Münster

Kirchenmusikschule / Bistumsarchiv: Marienfelder Saal

Orgel: Franz Breil (Dorsten), 1980.

Umgestaltung: Orgelbau Fleiter (Münster), 2010.


© Gabriel Isenberg, 02.03.2015
© Gabriel Isenberg, 02.03.2015

Das heutige Gebäude an der Georgskommende 19 im Zentrum Münsters geht auf den um 1844 errichteten frühklassizistischen Neubau des „Gräflich-von-Galenschen Konvikts“ zurück, einem Internat für adelige Schüler. Nach schweren Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde es in der Nachkriegszeit als Sitz der Kardinal-von-Galen-Stiftung wiederaufgebaut.

1947 zogen das Bistumsarchiv und die Bischöfliche Kirchenmusikschule in das Haus ein; zudem wurde eine umfangreiche theologische Bibliothek eingerichtet. Der große Festsaal im zweiten Obergeschoss, wegen der dort seit der Neugestaltung 1980 hängenden Porträts der Marienfelder Äbte auch „Marienfelder Saal“ genannt, war ursprünglich für rund 280 Personen ausgerichtet. In den Jahren 2008 bis 2010 wurde das Gebäude grundlegend saniert.

1951 erhielt die Kirchenmusikschule ihre erste Orgel, ein 16 Register umfassendes Werk mit elektrischen Schleifladen aus der Orgelbauwerkstatt Franz Breil in Dorsten. Diese wurde 1980 durch einen größeren Neubau von Breil abgelöst; die alte Orgel wurde nach St. Marien in Oer-Erkenschwick (Rapen) verkauft und spielt seit 2021 in Santa Rosalia in Prizzi (Sizilien). Die Orgel von 1980, ebenfalls 16 Register groß, erhielt einen historisierenden Prospekt nach einem Entwurf des damaligen Diözesanbaumeisters Dr. Guido Große Boymann, der auch die Neugestaltung des „Marienfelder Saals“ plante.

Im Rahmen der umfassenden Sanierung des Gebäudes 2008–10 erfuhr die Breil-Orgel von 1980 eine durchgreifende Umgestaltung und technische Neueinrichtung durch die Orgelbaufirma Friedrich Fleiter (Münster); dabei wurde auch die Disposition geändert und um Suboktavkoppeln in beiden Manualen erweitert. Das Gehäuse wurde in schlicht-modernen Formen neugestaltet. Im Rahmen der Wiedereinweihung des Gebäudes am 8. September 2010 wurde auch die erneuerte Orgel durch Diözesanbischof Dr. Felix Genn eingesegnet.

I. HAUPTWERK | C–a³

Rohrflöte 8'

Prinzipal 4'

Gedacktflöte 4'

Schwiegel 2'

Sesquialtera 2f.

Mixtur 4f.

Koppel II-I

Koppel Sub II-I

II. SCHWELLWERK | C–a³

Harfpfeife 8'

Gedackt 8'

Koppelflöte 4'

Gemshorn 2'

Nazard 2 2/3'

Terz 1 3/5'

Oboe 8'

Tremulant

Koppel Sub II

PEDAL | C–f¹

Subbass 16'

Offenbass 8'

Bourdon 8'

Koppel II-P

Koppel I-P


Mechanische Schleiflade.


Quellen und Literatur: Bistumsarchiv Münster ⋄ Zeitungsberichte ⋄ Eigener Befund.

Nr. 500 | Diese Orgel habe ich am 02.03.2015 im Rahmen einer Konzertvorbereitung zum ersten Mal gespielt.
© Dr. Gabriel Isenberg | Letzte Änderung: 03.01.2026.