Mülheim a. d. Ruhr - Broich

Kath. Herz Jesu

[Orgel steht zum Verkauf]

Orgel: Orgelbau Alfred Führer (Wilhelmshaven), 2000.


© Gabriel Isenberg, 30.09.2024
© Gabriel Isenberg, 30.09.2024

Die neuromanische Herz-Jesu-Kirche an der Ulmenallee im Mülheimer Stadtteil Broich entstand in den Jahren 1889 bis 1892 nach einem Entwurf des Straßburger Dombaumeisters Franz Schmitz.

1892 installierte der Duisburger Orgelbauer Johannes Rehbock eine pneumatische Orgel mit 21 Registern, die bereits 1908 umgebaut wurde. 1940 erhielt die Kirche eine Orgel von der Fa. Fabritius in Kaiserswerth, später umgebaut durch die Fa. Seifert (Kevelaer), die aber qualitativ auf Dauer keinen Bestand hatte.

Die heutige Orgel ist eines der letzten großen Instrumente der Orgelbaufirma Alfred Führer in Wilhelmshaven aus dem Jahr 2000, entstanden unter Leitung von Orgelbaumeister Heiko Lorenz und konzeptionell entworfen von Kantor Thomas Pauschert und dem Orgelsachverständigen Werner Schepp. Das Instrument orientiert sich in Disposition, Bauweise und Klanggebung eng an Vorbildern des klassischen französischen Orgelbaus, ohne jedoch ein konkretes Instrument zu kopieren. Der Registerbestand der klassisch französischen Orgel ist vollständig vorhanden, erweitert um einige Merkmale des Orgelbaus um Callinet, Stiehr und Mockers; das Rückpositiv verfügt außerdem um eine wunderbar singende Flûte allemande.

Mit ihrer ausgefeilten, charakteristisch starken Intonation füllt sie den großen Kirchenraum und gibt dem Organisten ein großes Spektrum an Klangfarben an die Hand. Die sensiblen Trakturen erlauben ein künstlerisch hochwertiges Spiel. Die Bauweise ist komplett mechanisch. Hinter dem Hauptwerksgehäuse befindet sich, durch einen Stimmgang getrennt, das Pedalwerk. Dahinter wiederum steht der Balgkasten, der die Orgel mit ausreichendem, lebendigem Wind versorgt.

Nachdem die Herz-Jesu-Kirche am 25. Februar 2023 außer Dienst gestellt wurde, ist das weitere Schicksal des denkmalgeschützten Kirchengebäudes noch offen. Die Orgel sollte Anfang 2025 an eine Gemeinde in Portugal verkauft; das Vorhaben kam jedoch nicht zustande, sodass die Orgel weiterhin zum Verkauf steht [Stand: Anfang 2026].

I. POSITIF | C–g³
Bourdon 8'

Flûte allemande 8'

Prestant 4'

Flûte 4'

Nazard

Quarte

Tierce

Larigot

Cymbale [III]

Cromorne 8'

Tremblant doux

II. GRAND ORGUE | C–g³

Bourdon 16'

Montre 8'

Bourdon 8'

Prestant 4'

Flûte 4'

Nazard

Doublette

Tierce

Fourniture

Cornet [V, ab c¹]

Trompette 8'

Voix humaine 8'

Clairon 4' [rep. ab c²]

Tremblant fort

Manual-Schiebekoppel

PÉDALES | C–f¹

Flûte 16'

Bourdon 16' [Transm. I]

Flûte 8'

Bourdon 8'

Flûte 4'

Bombarde 16'

Trompette 8' [Transm. I]

G.O. / Ped.

Pos. / Ped.


Kombinationstritt (G.O.: Montre 8', Prestant 4', Doublette 2'; Ped. Flûtes 16'+8', Bourdon 8').

Nulltritt.

Mechanische Schleifladen.


Quellen und Literatur: zeit.punktNRW ⋄ Handbuch des Bistums Essen, Bd. 2, Essen 1973, S. 395 ⋄ Frdl. Mitteilung Prof. Werner Schepp (Mülheim) ⋄ Eigener Befund.

 

Nr. 682 | Diese Orgel habe ich am 30.09.2024 in meiner Funktion als Orgelsachverständiger besucht.

© Dr. Gabriel Isenberg | Letzte Änderung: 04.01.2026.