Orgel: Hugo Koch, Inh. Joseph Goebel (Leichlingen), 1946.
Umbau: Gebr. Stockmann (Werl), 1983.

Bereits in der alten Kapelle in Schreibershof, erbaut 1869/70, gab es eine Orgel: Das offenbar bereits aus dem 18. Jahrhundert stammende Instrument wurde 1896 für 700 Mark gebraucht erworben und von den Orgelbauern Gebr. Stockmann in Schreibershof aufgestellt. Das Rechnungsbuch der Kapellenkasse verzeichnet für das Jahr 1906/07 eine Orgelreparatur durch den Lippstädter Orgelbauer Ernst Tennstädt. 1912 erweiterte die Orgelbauanstalt Gebr. Stockmann (Werl) die Orgel von zehn auf elf Register; drei weitere Register wurden durch Stockmann 1913 eingebaut.
In den Jahren 1931 bis 1932 wurde die Schreibershofer Kirche nach Plänen des Diözesanbaumeisters Kurt Matern erweitert: An das alte Kirchenschiff wurde im hinteren Teil ein neues, breiteres Kirchenschiff mit Turm angebaut. Im Zuge dieser Baumaßnahmen wurde die Orgel 1932 durch die Gebr. Stockmann in der umgestalteten Kirche neu aufgestellt und mit einem elektrischen Gebläsemotor ausgestattet. Offenbar genügte das bestehende Instrument den klanglichen Anforderungen des vergrößerten Kirchenraums nicht mehr. Bereits während des Zweiten Weltkriegs bemühte man sich daher um einen Orgelneubau und nahm Kontakt zum Kölner Orgelbauer Hugo Koch auf.
Die Umsetzung dieser Pläne erfolgte jedoch erst nach Kriegsende. Inzwischen hatte Joseph Goebel den Betrieb des verstorbenen Hugo Koch übernommen und führte ihn in Leichlingen weiter. Die neue Orgel – ein Werk mit 19 Registern, teilweise aus Transmissionen gebildet, auf pneumatisch gesteuerten Kegelladen – wurde am Christkönigsfest, dem 27. Oktober 1946, feierlich eingeweiht. Im Jahr 1951 wurde die Orgelbühne erneuert; die Orgel blieb dabei unverändert.
Im Rahmen der umfassenden Kirchenrenovierung zu Beginn der 1980er-Jahre, die unter der Bauleitung von Architekt Ringelhahn stand, wurde auch die Orgel grundlegend überholt und elektrifiziert. Notwendig geworden war dies durch den stark verschlissenen Zustand der pneumatischen Spiel- und Registertraktur. Das vorhandene Schwellwerk erhielt neue Jalousien mit elektrischer Steuerung. Zudem wurde ein neuer Spieltisch eingebaut und ein Eichenholzgehäuse geschaffen, das eine verbesserte Klangabstrahlung in den Kirchenraum ermöglicht. Die bislang vorhandenen Transmissionen aus Hauptwerk und Pedal wurden entfernt und zu eigenständigen Registern ausgebaut; eine umfassende Nachintonation des Pfeifenwerks schloss die Maßnahmen ab. Die Arbeiten der Firma Gebr. Stockmann (Werl) fanden mit der Orgelweihe am 19. Juni 1983 ihren Abschluss.
Die jüngste Reinigung und Überholung erfolgte 2012. Trotz der Veränderungen durch die Firma Gebr. Stockmann zählt die Schreibershofer Orgel zu den wenigen noch erhaltenen Instrumenten aus der Werkstatttradition Koch/Goebel. Anlässlich des 75-jährigen Orgeljubiläums im Oktober 2021 wurden daher auch Nachfahren der Familie Goebel als Gäste zu einem Festkonzert mit begleitendem Vortrag eingeladen.
I. HAUPTWERK | C–g³
Prinzipal 8'
Dolce 8'
Rohrflöte 8'
Prästant 4'
Flöte 4'
Nachthorn 2'
Mixtur 3f.
Koppel II-I
II. SCHWELLWERK | C–g³
Salicional 8'
Lieblich Gedackt 8'
Rohrflöte 4'
Ital. Prinzipal 4'
Schwiegel 2'
Zimbel 3f.
Regal 8'
Tremolo
Superkoppel II
PEDAL | C–f¹
Subbaß 16'
Echobaß 16' [WA]
Prinzipal 8'
Choralbaß 4'
Posaune 16'
Koppel II-P
Koppel I-P
Freie Kombination, Handregister, Tutti, Einzelabsteller.
Elektrische Kegellade.
Quellen und Literatur: Orgelakten im Pfarrarchiv Schreibershof ⋄ Archiv Orgelbau Stockmann ⋄ Eigener Befund.
Nr. 609 | Auf dieser Orgel habe ich am 27.10.2021 ein Konzert gespielt.
© Dr. Gabriel Isenberg | Letzte Änderung: 26.01.2026.
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© Dr. Gabriel Isenberg, 2023/26
