Orgel: Franz Grafenauer (Egg), 1908.

Südwestlich des Klopeiner Sees im Kärntner Jauntal liegt das Dorf St. Veit (slowenisch Št. Vit v Podjuni). Erstmals ukrundlich 1154 als Filiale von Eberndorf genannt, war St. Veit vermutlich schon ab dem 14. Jahrhundert eigenständige Pfarre. Die heutige Kirche wurde nach einem Brand 1760 erneuert und verlängert; der Turm stammt von 1796. Nochmals erweitert wurde die Kirche 1896. Die Einrichtung stammt vorwiegend aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
Die Orgel ist ein Werk des Orgelbauers Franz Grafenauer (Egg/Gailtal) aus dem Jahr 1908. Die im Ersten Weltkrieg für die Rüstungsindustrie abgegebenen Zinn-Prospektpfeifen wurden später aus Zink ergänzt.
Andrej Mitsche sen. (1893–1989), genannt „der blinde Organist“, war 74 Jahre lang von 1912 bis 1986 Organist in St. Veit. Er kümmerte sich sehr um das Instrument und nahm alle Arbeiten selber vor. Auf seinem Grabstein in St. Veit ist er vor „seiner“ Orgel abgebildet. Die letzte größere Arbeit an der Orgel erfolgte in den 1970er-Jahren.
Das grün gefasste, neugotische Gehäuse steht weit hinten auf der Empore und ragt bis zur Kirchendecke. Auf dem Kirchenboden ist die Gebläseanlage untergebracht. Der Prospekt zeigt zwei Pfeifenfelder. Der Spieltisch steht frei vor der Orgel mit Blick des Organisten ins Kirchenschiff. Die gedrechselten, schwarzen Registerzüge aus Holz liegen in einer Reihe über dem Manual; die Registernamen sind auf runden Emailleschildern über den Zügen angegeben. Ein Holztritt zum Einhaken befindet sich an der rechten Seiten in der Spieltischfüllung über dem Pedal; durch ihn werden auf mechanische Weise alle Register zum Tutti gezogen.
MANUAL | C–c³
Principal 8'
Flöte 8'
Rohrflöte 4'
Octave 4'
Mixtur 2f. [1 1/3']
PEDAL | C–cº
Subbass 16'
[fest ans Manual gekoppelt]
Tutti-Tritt.
Mechanische Schleiflade.
Quellen und Literatur: Frdl. Mitteilung Andreas Mitsche jun. (St. Veit), 19.08.2004 ⋄ Eigener Befund.
Nr. 195 | Diese Orgel habe ich am 19.08.2004 im Rahmen meiner Kärnten-Orgeltour besucht.
© Dr. Gabriel Isenberg | Letzte Änderung: 25.01.2026.
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