptwerk                     C – c³

II. Nebenwerk                 C – c³

Pedal                                       C – fº

1 Principal                                   8’

2 Flöte                                            8’

3 Salicional                                  8’

4 Octave                                        4’

5 Rohrflöte                                  4’

12 Dolce                                       4’

13 Octave                                     2’

14 Quinte                                     3’

15 Mixtur 3f.                     [11/3’]

16 Bordun                                 16’

11 Man.Koppel

6 Fugara                                        8’

7 Gedeckt                                   8’

8 Principal                                  4’

9 Quinte [1]                             11/3

10 Octave                                    2’

18 Subbass                                16’

17 Octavbass                              8’

[feste Koppel zum HW]



[1]    1967 bis 2003: Zimbel 2f. 1’.

© Gabriel Isenberg, 2001 / 2007

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