Vörden

Katholische Pfarrkirche Sankt Paulus Apostel

Am Burghof • D-49434 Neuenkirchen-Vörden

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Kirche

Auf dem Platz der heutigen evangelischen Kirche stand etwa seit dem 14. Jahrhundert eine Christophorus-Kapelle. Diese seit 1650 simultan genutzte Kapelle brannte 1842 mitsamt den beiden Pfarrhäusern ab. Dem Wunsch entsprechend, nun jeder Gemeinde eine eigene Kirche zu erbauen, begannen die Katholiken 1856 mit dem Bau einer Kirche auf den Grundmauern des Nordflügels der ehemaligen Stiftsburg Vörden.

Lediglich der Turm wurde noch von beiden Gemeinden genutzt. Am 19. August 1858 weihte Bischof Paulus Melchers von Osnabrück die neue katholische Kirche ein. Zweimal wurde diese Kirche erweitert: von 1884 bis 1889 wurde im Westen der neuromanische Turm angebaut, 1906 an der Ostseite der Chor mit dem Altarraum.

Orgel

Im Jahr 1866 bekam die Vördener Pauluskirche ihre erste Orgel. Sie wurde von Carl Krämer (Osnabrück) mit 16 Registern auf zwei Manualen und Pedal gebaut. Der Orgelbauer Haupt (Osnabrück) baute die Orgel 1909/10 auf pneumatische Kegelladen um und veränderte die Disposition leicht. Ein weiterer Umbau erfolgte 1948 durch Johann Caspar aus Nordenham. Und schließlich veränderte Herbert Kruse (Lohne) das Instrument 1961 und liefert einen neuen Spieltisch.

Die heutige Orgel ist ein Werk der Firma Breil aus dem Jahr 1980/81. Die Einweihung fand am 22. Februar 1981 statt. Die bereits vorgesehenen und noch freigelassenen Register Trompete 8’ (HW), Gamba 8’ (SW) und Fagott (Ped) wurden 1993 von der Erbauerfirma hinzugefügt. 1997 führte Orgelbau Breil eine Reinigung, Stimmung und Nachintonation der Vördener Orgel durch.

Hinter dem Pfeifenprospekt steht das Hauptwerk, darunter befindet sich das prospektlose Unterwerk. Durch einen schmalen Stimmgang ist das dahinterstehende Pedalwerk vom Hauptgehäuse getrennt. Der Spieltisch ist frei vor die Orgel gestellt. Die Register werden über hölzerne Kippschalter bedient. Zu jedem Kippschalter gehören je ein dunkles und ein helles Kombinationshebelchen. Die Koppeln können separat zu den Kippschaltern auch mit den Füßen geschaltet werden. Die Kombinationen sowie das Pleno sind wahlweise über Fußschalter oder Handschalter unter dem ersten Manual einzuschalten. Für die Fußkoppeln und die Kombinationen gibt es Kontrolleuchten über dem zweiten Manual.

Die Spieltraktur ist mechanisch, die Registertraktur elektrisch. Die Windladen sind als Schleifladen gebaut. Klanglich kann die Orgel die Kirche gut ausfüllen, ist aber mit ihrer herben Intonation farblich nicht so vielseitig.

Disposition

I. Hauptwerk           C – g³

II. Unterwerk          C – g³

Pedal                        C – f¹

7 Prinzipal                        8’

8 Rohrflöte                       8’

9 Oktave                          4’

10 Gedacktflöte               4’

11 Oktave                        2’

12 Mixtur 4fach            11/3

13 Trompete                     8’

14 II/I

15 Gedackt                      8’

16 Gamba                        8’

17 Blockflöte                   4’

18 Nachthorn                  2’

19 Nasat                      11/3

20 Scharff 3fach            1’

21 Schalmey                   8’

22 Tremulant

1 Subbass                     16’

2 Offenbass                    8’

3 Choralbass                   4’

4 Fagott                         16’

5 II/P

6 I/P

 

Nebenregister und Spielhilfen

Normalkoppeln über Fußschalter (vorrangig vor Handschaltung)

Handregister und zwei freie Kombinationen (A, B, C) - Auslöser (0) -   Pleno (PL)

Bildergalerie

Literatur

Winfried Schlepphorst, Der Orgelbau im westlichen Niedersachsen, Kassel u. a. 1975, S. 157f.

Gabriel Isenberg, Orgellandschaft Dammer Berge, Damme 2011, S. 49-52

© Gabriel Isenberg, 2009 / 2011

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