Orgel: Mutin-Cavaillé-Coll (Paris), 1898.

Die Orgel entstand 1898 unmittelbar nach der Geschäftsübergabe des zu diesem Zeitpunkt 87-jährigen Pariser Orgelbauers Aristide Cavaillé-Coll an seinen Nachfolger Charles Mutin. Sie wurde für eine Industriellen-Familie in Nordfrankreich als Hausorgel erbaut und kam Mitte der 1990er-Jahre in den Besitz des Orgelbauers Daniel Kern (Straßburg).
Das von Kern restaurierte Instrument wurde schließlich 1999 als Chororgel im nördlichen Querschiff des Doms zu Osnabrück aufgestellt. Hier dient das Instrument sowohl der Chorbegleitung wie auch konzertant-solistischem Spiel. Die Orgel ist eine der ganz wenigen vollständig und unverändert erhaltenen Orgel aus der berühmten Pariser Werkstatt Cavaillé-Coll in Deutschland und setzt damit einen ganz besonderen Akzent in der norddeutschen Orgellandschaft.
Das gesamte Pfeifenwerk steht in einem Schwellkasten, die Prospektpfeifen sind stumm. Von den zwölf Manualregistern werden drei Stimmen ins Pedal transmittiert. Der Klang der Orgel ist – dem Charakter einer Hausorgel entsprechend – mild und zurückhaltend, und dank der Zungenstimmen dennoch kraftvoll.
I. GRAND-ORGUE | C–g³
Bourdon 16'
Principal 8'
Bourdon 8'
Flûte harmonique 8'
Prestant 4'
Cop. R–G.O. uni
Cop. R–G.O. octave grave
PÉDALE | C–f¹
Soubasse 16' [Transm.]
Basse 8' [Transm.]
Bourdon 8' [Transm.]
Tirasse G.O.
Tirasse Réc.
Anches Récit (Appel); Expression (Schweller für das ganze Werk).
Mechanische Schleiflade.
Quellen und Literatur: [Franz-Josef Rahe], Die Mutin Cavaillé-Coll Orgel im St. Petrus Dom zu Osnabrück, Osnabrück [1999] ⋄ Die Orgel im Dom zu Osnabrück. [Festschrift] Zur Weihe der Orgel [...] am 13. Dezember 2003, Osnabrück 2004, S. 46 ⋄ Eigener Befund.
Nr. 561 | Diese Orgel habe ich zum ersten Mal am 08.12.2020 gespielt.
© Dr. Gabriel Isenberg | Letzte Änderung: 18.01.2026.
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