Orgel: Franz Grafenauer (Egg), 1904.

Petschnitzen liegt in der Marktgemeinde Finkenstein, östlich des Faaker Sees in Kärnten. Die dortige spätgotische Pfarrkirche erfuhr später barockisierende Veränderungen; der von Joseph Kapfer geschaffene Hochaltar datiert aus dem Jahr 1771 und auch die übrige Kirchenausstattung stammt überwiegend aus dieser Zeit. Eine umfassende Kirchenrenovierung 1974, der Altarraum wurde 1996 neugestaltet.
Vermutlich gehörte auch zu der barocken Ausstattung der Kirche schon eine Orgel. Das bis heute bestehende Instrument wurde im Zuge der Kirchenrenovierung Anfang des 20. Jahrhunderts auf Betreiben von Pfarrer Sporn angeschafft und von dem Orgelbauer Franz Grafenauer aus Egg bei Hermagot erbaut. Im März 1904 begann er gemeinsam mit zwei Gehilfen mit dem Aufbau; die Arbeiten dauerten etwa sieben bis acht Wochen, und am 8. Mai 1904 konnte die Abnahme des fertigen Instruments erfolgen.
Im Ersten Weltkrieg mussten die Prospektpfeifen aus Zinn für die Rüstungsindustrie abgeliefert werden; sie wurden später durch Zinkpfeifen (Principal 8' eº–f²) ersetzt. Auch das elektrische Gebläse auf dem Gewölbe über der Orgel wurde später eingebaut.
Das schlichte, braun lasierte Gehäuse ist zwischen die beiden Fenster an der Westwand der Kirche gesetzt; das Pedalwerk stehz in einem eigenen Verschlag an der Rückwand der Orgel – darüber die Balganlage. Der Spieltisch ist in die Emporenbrüstung eingebaut, der Organist sitzt mit dem Blick ins Kirchenschiff. Die Windladen sind in Grafenauers eigenem System der mechanischen Kegellade gebaut.
MANUAL | C–c³
Principal 8'
Gamba 8'
Flöte 8'
Rohrflöte 4'
Octave 4'
Mixtur 2f.
PEDAL | C–cº
Subbass 16'
[fest ans Manual gekoppelt]
Mechanische Kegellade.
Quellen und Literatur: Kärntner Zeitung 16.03.1904 ⋄ Archiv der Diözese Gurk zu Klagenfurt, ADG Militaria (Orgelbeschreibungen 1917) ⋄ Eigener Befund.
Nr. 210 | Diese Orgel habe ich am 23.08.2004 im Rahmen meiner Kärnten-Orgeltour besucht.
© Dr. Gabriel Isenberg | Letzte Änderung: 20.01.2026.
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