Gnesau

Katholische Pfarrkirche Sankt Leonhard

Gnesau • A-9563 Gnesau

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Kirche

Die ehemalige Wehrkirche St. Leonhard in Gnesau im oberen Gurktal stammt im Kern von vor 1213, der Turm aus dem 14. Jahrhundert (er wurde 1723 mit barockem Zwiebelhelm erhöht). Die Orgelempore mit vorgewölbter Brüstung wurde um 1780 errichtet. Die Ausstattung stammt einheitlich von 1760.

Orgel

Eine kleine Orgel war bereits vor 1841 in der Kirche vorhanden (sie wurde eventuell mit der Empore zusammen um 1780 errichtet). 1841 erstellte Anton Müller aus Klagenfurt einen Kostenvoranschlag über 530 fl. für die Errichtung einer neuen Orgel, welche am 26. Oktober 1842 kollaudiert wurde. Die Orgel erhielt 10 Register auf einem Manual und Pedal. 1913 nahm ein Orgelbauer eine Stimmung des Instrumentes vor. 1952 baute Rudolf Novak (Klagenfurt) die Orgel um: er fertigte einen neuen Spieltisch, der nun frei vor der Orgel steht (unter Verwendung der alten Klaviaturen), baute neue Windladen und ergänzte fehlende Pfeifen (u. a. im Prospekt); außerdem wurde das gesamte Gehäuse um einige Zentimeter nach hinten versetzt.
Das Gehäuse ist gelb-grün marmoriert und zeigt im Prospekt ein Pfeifenfeld mit einer W-förmigen Anordnung der Pfeifenenden. Der geschnitzte ist vergoldet. Im Untergehäuse sind noch deutliche Spuren der ursprünglich in die Front eingebauten Spielanlage zu erkennen: Die mittlere Gehäusefüllung besteht nur aus einem unbemalten Brett, links und rechts davon sind noch die Schlitze zu sehen, aus denen ursprünglich die Registerhebel ragten; daneben stehen jeweils die Registernamen mit schwarzer Farbe auf dem Gehäuse.
Der neue Novak-Spieltisch steht frei vor der Orgel, so dass der Organist in das Kirchenschiff blickt. Die Registerzüge sind in einer Reihe über dem Manual angelegt (rechts die drei Pedalzüge). Durch die zurückgesetzte Aufstellung kann die Orgel nicht so gut in den weiten, relativ niedrigen Kirchenraum sprechen; der Klang ist etwas stumpf.
Die Windladen sind als Schleifladen gebaut, die Trakturen sind vollmechanisch.

Disposition

In der Mitte sind die alten Bezeichnungen am Gehäuse angegeben.

 

Manual

          C - f³

Pedal

                                 C – cº

Prinzipal                           4’

Quint             11/3’ [ist 22/3’]

Mixtur 3fach *¹                 1’

Oktav                               2’

Flöte                                 4’

Flöte                                 8’

Gedeckt                           8’

Prinzipal.

Quint.

Mixtur.

Octaf.

Flötte.

Coppel.

Portun.

Suppaß.

Violonpaß.

Octafpaß.

 

Subbass                        16’

Oktavbass                       8’

Bassflöte                         4’

 

Ursprüngliche Aufschrift: Mixtur 2’ 2fach. Richtig ist: Mixtur 1’ 2fach.

Bildergalerie

Literatur

Wolfgang Benedikt, Die Orgeln der Bezirke Klagenfurt-Land und Feldkirchen, Phil. Diss., Wien 1985, S. 40-44

© Gabriel Isenberg, 2004

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